Krieg in der UkraineEU erschwert wehrfähigen ukrainischen Männern die Flucht vor dem Krieg

Wehrfähige Männer profitieren in Deutschland und anderen Mitgliedsstaaten künftig nicht mehr von vereinfachten Aufnahmeregeln. Bei einem großen russischen Angriff werden in der Ukraine zehn Menschen getötet.

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Wichtige Updates
CDU-Sicherheitsexperte: Russland spielt Spiel ohne Regeln
Wildberries-Logistikzentrum in Jekaterinburg brennt nach Angriff
Litauen: Russland erwägt mögliche Provokationen im Baltikum
Russischer Raketenangriff zerstört Lager von Liqui Moly in Kiew
Fast 16 000 Ausländer kämpfen auf ukrainischer Seite

Russland: Drohnen-Vorfall in Leipzig ist "zusammengezimmerte Provokation", die der Ukraine nützt

Die russische Botschaft in Berlin weist eine Verwicklung in den mutmaßlichen Drohnenangriff am Flughafen Leipzig/Halle zurück. Es handele sich um eine "hastig zusammengezimmerte Provokation", die ausschließlich den Interessen der Ukraine und des militaristischen Flügels der europäischen politischen Klasse diene, teilte die Vertretung auf ihrer Website mit.

Die Botschaft kritisierte eine "neue Welle antirussischer Hysterie in Deutschland" und beklagte unbelegte Anschuldigungen. Der Generalbundesanwalt ermittelt derzeit wegen einer an dem Frachtflughafen entdeckten, mit Sprengstoff bestückten Drohne. Einige Politiker machen Russland für den Vorfall verantwortlich. Die Bundesregierung hält sich offiziell mit solchen Aussagen zurück und verweist auf laufende Ermittlungen.

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Selenskij in Serbien: Kooperation trotz Russland-Nähe Belgrads

Erstmals besucht der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij Serbien. Die dortige Regierung gilt als moskautreu, die Ukraine wird von Russland mit Krieg überzogen - trotzdem möchten beide Länder enger zusammenarbeiten. Darüber sprachen der serbische Präsident Aleksandar Vučić und Selenskij. Es ging auch um den künftigen Weg beider Länder in die EU.

Eine militärische Zusammenarbeit mit der Ukraine war kein Thema, wie Vučić bei einer Pressekonferenz betonte. Er verneinte, dass Serbien zusammen mit der Ukraine Drohnen bauen wolle. Vertreter beider Länder unterzeichneten eine Absichtserklärung zur Kooperation in Landwirtschaft und Lebensmittelsicherheit. Ein Freihandelsabkommen solle bis Ende des Jahres ausgearbeitet werden, sagte Selenskij. Er bedankte sich auch für humanitäre Hilfe Serbiens für den Medizin- und Energiebereich in der Ukraine.
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij (l) trifft seinen serbischen Amtskollegen Aleksandar Vučić im Serbien-Palast.
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij (l) trifft seinen serbischen Amtskollegen Aleksandar Vučić im Serbien-Palast. Darko Vojinovic/AP/dpa

Ukrainische Angriffe auf russische Ölraffinerie - Russland greift ukrainischen Rüstungshersteller an

Die Ukraine hat nach Angaben ihres Generalstabs bei nächtlichen Angriffen die russischen Ölraffinerien in Ilski und Sysran attackiert. An beiden Standorten seien Brände ausgebrochen, hieß es am Samstag. Bei dem Drohnenangriff auf die Ölraffinerie Ilski in der südrussischen Region Krasnodar sind örtlichen Behörden zufolge fünf Menschen verletzt worden.

Zudem werden Drohnenangriffe auf eine Industrieanlage in der russischen Region Samara gemeldet, wie der dortige Gouverneur mitteilt. Das Unternehmen wird nicht namentlich genannt.

Das russische Verteidigungsministerium erklärt, die Luftabwehr habe in der Nacht 397 ukrainische Drohnen über mehreren Regionen zerstört. Bis in die Vormittagsstunden seien weitere mehr als 80 feindliche Fluggeräte geortet und unschädlich gemacht worden. Solche Militärangaben sind nicht unabhängig überprüfbar, die genannte Zahl lässt aber auf einen intensiven Angriff schließen.

Das russische Militär hat in der Nacht neben der ukrainischen Hauptstadt Kiew auch den ukrainischen Rüstungshersteller Fire Point angegriffen. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, es sei eine Produktionsstätte getroffen worden, die Teile und Sprengköpfe für den ukrainischen Marschflugkörper FP-5 Flamingo herstelle. Außerdem sei ein Treibstofflager vernichtet worden, das die ukrainische Armee beliefere. Fire Point ist mit dem Marschflugkörper Flamingo, der Langstreckendrohne FP-1 und der Mittelstreckendrohnen FP-2 einer der wichtigsten einheimischen Lieferanten der ukrainischen Armee.
"Flamingo"-Marschflugkörper in der geheimen Fabrik von Fire Point. (Archivbild)
"Flamingo"-Marschflugkörper in der geheimen Fabrik von Fire Point. (Archivbild). Efrem Lukatsky/AP/dpa
Belege für diese Darstellung lieferte die russische Seite nicht. Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb auf Telegram von Berichten über brennende Öltanks im Stadtteil Obolon. Schwerpunkt des Luftangriffs mit Raketen und Kampfdrohnen war nach ukrainischen Angaben wie schon am Donnerstag der Vorort Browary mit seinen Logistikzentren. Drei Menschen wurden nach Behördenangaben getötet, aber nicht in Browary, sondern weit außerhalb im Dorf Puchiwka, wo eine Drohne das Wohnhaus einer Familie traf. 
Luzia Geier
Luzia Geier

Drei Tote bei russischen Angriffen nahe Kiew

Bei russischen Angriffen in der Region um die ukrainische Hauptstadt Kiew kamen nach offiziellen Angaben drei Menschen ums Leben, darunter ein Kind. Getroffen wurden drei Orte im nahe Kiew gelegenen Bezirk Boryspil, wie der Leiter der regionalen Verwaltung, Tymur Tkatschenko, mitteilte. Drei weitere Menschen wurden demnach verletzt. Zudem wurden laut dem Nachrichtenportal The Kyiv Independent ein Wohnhaus, mehrere andere Gebäude und auch Autos beschädigt. Bei der nächtlichen Welle von Angriffen auf ukrainische Städte kamen demnach neben ballistischen Raketen auch Drohnen und Gleitbomben zum Einsatz.
Luzia Geier
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Ukraine: Heftige Explosionen und Brände in Kiew nach Luftalarm

In zwei Bezirken der ukrainischen Hauptstadt Kiew wurden nach einem Luftalarm Brände gemeldet, wie der Bürgermeister mitteilte. Reuters-Reporter hörten mehrere heftige Explosionen. Der Stadt fehlt es chronisch an Flugabwehrsystemen, die russische ballistische Raketen abfangen können. 
Luzia Geier
Luzia Geier

CDU-Sicherheitsexperte: Russland spielt Spiel ohne Regeln

Der Vorsitzende des Geheimdienste-Kontrollgremiums des Bundestags, Marc Henrichmann (CDU), hält die Äußerung Russlands zu der Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle für nicht glaubwürdig. „Die Glaubwürdigkeit hat Russland schon lange verspielt, wenn man in die Ukraine blickt, wo ja vor völkerrechtswidrigen Angriffen man kaum mehr hinterherkommt“, sagte er im ZDF. „Und dass Russland da ein Spiel ohne Regeln spielt, das ist jetzt auch keine neue Erkenntnis.“

Henrichmann sagte mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin: „Da ist jemand, der in der Ukraine sich festgefahren hat.“ Der russische Angriffskrieg stocke. „Und es ist schon lange prognostiziert, dass dann Ausweichbewegungen in Richtung Westen, in Richtung Nato, in Richtung EU erfolgen werden.“ Das geschehe jetzt. „Wir müssen wehrhaft sein und Russland da auch in die Schranken weisen“, sagte Henrichmann. 
Marc Henrichmann (CDU) ist Vorsitzender des Geheimdienste-Kontrollgremiums des Bundestags.
 (Archivbild)
Marc Henrichmann (CDU) ist Vorsitzender des Geheimdienste-Kontrollgremiums des Bundestags. (Archivbild). Fabian Sommer/dpa

Wildberries-Logistikzentrum in Jekaterinburg brennt nach Angriff

Die Ukraine hat zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen das Logistikzentrum des Versandhändlers Wildberries in der Millionenstadt Jekaterinburg tief im russischen Hinterland ins Visier genommen. Jekaterinburg liegt ungefähr 1700 Kilometer Luftlinie von der Front in der Ostukraine entfernt. Aufgrund der Drohnenattacke sei ein Feuer ausgebrochen, teilte das Unternehmen mit.

Drei Drohnen stürzten laut dem Gouverneur des Gebiets Swerdlowsk, Denis Pasler, auf das Dach eines Logistikzentrums, das aus Sicherheitsgründen geräumt worden sei. Verletzte gebe es nicht.

Der Brand konnte eingedämmt werden, so der Konzern. Mitarbeiter seien rechtzeitig in Sicherheit gebracht worden. Die meisten Waren seien unbeschädigt geblieben. In sozialen Medien kursierten nicht überprüfbare Fotos und Videos, die den Angriff und Rauchsäulen über einer Lagerhalle zeigen sollen.

Seit Mitte Juli greift die Ukraine immer wieder Wildberries-Standorte an und begründet dies damit, dass Wildberries auch vom russischen Militär genutzt wird. Bereits Ende Juli wurde ein Logistikzentrum des Onlinehändlers in Jekaterinburg attackiert. Das Unternehmen gab danach an, dass es keine Schäden gegeben habe.

Russland: Drei Schiffe mit Rüstungsgütern für die Ukraine getroffen 

Russland hat nach eigenen Angaben erneut Frachtschiffe mit Rüstungsgütern für das ukrainische Militär angegriffen. Drei Schiffe seien im Schwarzen Meer getroffen worden, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die russischen Streitkräfte greifen verstärkt Frachter an, die nach Darstellung Russlands militärische Güter in die Ukraine bringen. Unabhängig überprüfen lassen sich solche Angaben nicht. 

Selenskij sieht Fortschritte bei eigenem Raketenabwehrsystem

Die Ukraine kann kaum noch russische ballistische Raketenangriffe abwehren, weil ihr Munition fehlt. Deshalb will Kiew sein eigenes System bauen und macht nach den Worten von Präsident Wolodimir Selenskij deutliche Fortschritte bei der Entwicklung. „Wir können feststellen, dass auch unsere Waffenhersteller bereits das erforderliche Niveau erreicht haben“, teilte Selenskij nach einem Treffen mit Verteidigungs- und Sicherheitsexperten bei Telegram mit. „Wir gehen davon aus, dass die Ukraine im Zeitraum 2026-2027 die angestrebten Ergebnisse erzielen wird“, sagte er.

Die Ukraine setzt auf ein eigenes Abwehrsystem mit dem Namen Freyja, weil sie den Angriffen durch russische ballistische Raketen beinahe schutzlos ausgeliefert ist. Selenskij beklagt immer wieder, dass der Ukraine die wirksamen Patriot-Abwehrraketen fehlten. Er hat die Verbündeten wiederholt aufgefordert, eigene Bestände freizugeben. Parallel entwickelt das Land ein eigenes Abwehrsystem. Auch „Europa benötigt eine gemeinsame und wirklich groß angelegte Fähigkeit, um sich wirksam gegen jegliche ballistischen Bedrohungen verteidigen zu können“, betonte er. Selenskij hatte im Juli in Paris für die Schaffung eines neuen europäischen Flugabwehrsystems geworben. Freyja soll eine kostengünstige und leistungsfähige Alternative zum US-amerikanischen Patriot-System sein. 

Tote und Verletzte in der Ostukraine 

Durch russische Angriffe sind in den ukrainischen Gebieten Dnipropetrowsk und Charkiw mindestens sieben Menschen getötet worden. Mindestens zwei Tote habe es bei einer Attacke auf die Industriestadt Pawlohrad gegeben, teilte der Militärgouverneur der südostukrainischen Region Dnipropetrowsk, Oleksandr Hanscha, bei Telegram mit. Sieben Menschen seien dazu verletzt worden. Einen weiteren russischen Luftangriff mit drei Toten und drei Verletzten gab es den Angaben nach auf die Gemeinde Wyschnewe rund 70 Kilometer westlich der Gebietshauptstadt Dnipro.

Bei einer Drohnenattacke auf den Bahnhof in der Stadt Losowa im ostukrainischen Gebiet Charkiw kamen nach Behördenangaben zwei Männer ums Leben. Acht weitere Menschen seien verletzt worden. Nach Auskunft der ukrainischen Eisenbahn wurden bei dem Angriff das Bahnhofsgebäude, Oberleitungen und Waggons beschädigt. Acht weitere Verletzte gab es laut den Behörden zudem nach einem russischen Raketenschlag auf die Stadt Balaklija.

Russische Schattenflotte: Gestopptes Schiff in Schweden geht an die Ukraine

Ein in Schweden gestopptes Schiff, das zur russischen Schattenflotte gehören soll, kann laut der Nachrichtenagentur TT an die Ukraine übergeben werden. Die schwedischen Behörden hatten den Frachter Caffa bereits im März vor Trelleborg geentert. Laut Küstenwache steht er auf der ukrainischen Sanktionsliste. Den Angaben zufolge soll er Getreide transportiert haben, das aus der Ukraine gestohlen wurde.

Das Amtsgericht Ystad hatte bereits im Juni entschieden, dass das Schiff an die Ukraine herausgegeben werden darf. Gegen das Urteil legte die Reederei Berufung ein, bekam jedoch auch in zweiter Instanz nicht recht. Daraufhin wollte sie vor den Obersten Gerichtshof ziehen. Dieser will sich laut TT jedoch nicht mit dem Fall befassen: Man habe die Unterlagen geprüft, jedoch keine Gründe gesehen, eine Revision zuzulassen, hieß es.

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha schrieb bereits am Mittwoch bei X, er begrüße die Entscheidung des Obersten Gerichts: „Dieser wegweisende Beschluss schafft einen wichtigen Präzedenzfall. Er zeigt, dass entschlossenes Handeln von Strafverfolgungsbehörden und Staatsanwaltschaften in Verbindung mit einer unabhängigen und unparteiischen Justiz den Grundsatz der Rechenschaftspflicht in greifbare Ergebnisse umsetzen kann.“

Nachdem die schwedische Küstenwache den Frachter im Frühjahr gestoppt und geentert hatte, lag er vor Trelleborg vor Anker. Die Besatzung hat Schweden inzwischen verlassen – darunter auch der Kapitän, der zwischenzeitlich wegen des Verdachts auf Urkundenfälschung in Untersuchungshaft saß.

Mehr zur russischen Schattenflotte lesen Sie hier:

Litauen: Russland erwägt mögliche Provokationen im Baltikum

Litauens Militärgeheimdienst liegen nach Regierungsangaben Informationen vor, wonach Russland Angriffe auf kritische Infrastruktur in den baltischen Staaten unter Einsatz ukrainischer Drohnen erwägen könnte. Verteidigungsminister Robertas Kaunas bestätigte in Vilnius einen entsprechenden Medienbericht. „Wir haben Informationen, dass Russland unkonventionelle kinetische Angriffe gegen kritische Infrastruktur im Baltikum erwägt. Es ist wahrscheinlich, dass Russland zu diesem Zweck ukrainische Drohnen einsetzen könnte“, sagte er dem Onlineportal 15min.lt. Nähere Angaben zu bestimmten Objekten oder möglichen Zeitpunkten machte Kaunas nicht.

Dem Bericht zufolge könnte Russland abgefangene ukrainische Drohnen einsetzen, um die Herkunft eines möglichen Angriffs auf Nato-Gebiet zu verschleiern und diesen zu bestreiten. „Wir sprechen hier von einer möglichen ‚False-Flag‘-Operation, bei der eine gefälschte ukrainische Drohne eingesetzt wird. Dies ist wohl das realistischste Szenario, das derzeit geprüft wird“, sagte Kaunas später ergänzend vor Journalisten.
Litauens Verteidigungsminister sagte anderen Berichten zufolge weiter, dass Russland noch keine konkrete Entscheidung getroffen habe, eine bestimmte Operation durchzuführen. Auch bestehe keine unmittelbare Gefahr, dass in naher Zukunft etwas passieren könnte. Litauen und andere Nato-Staaten beobachteten die Planungen Russlands und hätten Moskau vor seinen bekannten Absichten gewarnt, sagte Kaunas.

Zuvor hatte bereits Litauens Staatspräsident Gitanas Nausėda vor möglichen Sabotageversuchen und hybriden Angriffen auf kritische Infrastruktur gewarnt. Der Baltenstaat hatte daher die Sicherheitsmaßnahmen an wichtigen Transport- und Energieanlagen verstärkt. Litauen grenzt an die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad sowie an Russlands Verbündeten Belarus. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine fühlt sich das Land in besonderem Maße bedroht. 

Russischer Raketenangriff zerstört Lager von Liqui Moly in Kiew

Bei dem russischen Raketenangriff in der Nacht zum Mittwoch auf die ukrainische Hauptstadt Kiew ist auch ein Lager des Ulmer Schmierstoffherstellers Liqui Moly getroffen worden. Es sei bei dem Angriff und einem anschließenden Brand niemand verletzt worden, sagte Unternehmenssprecher Sina Ataei. Ein niedriger Millionenbetrag an Schaden sei entstanden. Das Team arbeite mit Hochdruck daran, die Lieferketten wiederherzustellen, schrieb die ukrainische Vertretung bereits am Mittwoch.

Bei dem völlig zerstörten Objekt handelt es sich nach Auskunft von Liqui Moly um das Zentrallager eines Vertriebspartners in der Ukraine, in dem unter anderem Liqui-Moly-Produkte für den ukrainischen Markt gelagert wurden. „Also ja, es ist natürlich schon ein Angriff auch auf uns indirekt“, sagte Ataei. Man wolle dem Partner so schnell wie möglich wieder Lager zur Verfügung stellen, dies sei jedoch nicht so leicht. An Wiederaufbau werde im Moment nicht gedacht. „Gemeinsam arbeiten wir daran, die Auswirkungen des Vorfalls zu begrenzen und die Versorgung unserer Kunden weiterhin sicherzustellen“, sagte der Sprecher.

Das Verteidigungsministerium in Moskau hatte am Mittwoch von einem Massenangriff gesprochen, der sich gegen Logistik- und Verteilzentren militärischer Güter gerichtet habe. Getroffen wurden demnach Lagerhäuser in der Hauptstadt Kiew und am Stadtrand.

Liqui Moly beschäftigt weltweit etwa 1300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Schmierstoff- und Additive-Hersteller mit Hauptsitz in Ulm ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen und knackte 2024 erstmals die Marke von einer Milliarde Euro Umsatz.

Auch ein Logistikzentrum des Sportartikelherstellers Puma wurde in der Nacht zum Mittwoch getroffen. Eine Sprecherin des Unternehmens bestätigte das, machte aber nicht öffentlich, wo genau der Standort des Lagers ist. Mitarbeiter seien nicht verletzt worden. Puma arbeite daran, sein Sortiment für die Ukraine so schnell wie möglich wieder verfügbar zu machen.

Fast 16 000 Ausländer kämpfen auf ukrainischer Seite

In ihrem Verteidigungskampf gegen Russlands Angriffskrieg wird die Ukraine nach Behördenangaben von knapp 16 000 Ausländern aus 72 Staaten unterstützt. „Fast 40 Prozent davon sind aus den Ländern Lateinamerikas“, sagte die für Soldatenrechte zuständige Militärbeauftragte Olha Reschetylowa einer Meldung von Interfax-Ukraine zufolge.

Insgesamt sind in der ukrainischen Armee nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenskij ungefähr 880 000 Soldaten.

Im Juni dieses Jahres kündigte der kürzlich entlassene Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow eine Reform an, wonach der Anteil an ausländischen Söldnern in Sturmtruppen und Infanterie auf bis zu 50 Prozent steigen soll. Dafür will Kiew mit einem durchschnittlichen Sold von umgerechnet rund 5800 Euro weltweit neue Kämpfer rekrutieren.

Die Ukraine gründete 2022 gleich nach Beginn der russischen Invasion eine sogenannte Internationale Legion und warb Ausländer für den Krieg an.

Russland: Ölraffinerie in Jaroslawl steht in Flammen

In der russischen Region Jaroslawl brennt nach Angaben des zuständigen Gouverneurs Michail Jewrajew eine Ölraffinerie nach einem schweren ukrainischen Drohnenangriff. Die Rettungskräfte arbeiteten daran, den Brand zu löschen, teilte er auf Telegram mit. Herabfallende Drohnenteile hätten den Lagertank der Raffinerie getroffen.

Zuvor hat der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij mitgeteilt, die Streitkräfte seines Landes hätten zwei russische Ölraffinerien tief im russischen Hinterland angegriffen und getroffen. Eine davon sei die Slawnet-Janos-Raffinerie in Jaroslawl. Bei der anderen handele es sich um die Baschneft-Nowoil-Raffinerie in der Republik Baschkortostan.
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