Carsten Schneider zieht noch einmal die weißen Handschuhe hoch, damit sie auch wirklich über die Handgelenke reichen, dann schaut er gebannt in die Höhe. Sein Blick klettert den riesigen Betonklotz hoch, bis hinauf zu dem gigantischen Dach, das diesen Klotz überwölbt. Dann entdeckt er das Wasser. Draußen regnet es, hier drinnen sollte es jetzt eigentlich trocken sein. Stattdessen tropft es aus dem Dach. Je länger Schneider schaut, desto mehr solcher Stellen entdeckt er. Das also ist das Problem, für dessen Lösung der Umweltminister von der SPD eben 50 Millionen Euro aus Deutschland zugesagt hat. Am Unglücksreaktor in Tschernobyl gibt es Lecks.
Umweltminister Schneider in Tschernobyl„Das ist eine ernsthafte Gefahr für Deutschland“
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Carsten Schneider (re.) am Ort des GAU von 1986 in Tschernobyl, Ukraine. Neben ihm Serhij Tarakanow, der Chef des Atomkraftwerks, dessen Schutzdach beschädigt ist.
Michael BauchmüllerBundesumweltminister Carsten Schneider macht sich ein Bild von der Lage in Tschernobyl und der Atomkraft in der Ukraine insgesamt. Und die ist alles andere als sicher.
Von Michael Bauchmüller, Tschernobyl
