UN Zahl der syrischen Flüchtlinge übersteigt Fünf-Millionen-Marke

Eine Syrerin mit Kindern in einem Flüchtlingslager nahe Rakka.

(Foto: AFP)

Vor einem Jahr hatte sich die internationale Gemeinschaft auf zusätzliche Hilfe für Syrien geeinigt - doch die läuft schleppend.

Vor den Auswirkungen des syrischen Bürgerkriegs sind inzwischen mehr als fünf Millionen Menschen geflohen. Die Zahl der hauptsächlich in den Nachbarländern wie der Türkei, dem Libanon, Jordanien, dem Irak und Ägypten registrierten Flüchtlinge liege nun bei 5,018 Millionen, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR in Genf mit. Innerhalb des Landes sind weitere sechs Millionen Menschen auf der Flucht. Der Konflikt begann im März 2011 mit Protesten gegen den Staatschef Baschar al-Assad, inzwischen kämpft eine Vielzahl von Rebellengruppen gegen Assads Streitkräfte und teilweise auch gegeneinander. Bisher starben an die 400 000 Menschen.

Die internationale Gemeinschaft müsse ihre Hilfe weiter verstärken, forderte der UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi. So sei ein Jahr nach der Forderung, 500 000 Plätze zur Wiederansiedlung zu schaffen, gerade erst die Hälfte erfüllt. "Wenn wir unsere Ziele erreichen wollen, müssen wir 2017 und darüber hinaus unsere Anstrengungen verstärken", sagte Grandi. Vergangenes Jahr hatten sich Dutzende wohlhabende Staaten darauf geeinigt, zur Entlastung der von der Flüchtlingskrise besonders betroffenen Nachbarländer zusätzliche Kapazitäten zu schaffen. Ziel war es, zumindest zehn Prozent der damals etwa 4,8 Millionen Flüchtlinge aufzunehmen.

Seit Ende Dezember gilt in Syrien eine von Russland und der Türkei vermittelte Waffenruhe. Trotzdem kommt es täglich weiterhin zu Angriffen und Kämpfen. 14 Millionen Syrer sind Hilfsorganisationen zufolge auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Flüchtlinge Der Krieg in Syrien im Überblick
Chronologie

Der Krieg in Syrien im Überblick

Wie in Syrien aus friedlichen Protesten im Jahr 2011 ein tödlicher Konflikt wurde, der mittlerweile zu gefährlichen Spannungen zwischen den USA und Russland geführt hat.   Von Markus C. Schulte von Drach