Bei gegenseitigen Luftangriffen sind in der Ukraine und in Russland in der Nacht auf Freitag und am Freitag mehrere Menschen getötet worden. In der ukrainischen Hauptstadt Kiew starben zwei Menschen bei russischen Angriffen auf Tankstellen, wie Bürgermeister Vitali Klitschko mitteilte. Acht weitere Personen wurden verletzt. Der Chef des ukrainischen Ölkonzerns Ukrnafta, Bogdan Kukura, verurteilte die Angriffe auf die Tankstellen. Es gebe kein militärisches Ziel dahinter. Dies sei Terror gegen die Zivilbevölkerung. Zuvor waren bei einem Angriff auf ein Wohngebäude in Kiew ebenfalls acht Menschen verletzt worden. Zudem starb eine Frau in der Region um die Hauptstadt.
Auf russischer Seite kamen in der zentralen Region Tula zwei Menschen durch ukrainische Drohnenangriffe ums Leben, drei weitere wurden verletzt, wie die dortigen Behörden mitteilten.
Russland hat in dieser Woche seine Luftangriffe auf Kiew wieder intensiviert. Während der Gespräche der US-Friedensvermittler Steve Witkoff und Jared Kushner in Moskau und Kiew am vergangenen Wochenende waren sie für drei Tage ausgesetzt worden. Die Ukraine griff auch Ziele weit im russischen Landesinneren an. In Saratow an der Wolga sei eine Öl-Raffinerie getroffen worden, teilte der ukrainische Generalstab mit. In der Anlage sei ein Feuer ausgebrochen. Zudem löste ein Drohnenangriff dort einen Brand in einem Logistikzentrum des Online-Händlers Ozon aus. In den vergangenen Wochen hatte das ukrainische Militär verstärkt Lagerhäuser der Online-Händler Ozon und Wildberries attackiert. Die Regierung in Kiew bezeichnet die Unternehmen als legitimes Ziel, weil sie auch militärische Ausrüstung für russische Soldaten verkaufen. Dem russischen Regionalgouverneur Roman Bussargin zufolge wurde auch zivile Infrastruktur beschädigt. In Wolgograd seien bei einem Raketenangriff zwei Wohngebäude und eine Industrieanlage beschädigt, zwei Menschen verletzt worden. In der Region Perm im Ural wurden dem dortigen Gouverneur zufolge zwei Industrieanlagen von Drohnen attackiert. Beide Seiten bestreiten, gezielt Zivilisten ins Visier zu nehmen.