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Ukrainischer Präsident Petro Poroschenko:Schokokönig mit schwieriger Aufgabe

Die Ukrainer sehnen sich nach Ruhe und Frieden, das drückt sich in der Wahl Poroschenkos aus. Doch sein Land hat enorme Probleme - und die Macht des neuen Präsidenten ist begrenzt.

Petro Poroschenko hat geschafft, was vor ihm zuletzt 1991 einem ukrainischen Präsidenten gelang: Bereits im ersten Wahlgang erreicht er mehr als 50 Prozent - und lässt seine Konkurrenten weit hinter sich. Schnell macht er klar, wo seine Priorität liegt: Er will so schnell wie möglich die Unruhen im Osten des Landes beenden. Dafür mit den Separatisten verhandeln? Niemals.

"Sie haben kein Interesse an Gesprächen. Sie haben auch kein Interesse an einer Föderalisierung. Sie wollen den Donbass in ein zweites Somalia verwandeln", sagt er auf seiner ersten Pressekonferenz nach der langen Wahlnacht. Und deswegen habe es überhaupt keinen Sinn mit ihnen zu reden - wie man ja auch nicht mit somalischen Piraten rede.

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Dass die "einfachen Arbeiter" im Donbass trotz der Bedrohung durch die Separatisten zur Wahl gegangen seien, wo es eben möglich gewesen sei, sei ihm wichtiger als die Meinung der Separatisten. Und sie hätten sich für ihn entschieden - und damit für einen europäischen Weg.

Und Russland? "Wladimir Putin und ich kennen uns gut", scherzt er. Deswegen werde er sich mit dem russischen Präsidenten schon irgendwie arrangieren. Unerbittlich bleibt er jedoch in Hinblick auf die Krim: "Russland hat uns die Krim gestohlen. Wie würden Sie reagieren, wenn Ihnen jemand Ihr Auto stiehlt?" Will heißen: Die Annexion der Krim wird der neue ukrainische Präsident nicht anerkennen.

Ruhe und Frieden

Und auch die Abhängigkeit von russischem Gas will er verhindern, indem er mehr mit Polen, Bulgarien, der Türkei und der EU zusammenarbeiten wird. "Gas ist die größte Ursache für Korruption in der ukrainischen Politik", sagt er.

Doch die Ukrainer wollen gerade nur eins: Ruhe und Frieden. Wer sich in diesen Tagen in Kiew umgehört hat, der stieß zwar nicht auf vorbehaltlose Begeisterung für Poroschenko. Aber die Ukrainer wollten um jeden Preis verhindern, dass es zu einem zweiten Wahlgang kommt. Die wenigen Wochen, die es bis dahin noch gedauert hätte, schienen vielen zu lang, der Zerfall des Landes schon zu weit fortgeschritten, als dass eine weitere Verzögerung noch möglich gewesen wäre. Sie wollen keine Übergangsregierung mehr, sondern einen gewählten Präsidenten.

Poroschenko ist um die Aufgaben, die nun auf ihn warten, wahrlich nicht zu beneiden: Er soll nicht nur die Ukraine vor dem Bürgerkrieg bewahren, sondern auch noch jene Missstände beseitigen, die überhaupt erst zum Sturz seines Vorgängers Viktor Janukowitsch geführt haben: Korruption, Vetternwirtschaft, eine Machtelite, die sich immer weiter von den normalen Menschen entfernte. Wie er das machen will? "Neue Zeiten, neuer Staat, neue Menschen", sagt er schlicht.

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