Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Russland senkt Prognose für Wirtschaftswachstum von 1,3 auf 0,4%
Selenskij: Militärprojekte mit Deutschland „nur der Anfang“
Ukraine meldet russische Angriffe trotz Waffenruhe, auch Russland berichtet von Attacken
EU lehnt Schröder als Vermittler ab
Pistorius: Putins Reden vom Kriegsende vermutlich Täuschungsmanöver
EU plant neues Sanktionspaket gegen russische Rüstungsindustrie
Die Europäische Union nimmt mit einem 21. Sanktionspaket, über das die Mitgliedstaaten derzeit beraten, die russische Rüstungsindustrie ins Visier. Das teilt die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas bei Beratungen der Außenminister in Brüssel mit. Zudem könnten die Mitgliedstaaten Vorschläge zum Vorgehen gegen die sogenannte Schattenflotte einbringen, fügt sie hinzu. Im vergangenen Monat hat die EU das 20. Sanktionspaket gegen Russland sowie einen Kredit für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro gebilligt.
Russland senkt Prognose für Wirtschaftswachstum von 1,3 auf 0,4%
Russland hat seine Prognosen für das Wirtschaftswachstum in der kommenden Zeit deutlich gesenkt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde 2026 voraussichtlich nur noch um 0,4 Prozent wachsen, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Alexander Nowak der Zeitung Wedomosti. Zuvor war die Regierung in Moskau von einem Plus von 1,3 Prozent ausgegangen. Auch für 2027 nahm Nowak die Erwartungen zurück: Die Wirtschaft werde dann voraussichtlich noch um 1,4 Prozent zulegen, nach zuvor prognostizierten 2,8 Prozent. Für 2029 rechne die Regierung mit einem Wachstum von 2,4 Prozent. Die der Haushaltsplanung zugrunde liegende Prognose für den Ölpreis bleibe für 2026 unverändert bei 59 Dollar pro Barrel. Für die Jahre 2027 bis 2029 sei sie auf 50 Dollar gesenkt worden.
Selenskij: Militärprojekte mit Deutschland „nur der Anfang“
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij setzt auf weitere Gemeinschaftsprojekte mit Deutschland bei der Rüstungsproduktion. Derzeit gebe es sechs Projekte, „aber das ist nur der Anfang“, sagte er in Kiew bei einem Treffen mit Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD).
Er dankte Deutschland auch für weitere Hilfe bei der Luftverteidigung der Ukraine gegen russische Angriffe, sagte aber, er wolle dazu keine Details nennen. „Lasst das für die Russen eine Überraschung sein“, so Selenskij.
Pistorius betonte ebenfalls die Bedeutung der Zusammenarbeit mit der Ukraine, mit der jüngst eine strategische Partnerschaft sowie eine vertiefte Zusammenarbeit bei Militär und Rüstung vereinbart worden war. Er sagte an Selenskij gerichtet über die Ukraine: „Sie sind nicht länger nur ein Konsument von Sicherheit, sondern sie stellen Sicherheit bereit.“
Er dankte Deutschland auch für weitere Hilfe bei der Luftverteidigung der Ukraine gegen russische Angriffe, sagte aber, er wolle dazu keine Details nennen. „Lasst das für die Russen eine Überraschung sein“, so Selenskij.
Pistorius betonte ebenfalls die Bedeutung der Zusammenarbeit mit der Ukraine, mit der jüngst eine strategische Partnerschaft sowie eine vertiefte Zusammenarbeit bei Militär und Rüstung vereinbart worden war. Er sagte an Selenskij gerichtet über die Ukraine: „Sie sind nicht länger nur ein Konsument von Sicherheit, sondern sie stellen Sicherheit bereit.“
Ukrainischer Botschafter lehnt Schröder als Vermittler ab
Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev, hält nichts davon, Altkanzler Gerhard Schröder zum Vermittler im Krieg zwischen Russland und der Ukraine machen. „Wer über Jahre russische Interessen in Deutschland vertreten hat, besitzt weder die moralische noch die politische Legitimität, heute als Vermittler aufzutreten“, sagte Makeiev in Kiew im Gespräch mit dem Spiegel. Kremlchef Putin hatte Schröder als Vermittler ins Spiel gebracht. Der ukrainische Botschafter sagte: „Wir brauchen keine Vermittler. Wir brauchen Verbündete.“ Die Ukraine wehrt sich seit Jahren gegen einen Angriffskrieg Russlands.
„Wer über Jahre russische Interessen in Deutschland vertreten hat, besitzt weder die moralische noch die politische Legitimität, heute als Vermittler aufzutreten.“Botschafter Oleksii Makeiev
Der mittlerweile 82 Jahre alte Sozialdemokrat Schröder, der von 1998 bis 2005 Bundeskanzler war, steht seit Jahren wegen seiner Freundschaft zu Putin und Tätigkeiten für russische Öl- und Gaskonzerne in der Kritik – auch innerhalb seiner eigenen Partei.
Litauen setzt wegen Drohnen-Vorfällen auf ukrainische Experten
Litauen will ukrainische Spezialisten nach Vilnius einladen, um sich über die Abwehr anfliegender Drohnen beraten zu lassen. Die Experten sollen nach Angaben von Verteidigungsminister Robertas Kaunas ihre Erfahrungen mit der dem baltischen EU- und Nato-Land teilen, in dem es wiederholt zu Vorfällen mit einfliegenden Drohnen gekommen ist. Die Ukraine gilt im fünften Jahr des Abwehrkampfes gegen Russland als ein weltweit führendes Land im Drohnenkampf.
Die Ukraine hatte in ihrem Abwehrkampf gegen Russland in den vergangenen Wochen wiederholt russische Ölexporthäfen am Finnischen Meerbusen und andere Ziele im Nordwesten Russlands attackiert. Dabei waren mehrfach fehlgeleitete Drohnen in den Luftraum der baltischen Staaten geflogen und teils abgestürzt. Verletzte oder größere Schäden gab es nicht.
Der ukrainische Präsidialamtschef Kyrylo Budanow betonte bei einem Besuch in der litauischen Haupstadt Vilnius, dass die Ukraine keine Drohneneinsätze auf litauischem Gebiet durchführe und alle Aktionen gegen Russland gerichtet seien. Auch Kaunas betonte, dass die baltischen Staaten nicht das eigentliche Ziel seien, die Drohnen aber die Orientierung verlören, wenn sie elektronisch gestört werden, und ihre Flugbahn schwer vorhersehbar würden. Die Schuld daran liege trotzdem nicht bei der Ukraine, sondern bei Russland, das den Krieg begonnen habe.
Die Ukraine hatte in ihrem Abwehrkampf gegen Russland in den vergangenen Wochen wiederholt russische Ölexporthäfen am Finnischen Meerbusen und andere Ziele im Nordwesten Russlands attackiert. Dabei waren mehrfach fehlgeleitete Drohnen in den Luftraum der baltischen Staaten geflogen und teils abgestürzt. Verletzte oder größere Schäden gab es nicht.
Der ukrainische Präsidialamtschef Kyrylo Budanow betonte bei einem Besuch in der litauischen Haupstadt Vilnius, dass die Ukraine keine Drohneneinsätze auf litauischem Gebiet durchführe und alle Aktionen gegen Russland gerichtet seien. Auch Kaunas betonte, dass die baltischen Staaten nicht das eigentliche Ziel seien, die Drohnen aber die Orientierung verlören, wenn sie elektronisch gestört werden, und ihre Flugbahn schwer vorhersehbar würden. Die Schuld daran liege trotzdem nicht bei der Ukraine, sondern bei Russland, das den Krieg begonnen habe.
Ein ukrainischer Soldat bereitet eine FPV-Drohne nahe der Front für den Einsatz vor. Das Land gilt mittlerweile als führend im Drohnenkampf. Iryna Rybakova/93rd Kholodnyi Yar Separate Mechanized Brigade of the Ukrainian Ground Forces/AFP
Laura Otter
EU verhängt Sanktionen wegen Deportation ukrainischer Kinder
Die Außenminister der EU-Staaten haben weitere Sanktionen gegen Verantwortliche für Russlands Programm zur Deportation und Zwangsadoption ukrainischer Kinder beschlossen. Betroffen sind 16 Personen und sieben Einrichtungen und Organisationen, wie die Vertretung der Mitgliedstaaten mitteilte. Die Sanktionsbeschlüsse haben zur Folge, dass in der EU Vermögenswerte eingefroren werden müssen. Für bestimmte Personen gilt zusätzlich ein EU-Einreise- und Durchreiseverbot. Sanktioniert wurden zum Beispiel die Leiterin eines Lagers, in dem ukrainische Minderjährige untergebracht sind und Einrichtungen, die für die ideologische Indoktrination, „Russifizierung“ und militarisierte Erziehung von Kindern zuständig sind.
Mit den neuen Sanktionen will die EU Russland für seine grausamen Taten zur Rechenschaft ziehen. Seit Beginn der groß angelegten Invasion Russlands in die Ukraine wurden nach Angaben der EU-Kommission schätzungsweise 20 000 ukrainische Kinder nach Russland oder in besetzte Gebiete verschleppt. Viele mussten Identität und Staatsbürgerschaft wechseln und wurden zur Adoption freigegeben. Trotz internationaler Bemühungen konnten nach Angaben ukrainischer Behörden bislang nur etwa 2100 Kinder zurückgebracht werden.
Der in Vertretung des deutschen Außenministers Johann Wadephul nach Brüssel gereiste Europastaatsminister Gunther Krichbaum nannte die Situation eine „humanitäre Katastrophe“ und wies darauf hin, dass möglicherweise noch deutlich mehr Kinder verschleppt wurden, als derzeit bekannt ist. Es gebe eine Dunkelziffer, denn viele Kinder seien auch aus Kinderheimen heraus verschleppt worden, sagte der CDU-Politiker. Das Schicksal der Kinder dürfe nicht in Vergessenheit geraten, das sei auch das Anliegen der Bundesregierung.
Mit den neuen Sanktionen will die EU Russland für seine grausamen Taten zur Rechenschaft ziehen. Seit Beginn der groß angelegten Invasion Russlands in die Ukraine wurden nach Angaben der EU-Kommission schätzungsweise 20 000 ukrainische Kinder nach Russland oder in besetzte Gebiete verschleppt. Viele mussten Identität und Staatsbürgerschaft wechseln und wurden zur Adoption freigegeben. Trotz internationaler Bemühungen konnten nach Angaben ukrainischer Behörden bislang nur etwa 2100 Kinder zurückgebracht werden.
Der in Vertretung des deutschen Außenministers Johann Wadephul nach Brüssel gereiste Europastaatsminister Gunther Krichbaum nannte die Situation eine „humanitäre Katastrophe“ und wies darauf hin, dass möglicherweise noch deutlich mehr Kinder verschleppt wurden, als derzeit bekannt ist. Es gebe eine Dunkelziffer, denn viele Kinder seien auch aus Kinderheimen heraus verschleppt worden, sagte der CDU-Politiker. Das Schicksal der Kinder dürfe nicht in Vergessenheit geraten, das sei auch das Anliegen der Bundesregierung.
Europastaatsminister Gunther Krichbaum bezeichnet die Verschleppung ukrainischer Kinder als „humanitäre Katastrophe“. Elisa Schu/dpa
Ukraine meldet russische Angriffe trotz Waffenruhe, auch Russland berichtet von Attacken
Trotz der von den USA vermittelten Waffenruhe hat die Ukraine erneut russische Drohnenangriffe und Gefechte an der Front gemeldet. In der südöstlichen Region Saporischschja sei ein Mensch getötet und zwei weitere seien verletzt worden, teilte der dortige Gouverneur mit. In Cherson habe es zwei Tote und zwei Verletzte gegeben. Drei Menschen seien in der Region Mykolajiw verletzt worden, fünf in Charkiw und vier in Donezk, heißt es von den örtlichen Behörden weiter.
Der ukrainische Generalstab registrierte nach eigenen Angaben in den vergangenen 24 Stunden 180 Gefechte entlang der Frontlinie. Zudem hätten russische Truppen am Sonntag 8037 sogenannte Kamikaze-Drohnen gegen Siedlungen und militärische Stellungen eingesetzt.
In Moskau teilte das russische Verteidigungsministerium mit, die ukrainische Armee habe binnen 24 Stunden zwölf Angriffsversuche unternommen. Artillerie sei fast 770 Mal eingesetzt worden, es habe 6900 Drohnenangriffe gegeben. 85 flugzeugähnliche ukrainische Drohnen seien abgefangen worden.
Beide Seiten erklärten jeweils, dass auf gegnerische Attacken reagiert worden sei. Bereits am Sonntag hatten sich sowohl Kiew als auch Moskau gegenseitig Verstöße gegen die Waffenruhe vorgeworfen, die auf US-Vermittlung von Samstag bis Montag verkündet worden war. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij erklärte, Russland habe zwar auf groß angelegte Luft- und Raketenangriffe verzichtet, die Bodenangriffe an Teilen der Front jedoch fortgesetzt.
Der ukrainische Generalstab registrierte nach eigenen Angaben in den vergangenen 24 Stunden 180 Gefechte entlang der Frontlinie. Zudem hätten russische Truppen am Sonntag 8037 sogenannte Kamikaze-Drohnen gegen Siedlungen und militärische Stellungen eingesetzt.
In Moskau teilte das russische Verteidigungsministerium mit, die ukrainische Armee habe binnen 24 Stunden zwölf Angriffsversuche unternommen. Artillerie sei fast 770 Mal eingesetzt worden, es habe 6900 Drohnenangriffe gegeben. 85 flugzeugähnliche ukrainische Drohnen seien abgefangen worden.
Beide Seiten erklärten jeweils, dass auf gegnerische Attacken reagiert worden sei. Bereits am Sonntag hatten sich sowohl Kiew als auch Moskau gegenseitig Verstöße gegen die Waffenruhe vorgeworfen, die auf US-Vermittlung von Samstag bis Montag verkündet worden war. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij erklärte, Russland habe zwar auf groß angelegte Luft- und Raketenangriffe verzichtet, die Bodenangriffe an Teilen der Front jedoch fortgesetzt.
EU lehnt Schröder als Vermittler ab
Die von Kremlchef Wladimir Putin vorgeschlagene Einbindung von Altkanzler Gerhard Schröder in Ukraine-Friedensverhandlungen stößt in der EU und in der Ukraine auf klare Ablehnung. „Wenn wir Russland das Recht geben würden, in unserem Namen einen Verhandlungsführer zu benennen, wäre das nicht sehr klug“, sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas am Rande eines Außenministertreffens in Brüssel. Schröder sei hochrangiger Lobbyist für russische Staatsunternehmen gewesen. Daher sei klar, warum Putin ihn haben wolle: „Dann säße er gewissermaßen auf beiden Seiten des Tisches“, sagte sie.
Der als Gast zu dem EU-Treffen gereiste ukrainische Außenminister Andrij Sybiha sagte zu einem möglichen Vermittler-Einsatz von Schröder: „Wir unterstützen das nicht.“ Es gebe „viele andere würdige Führungspersönlichkeiten“, die für die EU verhandeln könnten.
Ähnlich kritisch äußerten sich andere Teilnehmer des Treffens. Estlands Außenminister Margus Tsahkna sagte etwa: „Gerhard Schröder ist Putins Idee. (...) Gerhard Schröder wird nicht Europa vertreten.“ Dafür habe man die europäischen Institutionen und Vertreter wie Kallas, Ratspräsident António Costa und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Der in Vertretung des deutschen Außenministers Johann Wadephul nach Brüssel gereiste Europastaatsminister Gunther Krichbaum äußerte sich ebenfalls ablehnend. „Wie Sie wissen, muss ein Vermittler von beiden Seiten akzeptiert werden“, sagte der CDU-Politiker.
Putin hatte den seit Langem mit ihm befreundeten Altkanzler als Vermittler im Krieg zwischen Russland und der Ukraine ins Spiel gebracht. Obwohl sich die USA um Vermittlung bemüht hätten, könne er sich von europäischer Seite den früheren SPD-Chef als Vermittler vorstellen, sagte Putin am Wochenende nach der Siegesparade zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Moskau. Von allen europäischen Politikern würde er Gespräche mit Schröder „bevorzugen“.
Der als Gast zu dem EU-Treffen gereiste ukrainische Außenminister Andrij Sybiha sagte zu einem möglichen Vermittler-Einsatz von Schröder: „Wir unterstützen das nicht.“ Es gebe „viele andere würdige Führungspersönlichkeiten“, die für die EU verhandeln könnten.
Ähnlich kritisch äußerten sich andere Teilnehmer des Treffens. Estlands Außenminister Margus Tsahkna sagte etwa: „Gerhard Schröder ist Putins Idee. (...) Gerhard Schröder wird nicht Europa vertreten.“ Dafür habe man die europäischen Institutionen und Vertreter wie Kallas, Ratspräsident António Costa und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Der in Vertretung des deutschen Außenministers Johann Wadephul nach Brüssel gereiste Europastaatsminister Gunther Krichbaum äußerte sich ebenfalls ablehnend. „Wie Sie wissen, muss ein Vermittler von beiden Seiten akzeptiert werden“, sagte der CDU-Politiker.
Putin hatte den seit Langem mit ihm befreundeten Altkanzler als Vermittler im Krieg zwischen Russland und der Ukraine ins Spiel gebracht. Obwohl sich die USA um Vermittlung bemüht hätten, könne er sich von europäischer Seite den früheren SPD-Chef als Vermittler vorstellen, sagte Putin am Wochenende nach der Siegesparade zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Moskau. Von allen europäischen Politikern würde er Gespräche mit Schröder „bevorzugen“.
Pistorius: Putins Reden vom Kriegsende vermutlich Täuschungsmanöver
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat die jüngsten Äußerungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin über ein angeblich nahendes Ende des Ukraine-Krieges als mögliches Täuschungsmanöver bezeichnet. „Wenn er denn das Ende dieses Krieges aufziehen sieht, dann könnte er diesen Krieg ja auch einfach beenden“, sagte der SPD-Politiker bei seinem Besuch in Kiew.
Putin könne dies tun, indem er seine Truppen abziehe oder zu Verhandlungen ohne Vorbedingungen einlade. Stattdessen stelle er jedoch wie immer Bedingungen. „Ich hoffe, dass ich mich irre, dass es wieder mal ein weiteres Täuschungsmanöver ist, aber ausgeschlossen ist das eben nicht“, erklärte Pistorius. Er vermute, dass Putin mit seinem Vorgehen von eigener Schwäche ablenken wolle, da seine Armee derzeit kaum Geländegewinne vorweisen könne.
Gerade weil Putin in der Öffentlichkeit täusche und trickse, müsse die Ukraine weiter militärisch gestärkt werden, sagte Pistorius. Mit der ukrainischen Seite seien daher weitere Kooperationen bei der Entwicklung und Produktion von Drohnen beschlossen worden. Dies sei nötig, um das Land für den Zeitpunkt von Verhandlungen in eine starke Position zu bringen.
Zudem müsse deutlich gemacht werden, dass sich die Ukraine erfolgreich zur Wehr setzen könne, sagte der Minister. Pistorius verwies auf die Vergangenheit, in der Putin bei Verhandlungen „mit gezinkten Karten gespielt“ oder Absprachen gebrochen habe. So sei auch die jüngste, angeblich dreitägige Waffenruhe gebrochen worden. „Dabei liegt es an Putin, diesen Krieg und den Terror zu beenden“, sagte Pistorius.
Putin könne dies tun, indem er seine Truppen abziehe oder zu Verhandlungen ohne Vorbedingungen einlade. Stattdessen stelle er jedoch wie immer Bedingungen. „Ich hoffe, dass ich mich irre, dass es wieder mal ein weiteres Täuschungsmanöver ist, aber ausgeschlossen ist das eben nicht“, erklärte Pistorius. Er vermute, dass Putin mit seinem Vorgehen von eigener Schwäche ablenken wolle, da seine Armee derzeit kaum Geländegewinne vorweisen könne.
Gerade weil Putin in der Öffentlichkeit täusche und trickse, müsse die Ukraine weiter militärisch gestärkt werden, sagte Pistorius. Mit der ukrainischen Seite seien daher weitere Kooperationen bei der Entwicklung und Produktion von Drohnen beschlossen worden. Dies sei nötig, um das Land für den Zeitpunkt von Verhandlungen in eine starke Position zu bringen.
Zudem müsse deutlich gemacht werden, dass sich die Ukraine erfolgreich zur Wehr setzen könne, sagte der Minister. Pistorius verwies auf die Vergangenheit, in der Putin bei Verhandlungen „mit gezinkten Karten gespielt“ oder Absprachen gebrochen habe. So sei auch die jüngste, angeblich dreitägige Waffenruhe gebrochen worden. „Dabei liegt es an Putin, diesen Krieg und den Terror zu beenden“, sagte Pistorius.
Gespräche in Kiew: Pistorius strebt Bau neuer Hightech-Waffen mit der Ukraine an
Verteidigungsminister Boris Pistorius setzt auf den Bau von neuen Waffensystemen zusammen mit der Ukraine. Dazu solle die Zusammenarbeit beider Staaten weiter ausgebaut werden, sagte der SPD-Politiker der Nachrichtenagentur dpa in Kiew, wo er am Morgen zu einem nicht öffentlich angekündigten Besuch eintraf. Diese Kooperation als Teil einer strategischen Partnerschaft zu stärken, sei das Hauptziel der Reise.
„Deutschland und die Ukraine sind strategische Partner, die beide von der Kooperation profitieren. Daraus ergeben sich zahlreiche neue Projekte“, sagte der Minister. „Im Fokus steht die gemeinsame Entwicklung modernster unbemannter Systeme in allen Reichweiten, gerade auch im Bereich Deep strike. So stärken wir die Sicherheit unserer Länder.“
Als Deep strike wird die Fähigkeit bezeichnet, wichtige Angriffsziele weit im Hinterland eines gegnerischen Landes zu zerstören. Die europäischen Nato-Partner haben im Bereich der weitreichenden Waffen noch sogenannte Fähigkeitslücken. Pistorius hält es für nötig, dass die Nato-Staaten diese schnellstmöglich schließen.
Pistorius sagte, die Bundesregierung strebe weitere deutsch-ukrainische Gemeinschaftsunternehmen („Joint Ventures“) an. „Dabei profitieren wir von den Erfahrungen der Ukrainer auf dem Gefechtsfeld. Außerdem planen wir, über die Plattform Brave One Entwickler, die vielversprechende Innovationen vorweisen können, zu fördern.“
„Deutschland und die Ukraine sind strategische Partner, die beide von der Kooperation profitieren. Daraus ergeben sich zahlreiche neue Projekte“, sagte der Minister. „Im Fokus steht die gemeinsame Entwicklung modernster unbemannter Systeme in allen Reichweiten, gerade auch im Bereich Deep strike. So stärken wir die Sicherheit unserer Länder.“
Als Deep strike wird die Fähigkeit bezeichnet, wichtige Angriffsziele weit im Hinterland eines gegnerischen Landes zu zerstören. Die europäischen Nato-Partner haben im Bereich der weitreichenden Waffen noch sogenannte Fähigkeitslücken. Pistorius hält es für nötig, dass die Nato-Staaten diese schnellstmöglich schließen.
Pistorius sagte, die Bundesregierung strebe weitere deutsch-ukrainische Gemeinschaftsunternehmen („Joint Ventures“) an. „Dabei profitieren wir von den Erfahrungen der Ukrainer auf dem Gefechtsfeld. Außerdem planen wir, über die Plattform Brave One Entwickler, die vielversprechende Innovationen vorweisen können, zu fördern.“
Boris Pistorius ist zu Gesprächen über einen Ausbau der Rüstungskooperation mit der Ukraine nach Kiew gereist. Foto: Kay Nietfeld/dpa
Selenskij kritisiert russische Missachtung der Feuerpause
Trotz einer aktuell geltenden Feuerpause setzen russische Truppen nach den Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij Angriffe „in den für sie entscheidenden Richtungen“ fort. In seiner abendlichen Videoansprache sagte Selenskij, dass Russland in den vergangenen 24 Stunden rund 150 Angriffsaktionen gestartet habe. „Das heißt, an der Front hält sich die russische Armee nicht an die Waffenruhe und versucht es auch nicht besonders.“ Auch das russische Militär wirft der Gegenseite fortwährende Provokationen und Angriffe vor.
Nach Vermittlung von US-Präsident Donald Trump hatten sich Russland und die Ukraine auf eine dreitägige Feuerpause aus Anlass der Feierlichkeiten in Russland zum Jahrestag des Sieges im Zweiten Weltkrieg geeinigt. Die Vereinbarung gilt bis einschließlich Montag. Sollte Russland dann beschließen, „zu einem umfassenden Krieg zurückzukehren“, werde die Ukraine umgehend reagieren und in gleicher Weise antworten, sagte Selenskij.
Nach Vermittlung von US-Präsident Donald Trump hatten sich Russland und die Ukraine auf eine dreitägige Feuerpause aus Anlass der Feierlichkeiten in Russland zum Jahrestag des Sieges im Zweiten Weltkrieg geeinigt. Die Vereinbarung gilt bis einschließlich Montag. Sollte Russland dann beschließen, „zu einem umfassenden Krieg zurückzukehren“, werde die Ukraine umgehend reagieren und in gleicher Weise antworten, sagte Selenskij.
Nach Waffenruhe: Moskau erwartet US-Vermittler „bald“
Der Kreml erwartet nach der US-Vermittlung einer dreitägigen Waffenruhe nun auch eine baldige Wiederaufnahme der Verhandlungen über eine Beendigung des Krieges in der Ukraine. „Schon ziemlich bald“ kämen der US-Unterhändler Steve Witkoff und Präsident Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner zu Gesprächen wieder nach Moskau, sagte der für die Verhandlungen zuständige Kremlbeauftragte Juri Uschakow dem russischen Staatsfernsehen. Ein Datum nannte er nicht.
Uschakow erklärte, dass durch zweitägige und „nicht einfache“ telefonische Kontakte mit der US-Seite die noch bis Montag laufende Waffenruhe zwischen Moskau und Kiew erreicht worden sei. Witkoff und Kushner hatten mehrfach die Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien geführt. Ein Durchbruch blieb aus.
Die US-Vermittler seien zudem mit dem Krieg im Nahen Osten beschäftigt gewesen, sagte Uschakow. Er machte einmal mehr deutlich, dass Russland zur Beendigung des Krieges bereit sei, wenn die Ukraine ihre Streitkräfte aus dem Donbass abziehe. „Sie wissen in der Ukraine, dass sie das tun müssen – und sie werden es früher oder später ohnehin machen“, meinte Uschakow.
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hatte diese Bedingung Moskaus stets kategorisch abgelehnt. Dabei geht es vor allem um das Gebiet Donezk, das Russland größtenteils besetzt hat. Moskaus Truppen gelingt es bisher nicht, in die für Kiew strategisch wichtigen Städte wie Kramatorsk und Slowjansk vorzudringen. Selenskij weist die Kreml-Forderung zurück, die Städte kampflos aufzugeben.
Uschakow erklärte, dass durch zweitägige und „nicht einfache“ telefonische Kontakte mit der US-Seite die noch bis Montag laufende Waffenruhe zwischen Moskau und Kiew erreicht worden sei. Witkoff und Kushner hatten mehrfach die Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien geführt. Ein Durchbruch blieb aus.
Die US-Vermittler seien zudem mit dem Krieg im Nahen Osten beschäftigt gewesen, sagte Uschakow. Er machte einmal mehr deutlich, dass Russland zur Beendigung des Krieges bereit sei, wenn die Ukraine ihre Streitkräfte aus dem Donbass abziehe. „Sie wissen in der Ukraine, dass sie das tun müssen – und sie werden es früher oder später ohnehin machen“, meinte Uschakow.
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hatte diese Bedingung Moskaus stets kategorisch abgelehnt. Dabei geht es vor allem um das Gebiet Donezk, das Russland größtenteils besetzt hat. Moskaus Truppen gelingt es bisher nicht, in die für Kiew strategisch wichtigen Städte wie Kramatorsk und Slowjansk vorzudringen. Selenskij weist die Kreml-Forderung zurück, die Städte kampflos aufzugeben.
Die US-Sondergesandten Steve Witkoff (re.) und Jared Kushner (2. v. li.) und der außenpolitische Berater des russischen Präsidenten, Juri Uschakow (li.), vor einem Treffen mit Wladimir Putin im Dezember 2025 in Moskau (Archivbild). Kristina Kormilitsyna/Sputnik, K, AP
Ukraine und Russland werfen sich Bruch der Waffenruhe vor
Russland und die Ukraine haben sich gegenseitig den Bruch der von den USA vermittelten Feuerpause vorgeworfen. Der ukrainische Generalstab teilte mit, in den vergangenen 24 Stunden habe es 147 Gefechte an der Front gegeben. Regionale Gouverneure berichteten von Toten und Verletzten nach Drohnenangriffen. Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, Russland habe in der Nacht mit 27 Langstreckendrohnen angegriffen. Dies sei eine geringere Zahl als üblich. Die Luftabwehr habe alle Drohnen abgefangen.
Das russische Verteidigungsministerium warf der Ukraine vor, die Waffenruhe durch Drohnen- und Artillerieangriffe auf russische Truppen verletzt zu haben, wie die Nachrichtenagentur Interfax meldete. Die russischen Streitkräfte hätten in den vergangenen 24 Stunden 57 ukrainische Drohnen abgeschossen. Das Ministerium teilte weiter mit, Moskau halte sich an die Feuerpause. Die russischen Truppen hätten jedoch auf die ukrainischen Aktionen in gleicher Weise reagiert und Angriffe mit Mehrfachraketenwerfern und Mörsern ausgeführt.
Russland und die Ukraine hatten einer von den USA vermittelten Waffenruhe über drei Tage von Samstag bis Montag zugestimmt. Die Vereinbarung sollte zudem den Austausch von jeweils 1000 Kriegsgefangenen umfassen.
Das russische Verteidigungsministerium warf der Ukraine vor, die Waffenruhe durch Drohnen- und Artillerieangriffe auf russische Truppen verletzt zu haben, wie die Nachrichtenagentur Interfax meldete. Die russischen Streitkräfte hätten in den vergangenen 24 Stunden 57 ukrainische Drohnen abgeschossen. Das Ministerium teilte weiter mit, Moskau halte sich an die Feuerpause. Die russischen Truppen hätten jedoch auf die ukrainischen Aktionen in gleicher Weise reagiert und Angriffe mit Mehrfachraketenwerfern und Mörsern ausgeführt.
Russland und die Ukraine hatten einer von den USA vermittelten Waffenruhe über drei Tage von Samstag bis Montag zugestimmt. Die Vereinbarung sollte zudem den Austausch von jeweils 1000 Kriegsgefangenen umfassen.
Bundesregierung weist Putins Schröder-Vorschlag als "Scheinangebot" zurück
Die Bundesregierung hat einen Vorschlag des russischen Präsidenten Wladimir Putin für eine Vermittlerrolle von Altkanzler Gerhard Schröder im Ukraine-Krieg zurückgewiesen. Das Angebot reihe sich in eine Serie von Scheinangeboten ein und sei Teil der bekannten hybriden Strategie Russlands, verlautete am Sonntag aus Regierungskreisen in Berlin. Deutschland und Europa ließen sich dadurch nicht spalten. Die Verhandlungsoption sei nicht glaubwürdig, da Russland seine Bedingungen nicht geändert habe. Ein erster Test für die Glaubwürdigkeit wäre demnach eine Verlängerung der Waffenruhe durch Russland.
In Deutschland steht Schröder wegen seiner Nähe zu Putin und seiner Tätigkeit für russische Energiekonzerne seit Jahren in der Kritik. Diese verschärfte sich nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022. Mehrere Anträge auf einen Ausschluss aus der SPD scheiterten jedoch. Der heute 82-Jährige war von 1998 bis 2005 Kanzler einer Koalition aus SPD und Grünen und pflegt seitdem eine persönliche Freundschaft mit Putin.
In Deutschland steht Schröder wegen seiner Nähe zu Putin und seiner Tätigkeit für russische Energiekonzerne seit Jahren in der Kritik. Diese verschärfte sich nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022. Mehrere Anträge auf einen Ausschluss aus der SPD scheiterten jedoch. Der heute 82-Jährige war von 1998 bis 2005 Kanzler einer Koalition aus SPD und Grünen und pflegt seitdem eine persönliche Freundschaft mit Putin.
Russischer LNG-Tanker lädt offenbar sanktioniertes Gas
Ein Flüssigerdgas-Tanker unter russischer Flagge hat offenbar Gas aus dem von den USA sanktionierten Projekt Arctic LNG 2 geladen. Die Merkuriy, die erst kürzlich auf Russland umgeflaggt und an eine unbekannte Firma übertragen wurde, legte laut Schiffsdaten neben der sanktionierten schwimmenden Speichereinheit Saam nahe Murmansk an.
Der Vorgang deutet darauf hin, dass Moskau seine Schattenflotte ausbaut, um westliche Sanktionen zu umgehen und mehr LNG nach Asien zu exportieren. Die Nachfrage dort ist hoch, auch weil die Schließung der Straße von Hormus die globalen Lieferungen belastet und die Preise steigen lässt. Drei weitere frühere omanische Tanker unter russischer Flagge sind den Daten zufolge ebenfalls auf dem Weg in die Arktis.
Lesen Sie hier mehr über die Hintergründe zur russischen Schattenflotte:
Lesen Sie hier mehr über die Hintergründe zur russischen Schattenflotte:

