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UN-Klimagipfel:Obama fordert Beitrag der Schwellenländer

US-Präsident Obama nimmt beim UN-Klimagipfel die Industrieländer in die Pflicht - fordert aber auch Einsatz von den Schwellenländern.

US-Präsident Barack Obama hat die internationale Gemeinschaft zu gemeinsamen Anstrengungen beim Abbau der Treibhausgase aufgerufen. "Wir müssen die Chance nutzen, Kopenhagen zu einem bedeutenden Schritt vorwärts im globalen Kampf gegen den Klimawandel zu machen", sagte Obama bei seinem ersten Auftritt vor den Vereinten Nationen in New York.

Die Vorarbeiten für den im Dezember geplanten Abschluss des Kyoto-Nachfolgeabkommens seien jedoch nicht leicht. "Niemand sollte sich Illusionen machen, dass wir den härtesten Teil der Reise noch vor uns haben", erklärte er beim UN-Klimagipfel vor rund 100 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt. Obama bekannte sich zur Verpflichtung der Industrienationen, beim Abbau der Treibhausgase eine führende Rolle zu übernehmen. Das gelte auch für die USA.

Schwellenländer müssen Beitrag leisten

Allerdings müssten auch die Schwellenländer ihren Beitrag leisten, forderte er. Zudem gebe es die Verantwortung, die ärmsten Länder bei ihren Bemühungen finanziell und technisch zu unterstützen. Konkrete Zusagen machte der Präsident jedoch nicht. Angesichts der globalen Rezession sei es erste Priorität jeden Landes, die Wirtschaft wieder wiederzubeleben und Arbeitsplätze zu sichern.

Obama rief die politischen Führer aus aller Welt auf, die Bedrohung der Menschheit durch den Klimawandel ernst zu nehmen. "Unsere Generation wird sich mit ihrer Reaktion auf diese Herausforderung vor der Geschichte verantworten müssen", sagte er. "Wenn wir nicht entschieden, schnell und gemeinsam handeln, riskieren wir, künftige Generationen einer unabänderlichen Katastrophe auszuliefern", warnte er.

"Keine bessere Chance"

Wie erwartet hob auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in seiner Eröffnungsrede den nachhaltigen Klimaschutz zum wichtigsten Thema des bisher größten Klimagipfels in New York. "Die Geschichte dürfte uns keine bessere Chance mehr bieten", warnte Ban. "Angesichts der ständig steigenden Treibhausgase werden wir den kritischen Grenzwert bald erreicht haben".

Der UN-Chef hofft, politischen Führern auf der eintägigen Konferenz entscheidende Zusagen für die Kyoto-Nachfolgeverhandlungen im Dezember abringen zu können. Klimaexperten in aller Welt gingen davon aus, dass das schlimmste vorstellbare Szenario in weniger als zehn Jahren erreicht sei, sollte sich die internationale Gemeinschaft jetzt nicht zum energischen CO2-Abbau bekennen, sagte Ban. "Die Konsequenzen werden auf jedem Kontinent zu spüren sein".

Finanzspritzen für die ärmeren Länder

Ban forderte die Industrieländer auf, den ersten Schritt zu tun. Anschließend sollten sie den ärmeren Ländern mit "substanziellen Finanzspritzen" und technischer Unterstützung helfen, ihnen zu folgen. Mit Spannung wurde auch die Rede des chinesischen Präsidenten Hu Jintao erwartet.

An dem eintägigen Gipfeltreffen am UN-Hauptsitz nehmen Staats- und Regierungschefs aus mehr als 100 Ländern teil. Deutschland wird durch den Bundesumweltminister Sigmar Gabriel vertreten. Die Europäer wollen ihren CO2-Ausstoß bis 2020 um bis zu 20 Prozent senken, Japan sogar um 25 Prozent. Dagegen sind die US-Regierung und Kanada bisher nur bereit, ihre Treibhausgase bis 2020 auf das Niveau von 1990 zurückzuschrauben.

© dpa/ehr/gba

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