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Umfrage:Die AfD ist zweistellig

MP Winfried Kretschmann und Nils Schmid

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Vize-Regierungschef Nils Schmid (SPD).

(Foto: Bernd Weißbrod/dpa)

Das Politbarometer Baden-Württemberg sieht einen großen Gewinner: fünf Punkte mehr für die Rechtskonservativen. Das hat Auswirkungen.

Vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg zeichnen sich in einer aktuellen Umfrage erhebliche Verschiebungen in der Wählergunst ab. Hauptprofiteur ist die AfD. In dem am Donnerstag veröffentlichten Politbarometer der Forschungsgruppe Wahlen verzeichnete die AfD, die bislang noch nicht im Stuttgarter Landtag vertreten ist, ein deutliches Plus und kam auf elf Prozent - fünf Punkte mehr als in der jüngsten Umfrage. Die mitregierende SPD büßte drei Punkte ein und kam nur noch auf 15 Prozent. Die jahrzehntelang im Südwesten regierende CDU kam in der Umfrage nur noch auf 34 Prozent, das waren drei Punkte weniger als beim letzten Politbarometer im November. Sie bleibt damit aber klar die stärkste Kraft. Die Grünen landeten mit 28 Prozent auf Platz zwei - sie erhielten einen Punkt mehr als zuletzt. Für die FDP sprachen sich sechs Prozent aus (plus eins), die Liberalen dürfen damit mit einem Wiedereinzug in den Landtag rechnen. Für die Linke würden drei Prozent (unverändert) stimmen.

Rechnerisch möglich wären nur Schwarz-Rot, Schwarz-Grün oder eine Dreier-Koalition.

Sollte sich diese Stimmungslage auch im Wahlergebnis am 13. März niederschlagen, käme die grün-rote Koalition nicht mehr auf eine regierungsfähige Mehrheit. Rechnerisch mögliche wären schwarz-grüne oder schwarz-rote Regierungsbündnisse oder eine Dreierallianz aus Grünen, SPD und FDP. Bei der Bewertung der unterschiedlichen Koalitionsmodelle erhielt Grün-Rot indes die größte Zustimmung: 49 Prozent fänden eine Wiederauflage der derzeitigen Koalition gut. Eine Koalition aus CDU und Grünen beurteilten 42 Prozent positiv. Für Schwarz-Rot sprachen sich 34 Prozent aus, für Schwarz-Gelb nur 29 Prozent.

Das mit Abstand wichtigste Thema für die Wähler im Südwesten heißt laut der Umfrage Flüchtlinge und Asyl: Für 77 Prozent der Befragten war dies prioritär. Es folgten Bildung und Schule (16 Prozent), Umwelt und Klima (elf Prozent) sowie Verkehr (neun Prozent). Beim Thema Flüchtlinge trauten die Wähler den Grünen am meisten zu: 26 Prozent setzen in der Flüchtlingspolitik auf die Grünen, 16 Prozent auf die CDU, 15 Prozent auf die SPD und neun Prozent auf die AfD.

© SZ vom 22.01.2016 / Afp
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