Krieg in der UkraineTrump möchte wohl Gespräche mit Selenskij über ein Kriegsende führen

Eine Lösung für den Krieg in der Ukraine sei näher, als viele glaubten, so der US-Präsident. Er will das Thema beim Nato-Gipfel in der Türkei ansprechen.

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Wichtige Updates
Selenskij: Haben Ziele in Russland getroffen 
Amnesty wirft Russland Menschenhandel bei Rekrutierung vor
Flugzeug von Selenskij offenbar beinahe von Drohne getroffen 
Ukraine: Mindestens zwei Tote bei russischem Angriff auf Cherson
Ukraine: Zwei Tote bei russischem Drohnenangriff an Grenzübergang nach Moldau 

Tote und Verletzte bei russischen Angriffen auf Dnipro und Kiew

Bei russischen Angriffen auf eine Ölsaatenfabrik und eine Tankstelle in der Ukraine sind am Donnerstag nach Behördenangaben mehrere Menschen getötet und verletzt worden. In der südostukrainischen Stadt Dnipro starben demnach zwei Menschen bei dem Beschuss einer Anlage des US-Agrarkonzerns Bunge. In der Hauptstadt Kiew wurden bei einem Angriff auf eine Tankstelle des Betreibers Ukrnafta vier Menschen verletzt, wie Bürgermeister Vitali Klitschko mitteilte. Russland hat seine Luftangriffe auf die Ukraine in den vergangenen Wochen verstärkt und nimmt dabei zunehmend die Logistik und wirtschaftliche Ziele ins Visier.

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha warf Moskau eine gezielte Kampagne vor. Dies sei „kein Zufall, sondern Teil von Moskaus systematischer Terrorkampagne gegen amerikanische Unternehmen und Wirtschaftsinteressen“, schrieb er auf der Plattform X. Der Chef von Ukrnafta, Bohdan Kukura, erklärte, diese Angriffe hätten kein militärisches Ziel. Dies sei „Terror und Einschüchterung der Zivilbevölkerung“. Bunge teilte mit, ein Teil der Anlage in Dnipro sei getroffen worden. Mitarbeiter seien nicht zu Schaden gekommen. Zudem gab es Behördenangaben zufolge weitere Angriffe, unter anderem in Pawlohrad, Sumy und in der Hafenstadt Mykolajiw mit weiteren Toten und Verletzten. Russland bestreitet, absichtlich zivile Ziele anzugreifen. 
Luzia Geier
Luzia Geier

Russland: Brand bei Online-Händler Ozon nach Drohnenangriff

Nach einem ukrainischen Drohnenangriff brennt es dem russischen Online-Händler Ozon zufolge in einem Logistikzentrum in der Stadt Saratow. Verletzte gebe es nicht, teilte das Unternehmen auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben war bisher nicht möglich.
Luzia Geier
Luzia Geier

Ukraine: Sieben Tote bei russischem Angriff auf Pawlohrad

Bei einem russischen Angriff auf die ukrainische Industriestadt Pawlohrad sind nach Angaben der Regionalverwaltung sieben Menschen getötet worden. 76 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte der Gouverneur Oleksandr Hanscha mit.

Russische Luftangriffe lösten außerdem in der ukrainischen Hauptstadt Kiew einen Brand in einem neunstöckigen Wohnhaus aus. Dies teilten die städtischen Behörden auf Telegram mit. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben war bisher nicht möglich. Russland bestreitet, gezielt zivile Einrichtungen anzugreifen.

Kanada unterstützt Ukraine mit Hilfspaket für Luftverteidigung 

Die Regierung in Ottawa sagt der Ukraine ein Hilfspaket im Umfang von 350 Millionen kanadischen Dollar (etwa 218 Millionen Euro) für Abfangraketen zu. Nach einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij erklärte Premierminister Mark Carney, die Ausrüstung solle helfen, die Bevölkerung und die Infrastruktur vor russischen Angriffen zu schützen. Die Waffen werden über ein US-Programm bereitgestellt, das es Drittstaaten ermöglicht, Rüstungsgüter wie Patriot-Raketen schnell für die Ukraine zu beschaffen. Zudem plant Kanada laut Carney, die Drohnenproduktion in den kommenden zwei Jahren auf mehrere Millionen Stück zu steigern. Ein Drittel davon solle an Kiew geliefert werden. 

Viele Verletzte nach russischen Angriffen auf Kramatorsk 

Durch russischen Beschuss sind in der ostukrainischen Stadt Kramatorsk mindestens 16 Menschen verletzt worden. Viermal sei die frontnahe Stadt beschossen worden, teilte der Militärgouverneur des Gebietes Donezk, Wadym Filaschkin, auf Telegram mit. Einschläge hat es demnach in einem Wohngebiet und in der Nähe von Schulen gegeben. Filaschkin forderte die verbliebenen Einwohner erneut zur Flucht auf. Die Frontlinie ist nur etwas mehr als zwölf Kilometer von Kramatorsk entfernt.

Bei einem russischen Drohnenangriff sind in der südostukrainischen Stadt Pawlohrad mindestens vier Menschen getötet und mehr als 60 weitere verletzt worden. Das teilte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij am Abend auf der Plattform X mit. Die Opfer hätten sich lediglich in der Nähe von Einkaufszentren aufgehalten. Laut Staatsanwaltschaft der Region Dnipropetrowsk wurden bei der Attacke zudem mehrere Geschäfte und Autos beschädigt. Die Behörde ermittelt wegen eines möglichen Kriegsverbrechens. Pawlohrad ist rund 80 Kilometer von der Frontlinie entfernt.

Aserbaidschanische Seeleute bei Drohnenangriff getötet

Bei einem Drohnenangriff auf ein Frachtschiff im Schwarzen Meer sind nach Angaben des Außenministeriums in Baku zwei Aserbaidschaner getötet worden. Zwei weitere seien verletzt in ein Krankenhaus im ukrainischen Tschornomorsk gebracht worden, teilte das Ministerium mit. Die Männer gehörten demnach zur Besatzung eines ausländischen Frachtschiffs mit dem Namen Tedy. Der Vorfall ereignete sich den Angaben nach am Mittwoch. Das Ministerium koordiniere Maßnahmen mit seinen diplomatischen Vertretungen und den zuständigen Behörden der betroffenen Länder, hieß es. Baku benannte nicht den Verursacher des Drohnenangriffs. Erst im Juni waren fünf Aserbaidschaner bei einem Angriff auf ein Schiff im Asowschen Meer getötet worden. 

Selenskij: Haben Ziele in Russland getroffen 

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben erneut mehrere Ziele in Russland angegriffen. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij schrieb in sozialen Medien von Attacken auf acht Infrastrukturobjekte, die dem Krieg dienten. Getroffen worden sei eine Ölraffinerie im autonomen Kreis der Jamal-Nenzen und ein Handelshafen in der russischen Teilrepublik Dagestan. Angegriffen wurden demnach auch Anlagen in den Regionen Moskau, Woronesch, Astrachan und Brjansk, schrieb Selenskij, ohne Details zu nennen.

Im Gebiet Woronesch wurde nach Angaben von Gouverneur Alexander Gussew eine Frau bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der Stadt Borissoglebsk getötet. Zwei weitere Menschen seien verletzt worden. Über der Region seien 19 ukrainische Drohnen abgewehrt worden.

Dagestans kommissarischer Republikchef, Fjodor Schtschukin, teilte mit, dass herabstürzende Drohnentrümmer Feuer in der Hafeninfrastruktur und einem Theater in Machatschkala ausgelöst hätten. Verletzte gebe es nicht.
Anna Schimpp

Amnesty wirft Russland Menschenhandel bei Rekrutierung vor

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International erhebt schwere Vorwürfe: Russland soll Menschenhandel bei der Rekrutierung von ausländischen Kämpfern für den Krieg in der Ukraine betrieben haben. 

Die Rekruten sollen mit falschen Versprechungen von zivilen Jobs, hohen Gehältern, einem Aufenthaltstitel oder der russischen Staatsbürgerschaft gelockt worden sein und sich an der Front in der Ukraine wiedergefunden haben, schrieb Amnesty in einem veröffentlichten Bericht. Bei der Anwerbung werden demnach Mittel wie Nötigung, Betrug, Täuschung oder die Ausnutzung einer wirtschaftlichen Schwächelage eingesetzt. Damit seien die Voraussetzungen für den Vorwurf des Menschenhandels nach dem UN-Protokoll von Palermo aus dem Jahre 2000 erfüllt. 

In ihrer Recherche seien zwischen 2024 und 2026 bei sechs Besuchen etwas mehr als ein Dutzend Ausländer in zwei ukrainischen Kriegsgefangenenlagern befragt worden. Diese seien aus Drittstaaten wie Kolumbien, Kuba, Ägypten, Somalia oder Südafrika gewesen. Nur drei der Befragten hatten den Angaben nach bewusst den Vertrag für den Kriegsdienst in der Ukraine unterzeichnet. So schilderten Kriegsgefangene aus Brasilien und Sri Lanka, dass ihnen nach der Vertragsunterzeichnung Pässe und Mobiltelefone abgenommen worden seien. Die Verträge seien zudem auf Russisch gehalten gewesen, niemand habe Englisch gesprochen. Die neuen Soldaten erhielten den Angaben nach nur eine unzureichende militärische Grundausbildung von rund zwei Wochen.
In Russland konnten keine Nachforschungen betrieben werden, da Amnesty seit Mai 2025 als „unerwünschte Organisation“ gilt, teilten die Menschenrechtler mit. Es seien jedoch Aussagen von durch rechtswidrige Praktiken Betroffenen, deren Familienangehörigen, Anwälten und Journalisten in den Bericht eingeflossen. 

Amnesty hat dabei nach eigenen Angaben keine Hinweise auf mögliche Praktiken des Menschenhandels bei Personen aus Drittstaaten in der ukrainischen Armee erhalten. Es gebe jedoch Hinweise auf Korruption, Diskriminierung und schlechte Behandlung durch Vorgesetzte. Das ukrainische Außenministerium habe erklärt, dass solche Vorfälle bekannt seien, untersucht würden und Maßnahmen zur Klärung eingeleitet würden.

Selenskij in Kanada - Treffen mit Carney geplant

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij ist in Kanada eingetroffen. Bei seinem Besuch werde es vor allem um Unterstützung für die ukrainische Flugabwehr und die Vorbereitungen auf den Winter gehen, sagt er nach seiner Ankunft. Es seien wichtige Treffen und Vereinbarungen geplant. Unter anderem wird Selenskij bei Premierminister Mark Carney erwartet. 
Wolodimir Selenskij bei seiner Ankunft in Calgary.
Wolodimir Selenskij bei seiner Ankunft in Calgary. REUTERS
Luzia Geier
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Russland: Acht Verletzte nach Angriff mit Seedrohnen in Sotschi

Bei einem Angriff mit Seedrohnen auf den russischen Schwarzmeer-Badeort Sotschi sind nach Behördenangaben acht Menschen verletzt worden. Die Strandinfrastruktur sei nach dem Angriff teilweise beschädigt, teilten die Behörden der Region Krasnodar über den Messengerdienst Telegram mit. Ein von der Nachrichtenagentur Reuters verifiziertes Video in den sozialen Medien zeigt Schüsse und eine Explosion an einer Uferpromenade. In Sotschi befindet sich eine offizielle Residenz des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Angriffe der Ukraine mit Seedrohnen sind im Vergleich zu Attacken aus der Luft eher selten.
Luzia Geier
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Ukraine: Zwei Tote bei russischem Drohnenangriff auf Einkaufszentrum in Sumy

Bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Einkaufszentrum in der nordukrainischen Stadt Sumy sind nach Angaben des regionalen Gouverneurs zwei Menschen getötet und 20 weitere verletzt worden. Vier der Verletzten seien in einem ernsten Zustand, teilt Gouverneur Oleh Hryhorow auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Unter den Verletzten seien auch drei Teenager. Auf Fotos, die der Gouverneur im Internet veröffentlichte, sind ein schwer beschädigtes Gebäude und verstreute Trümmer zu sehen. Laut dem Gouverneur sind die Rettungskräfte weiter im Einsatz. Die an Russland grenzende Region ist immer wieder Ziel schwerer Angriffe. Moskau will dort nach eigenen Angaben eine Pufferzone einrichten.

Feuer nach ukrainischem Drohnenangriff auf Gasanlage in Westsibirien gemeldet

Nach einem Drohnenangriff brennt nach offiziellen russischen Angaben eine Industrieanlage in der nordrussischen Erdgas-Metropole Nowy Urengoi. Es handele sich um den ersten derartigen Angriff auf diese Erdgasregion, teilte der Gouverneur Dmitri Artjuchow über den Messenger-Dienst Telegram mit. Es gebe keine Toten oder Verletzten. Das Ausmaß der Schäden werde noch ermittelt. Der Energiekonzern Gazprom äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall.

DIe Ukraine bestätigte die Angriffe. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij würdigte sie als Schlag gegen die russische Wirtschaft. 

Nowy Urengoj ist über 3000 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Das angegriffene Unternehmen gilt als eine der wichtigsten Einrichtungen der Gas-Infrastruktur der Region. Die Ukraine greift seit einiger Zeit Industrie- und Rüstungsbetriebe sowie Raffinerien auf russischem Staatsgebiet an, um das russische Militär zu schwächen. Zuletzt wurden in der Ukraine weitreichende Kampfdrohnen entwickelt, die Ziele in mehreren tausend Kilometern Entfernung angreifen können. 

Flugzeug von Selenskij offenbar beinahe von Drohne getroffen 

Das Flugzeug des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij ist nach Angaben des norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre auf dem Weg nach Oslo beinahe von einer Drohne getroffen worden. Zu dem Vorfall sei es gekommen, als Selenskij am frühen Dienstagabend von Moldau in die norwegische Hauptstadt reiste, um an den Trauerfeierlichkeiten des gestorbenen Königs Harald V. teilzunehmen. „Das ist die Realität, in der er sich befindet“, sagte Støre dem Sender NRK zufolge.

Die ukrainischen Behörden und Selenskij selbst äußerten sich bislang nicht zu dem Vorfall und auch Støre machte demnach keine weiteren Angaben. Bei einem Treffen am Mittwochmorgen habe Selenskij ihm berichtet, dass er keine gute Nacht gehabt habe, sagte Støre den Angaben nach und sprach von einer „dramatischen Situation“. Der Ukrainer habe am Telefon gesessen und Nachrichten über Raketeneinschläge in seiner Heimat entgegennehmen müssen.

Nach Angaben der US-Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) flog am Dienstag etwa eine Stunde lang eine russische Drohne im moldauischen und rumänischen Luftraum. Die Verteidigungsministerien in Moldau und Rumänien berichteten laut ISW von einer Shahed-Drohne, die aus der Ukraine in den moldauischen Luftraum eindrang, nach Rumänien weiterflog und schließlich nach Moldau zurückkehrte, bevor sie dort abstürzte. Ob es sich dabei um die von Støre genannte Drohne handelte, ist bislang unklar. 

Merz: Sehe wenig Chancen, dass Russland zu Gesprächen bereit ist 

Bundeskanzler Friedrich Merz äußert sich skeptisch, dass Russland wirklich zu neuen Friedensverhandlungen über die Ukraine bereit ist. "Wir haben im Augenblick wenig Anzeichen dafür, dass die russische Regierung, der russische Präsident bereit ist, in ernsthafte Gespräche über ein Ende des Krieges einzutreten", sagt Merz nach einem Treffen mit EU-Ratspräsident António Costa. 

Die Bundesregierung mache seit Monaten Gesprächsangebote, um eine diplomatische Lösung zu erreichen. "Aber solange sich die russische Regierung allen Wünschen um ein Gespräch, um Verhandlungen, diplomatische Lösungen verschließt, sehe ich im Augenblick relativ wenig Chancen." Man werde die Ukraine so lange weiter unterstützen. Das diene nicht der Verlängerung des Krieges, sondern dessen Beendigung. 

Ukraine: Mindestens zwei Tote bei russischem Angriff auf Cherson

Bei russischen Drohnenangriffen sind im südukrainischen Cherson mindestens zwei Menschen getötet worden. Nach Angaben der regionalen Militärverwaltung wurden zudem drei Menschen verletzt. Die Großstadt Cherson liegt am Unterlauf des Flusses Dnipro, der in der Südukraine russische und ukrainische Truppen voneinander trennt.

Sechs Verletzte gab es nach Behördenangaben bei einem russischen Drohnenangriff im ostukrainischen Gebiet Charkiw. Nach Angaben der Militärverwaltung von Isjum bei Telegram wurde bei der Bahnstation Iskra ein Zug auf der Strecke zwischen Charkiw und Isjum von einer Drohne attackiert. Der Drohneneinschlag im hinteren Teil des Zuges habe einen Brand ausgelöst. Erst am Vortag hatte Russland zwei Passagierzüge in anderen Teilen der Ukraine attackiert.
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