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Unfälle beim Wintersport:Wenn Politiker stürzen

Koch im Rennen um Bilfinger-Berger-Chefposten

Roland Koch, ehemaliger Ministerpräsident Hessens: Eine Kollision auf der Piste setzte ihn 2005 vorübergehend außer Gefecht.

(Foto: dpa)

Eine schwere Prellung, ein Bruch im Beckenbereich: Kanzlerin Angela Merkel ist nicht die einzige deutsche Spitzenpolitikerin, die lädiert aus dem Ski-Urlaub zurückgekehrt ist. Bei manchen ging der Sturz weniger glimpflich aus.

So hat sich die Kanzlerin den Start ins neue Jahr gewiss nicht vorgestellt. Statt mit vollem Elan und gut erholt die Regierungsgeschäfte aufzunehmen, muss sich Angela Merkel nach ihrem Langlauf-Unfall in der Schweiz nun erst einmal schonen. Ein Teil ihrer Termine wurde abgesagt: Den Großteil ihrer Arbeit will die Kanzlerin von zu Hause aus erledigen, wie sie über Regierungssprecher Steffen Seibert mitteilen ließ.

Die Kanzlerin ist mit dieser Erfahrung nicht allein. Auch andere Politiker kehrten lädiert aus dem Ski-Urlaub heim - zum Teil mit deutlich schlimmeren Folgen. Erst vor knapp einem Jahr war Linke-Fraktionschef Gregor Gysi nach einem Ski-Unfall ans Bett gefesselt. Der Sozialist war Anfang 2013 bei einer Abfahrt mit Freunden gestürzt und "unglücklich gefallen". Im Gegensatz zu Merkel musste der 65-Jährige operiert werden: Schulterbruch. Gysi fiel einige Zeit aus.

Nasenbeinbruch bei Roland Koch

Bei Merkels Parteifreund Roland Koch ist der Sturz schon ein paar Jahre her. Ein italienischer Skifahrer fuhr den damaligen Ministerpräsidenten von Hessen Anfang des Jahres 2005 in Südtirol an. Koch brach sich bei der Kollision unter anderem die Nase und zog sich Schnittwunden im Gesicht zu. Seine Oberlippe musste genäht werden.

Schon damals befeuerte Kochs Unfall die Debatte über Sicherheit auf den Skipisten und warf die Frage auf, ob auch Erwachsene beim Skilaufen einen Helm tragen sollten. Der Italiener, der Koch angefahren hatte, trug damals einen solchen Kopfschutz. Der CDU-Politiker prallte mit seinem Gesicht auf den Helm und zog sich dabei die schweren Verletzungen zu.

Der "Althaus-Effekt"

Trauriger Anlass für ein abermaliges Aufflammen der Helm-Debatte war der Ski-Unfall des damaligen thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus. Am Neujahrstag 2009 stieß der Christdemokrat im österreichischen Skigebiet Riesneralm mit einer 41 Jahre alten Frau zusammen. Althaus erlitt schwere Verletzungen, die Frau starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Althaus trug einen Kopfschutz, die Skifahrerin nicht.

Nach dem schweren Skiunfall stieg die Nachfrage nach Skihelmen sprunghaft an: schnell sprach man vom "Althaus-Effekt". Der CDU-Politiker wurde später in Österreich wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er die Sorgfaltspflichten auf der Pisten missachtet hatte.

Wegen seiner schweren Kopfverletzungen musste Althaus mehrere Monate pausieren, kehrte aber noch einmal ins politische Geschäft zurück. Etwa ein Jahr später trat er nach einer verlorenen Landtagswahl von seinen Ämtern zurück.

© Süddeutsche.de/dmo/odg
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