Für die Financial Times gilt Arsenij Jazenjuk als "Favorit der Amerikaner". Obwohl er erst 39 Jahre alt ist, hatte Jazenjuk bereits viele wichtige Posten inne: Er war Außenminister, Parlamentspräsident, leitete vorübergehend die ukrainische Zentralbank und leitete eine Zeitlang einen wichtigen Thinktank.

Der schmächtige Mann mit der prägnanten Brille fungierte zuletzt als Platzhalter von Julia Timoschenko als Chef der Batkiwschtschyna-Partei (Vaterlandspartei) und gehörte mit Klitschko und dem Nationalisten Tiagnibok zum Dreiergespann, das die Janukowitsch-Gegner in der Öffentlichkeit vertrat.

Nachdem Timoschenko aus der Haft entlassen wurde, war Jazenjuks Rolle zunächst unklar. Am Samstagabend schob er den Rollstuhl der Ex-Ministerpräsidentin und wirkte dabei nicht sehr glücklich - SZ-Korrespondentin Cathrin Kahlweit zufolge machte Jazenjuk mitunter ein Gesicht, "als hätte er nicht übel Lust, sie mitsamt ihrem Gefährt die Rampe hinunterzukippen." Mitte der Woche wurde Jazenjuk schließlich den Aktivisten auf dem Maidan als Übergangspremier präsentiert.

Nun ist er der Chef der Übergangsregierung, die das Land in Richtung Neuwahlen führen soll. Keine leichte Aufgabe: Die Ukraine ist so gut wie pleite, die Protestbewegung misstraut immer noch den etablierten Parteien.

Bild: dpa 24. Februar 2014, 16:342014-02-24 16:34:37 © Süddeutsche.de/ksk//joku