Umfrage Jeder Dritte will Kramp-Karrenbauer als CDU-Chefin

Merz, Kramp-Karrenbauer und Spahn machen das Rennen um den CDU-Vorsitz untereinander aus.

(Foto: dpa)
  • Dem ZDF-"Politbarometer" zufolge wünschen sich 31 Prozent der Befragten und 35 Prozent der Unionsanhänger, dass Annegret Kramp-Karrenbauer den CDU-Vorsitz übernimmt.
  • Friedrich Merz ist unter Unionsanhängern ähnlich beliebt, nicht aber im Rest der Bevölkerung.
  • Jens Spahn konnte nur wenige Befragte von sich überzeugen.
  • Am Freitagnachmittag präsentieren sich die drei Kandidaten gemeinsam.

Würden alle Deutschen wählen, hätte Annegret Kramp-Karrenbauer offenbar gute Chancen auf den Vorsitz der CDU: Fast jeder Dritte wünscht sich, dass sie das Amt übernimmt. Das geht aus dem aktuellen ZDF-"Politbarometer" hervor.

Unter den 1200 Wahlberechtigten, die die Forschungsgruppe Wahlen befragt hat, erklären 31 Prozent die CDU-Generalsekretärin zu ihrer Favoritin. 25 Prozent wollen Wiedereinsteiger Friedrich Merz an der Spitze der CDU sehen.

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Deutlich weniger eindeutig ginge die Wahl aus, wenn alle CDU- und CSU-Fans in Deutschland abstimmten. Unter den Unionsanhängern sind die beiden ähnlich beliebt: 35 Prozent favorisieren Kramp-Karrenbauer, 33 Prozent Merz. Der kleine Unterschied zwischen ihnen liegt innerhalb des Fehlerbereichs von zwei bis drei Prozentpunkten. Das heißt: Übertragen auf alle Unionsanhänger im Land, liegen die beiden gleichauf.

Gesundheitsminister Jens Spahn hingegen bleibt mit sechs bis sieben Prozent deutlich zurück.

Angela Merkel stellt sich beim CDU-Parteitag am 6. Dezember nicht zur Wiederwahl. Spahn, Merz und Kramp-Karrenbauer sind die drei prominentesten Kandidaten und haben deshalb die größten Chancen. Ihre Beliebtheit in der Bevölkerung hat aber nur indirekten Einfluss auf das Wahlergebnis: Die Entscheidung liegt bei den Delegierten des Parteitags.

Kramp-Karrenbauer gilt als Merkel-Vertraute, andererseits muss sie auch das Gefühl eines Neuanfangs vermitteln. Gründe für ihre Beliebtheit könnten ihr sachliches Auftreten oder der Wunsch nach programmatischer Stabilität sein.

Friedrich Merz hatte 2002 den Vorsitz der Unionsfraktion an die heutige Kanzlerin verloren und sich 2009 aus der Politik zurückgezogen. Seitdem ist er in der Wirtschaft tätig. Er würde deshalb wohl für eine wirtschaftsnähere CDU stehen. Merz selbst hat für den Fall seiner Wahl einen Kurs der Mitte angekündigt. Er könnte für die Christdemokraten frischen Wind als Quer-Wiedereinsteiger bringen und andererseits inhaltliche Sicherheit bedeuten.

Spahn ist einer der schärfsten Kritiker der Kanzlerin. Er steht für einen konservativen Wandel, bisher galt: Wer Merkel satt hat, unterstützt Spahn.

Am Freitagnachmittag wollen sich Kramp-Karrenbauer, Gesundheitsminister Spahn und Ex-Unionsfraktionschef Merz erstmals gemeinsam präsentieren. Alle drei stellen sich bei der Frauen-Union in Berlin vor. Für Kramp-Karrenbauer ist es ein Heimspiel. Denn die Vereinigung der CDU-Frauen hat sich bereits mehr oder weniger für sie ausgesprochen.

Die Regionalkonferenzen, bei denen sich die Kandidaten der Basis präsentieren, starten kommende Woche.

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