Umbruch in der Ukraine:Timoschenko in Freiheit, Janukowitsch verlässt Kiew

Der Präsident will nicht abtreten, obwohl das Parlament Janukowitsch für abgesetzt erklärt. Nach zweieinhalb Jahren in Haft kommt Ex-Regierungschefin Timoschenko frei. Weil der umstrittene Präsident Kiew verlassen hat, besuchen viele Bürger und Medienvertreter die prunkvolle Residenz des Staatschefs.

1 / 14
(Foto: AFP)

Der Präsident will nicht abtreten, obwohl das Parlament Janukowitsch für abgesetzt erklärt. Nach zweieinhalb Jahren in Haft kommt Ex-Regierungschefin Timoschenko frei. Weil der umstrittene Präsident Kiew verlassen hat, besuchen viele Bürger und Medienvertreter die prunkvolle Residenz des Staatschefs. Auch in der Nacht nach der vorläufigen Einigung zwischen Präsident Janukowitsch und der ukrainischen Opposition halten die Aktivisten auf dem Maidan die Stellung.

2 / 14
(Foto: dpa)

Sie wollen nicht aufgeben, bis Präsident Janukowitsch zurückgetreten ist.

3 / 14
(Foto: dpa)

Die Sankt-Michaels-Kirche dient ihnen als vorübergehendes Krankenhaus. Helferinnen sortieren dort Medikamente.

4 / 14
(Foto: Getty Images)

Geistliche aller Kirchen in der Ukraine rufen zu Frieden auf. "Wir sind Christen, wir vergießen kein Blut", rief einer von ihnen.

5 / 14
(Foto: AFP)

Bereits am Samstagvormittag melden die Aktivisten auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew, dass sie das Parlamentsgebäude umstellt haben.

6 / 14
(Foto: REUTERS)

Aktivisten attackieren Vitaly Grushevsky, ein Mitglied von Janukowitschs "Partei der Regionen", vor dem Parlamentsgebäude.

7 / 14
(Foto: REUTERS)

Das ukrainische Parlament hat einen neuen Chef: Nach dem Rücktritt des Janukowitsch-Vertrauten Wolodimir Rybak wurde Olexander Turschinov zum Parlamentspräsidenten gewählt (oben rechts). Er gilt als Verbündeter der Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko und soll bis zur Ernennung einer Übergangsregierung die Kabinettsarbeit steuern. Oppositionspolitiker Vitali Klitschko (Mitte) setzt sich im Gremium für die Absetzung von Präsident Janukowitsch ein.

8 / 14
(Foto: Getty Images)

77 Menschen sind in den vergangenen Tagen bei Auseinandersetzungen mit der Polizei gestorben. Einige von ihnen werden auf dem Unabhängigkeitsplatz in Särgen durch die Menschenmenge getragen.

9 / 14
(Foto: REUTERS)

Regierungsgegner hoffen während des ganzen Tages auf die baldige Freilassung von Julia Timoschenko. Die Oppositionspolitikerin sitzt seit zweieinhalb Jahren im Gefängnis. Das Parlament hat beschlossen, dass ihre Entlassung nicht mehr von Präsident Janukowitsch bestätigt werden muss.

10 / 14
(Foto: REUTERS)

Am Nachmittag ist es dann so weit: Julia Timoschenko ist frei. Sie verlässt ein Krankenhaus in Charkow, in dem sie wegen der Folgen eines Rückenleidens behandelt wurde.

11 / 14
(Foto: REUTERS)

Julia Timoschenko umarmt ihre Tochter Eugenia nach der Ankunft in Kiew. Eugenia hatte den Tag über in der ukrainischen Haupstadt die Entscheidungen im Parlament verfolgt. Als das Parlament für die sofortige Freilassung ihrer Mutter stimmte, brach sie in Tränen aus.

12 / 14
(Foto: AFP)

Den ganzen Tag über kursieren Gerüchte, dass Präsident Janukowitsch auf der Flucht sei. Wiederholt wird verbreitet, er sei zurückgetreten - oder plane diesen Schritt. In einem TV-Interview stellt der Präsident klar: Er hält sich im ostukrainischen Charkow auf, er wird nicht abtreten und er spricht von einem Staatsstreich. Kurze Zeit später erklärt das ukrainische Parlament den Staatschef für abgesetzt - und ordnet für den 25. Mai. Die Kompetenz, den Präsidenten abzusetzen, haben die Abgeordneten laut Verfassung jedoch nicht.

13 / 14
(Foto: dpa)

Während der Präsident in der Ukraine vor dem Machtverlust steht, machen sich Reporter und Bürger auf, um Janukowitschs Residenz vor den Toren Kiews zu besuchen. Das prächtige Anwesen ist unbewacht. Dort entdecken sie, dass der Präsident offenbar in Saus und Braus gelebt hat, mit Privatzoo und Autosammlung, wie diverse Korrespondenten berichten (noch mehr Bilder in diesem Storify).

14 / 14
(Foto: REUTERS)

Unterdessen bereiten sich Mitglieder der gefürchteten Berkut-Spezialeinheit darauf vor, Kiew zu verlassen. Am Vormittag waren die Sicherheitsbehörden zur Opposition übergelaufen. Das ukrainische Innenministerium rief die Bürger zur Zusammenarbeit mit der Polizei auf, um die Ordnung wiederherzustellen. Das Ministerium unterstütze den Wunsch nach einem politischen Wandel, hieß es in einer Erklärung.

© Süddeutsche.de/mest - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: