Petro Poroschenko hat am 28. März bekanntgegeben, bei der Präsidentschaftswahl antreten zu wollen. Poroschenko ist eine der schillerndsten Figuren der ukrainischen Wirtschaft- und Politszene. Der Oligarch vertritt einen proeuropäischen Kurs und trägt den Spitznamen "Schokoladenkönig", weil er mit Süßwaren (und anderen Geschäften) zum Milliardär wurde. Er ist der einzige der Oligarchen, der sich offen gegen Präsident Janukowitsch stellte. Dass er seit längerem Abgeordneter im ukrainischen Parlament Rada ist und mit "5 Kanal" einen TV-Sender besitzt, wird ihm im Präsidentschafts-Wahlkampf sicher nicht schaden. Zudem darf sich Poroschenko prominenter Unterstützung von Vitali Klitschko sicher sein, der sich aus dem Präsidentschaftsrennen zurückgezogen hat und sich stattdessen um das Bürgermeisteramt in Kiew bewerben möchte.

Dass schwerreiche Männer in der Politik mitmischen, ist in der Ukraine normal: Poroschenko war bis Dezember 2012 Wirtschaftsminister; zuvor war er schon als Außenminister und Nationaler Sicherheitsberater tätig.

Poroschenko ließ sich auch nicht durch russische Boykottdrohungen gegen seinen Schoko-Konzern Roshen davon abhalten, die Proteste zu finanzieren. Er flog etwa mit dem gefolterten Aktivisten Dmitrij Bulatow nach dessen Befreiung ins litauische Vilnius. Das Verhältnis Poroschenkos zu Julia Timoschenko gilt jedoch als belastet - die beiden haben sich kurz nach der Orangenen Revolution zerstritten.

Bild: REUTERS 24. Februar 2014, 16:342014-02-24 16:34:37 © Süddeutsche.de/ksk//joku/hart/sks