Liveblog zum Krieg in der UkraineSöldnertruppe Wagner will keine Häftlinge mehr rekrutieren

Jewgenij Prigoschin, Leiter der Wagner-Gruppe. Seine Truppe war zuletzt vor allem an verlustreichen Kämpfen im Donbass beteiligt.
Jewgenij Prigoschin, Leiter der Wagner-Gruppe. Seine Truppe war zuletzt vor allem an verlustreichen Kämpfen im Donbass beteiligt. dpa

Sie stellten zwischenzeitlich den größten Teil der Kämpfer und wurden in blutige Gefechte geschickt. Der Satelliteninternetdienst Starlink von Elon Musk will nicht länger für Drohnen-Attacken genutzt werden.

Dieser Liveblog ist archiviert und wird nicht mehr aktualisiert. Die aktuelle Berichterstattung finden Sie auf unserer Themenseite zum Krieg in der Ukraine .

Wichtige Updates
Bundestagspräsidentin Klöckner besucht erstmals Kiew 
Ukraine greift Raketenfabrik in russischem Brjansk an  
Selenskij: Geldtransporter-Beschlagnahmung durch Ungarn ist "Banditentum" 
Nach Trumps Vorstoß: Merz und EU lehnen Lockerung der Sanktionen gegen Russland ab  
Ostukraine: Tote nach russischen Bomben auf Slowjansk

Klöckner spricht im ukrainischen Parlament in Kiew

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat als erste ranghohe Vertreterin Deutschlands eine Rede im ukrainischen Parlament, der Werchowna Rada, gehalten. „Jeder Sitzungstag in der Rada ist übrigens eine Botschaft auch an den russischen Präsidenten (Wladimir Putin), der für Freiheit und Demokratie nur Verachtung übrig hat. Ihre Botschaft ist: Die Ukraine lässt sich ihre politische Freiheit nicht nehmen, egal von wem“, sagte die CDU-Politikerin.

Klöckner versicherte, dass die Ukraine trotz des Iran-Krieges nicht aus dem Blick gerate. Zudem sagte sie: „Ihr Parlament steht exemplarisch für den demokratischen Widerstand Europas.“
Ihr Parlament steht exemplarisch für den demokratischen Widerstand Europas
Julia Klöckner im ukrainischen Parlament
An Moskau gerichtet erteilte die Bundestagspräsidentin den vom Kreml geforderten Gebietsabtretungen in der Ost- und Südukraine eine Absage: „Es ist nicht die Ukraine, die etwas aufgeben muss, sondern es ist Russland!“ Sie sicherte Kiew auch den Rückhalt des Bundestages bei anstehenden Entscheidungen über Sicherheitsgarantien für das Land zu.

Zuvor hatte Klöckner in einer Pressekonferenz bereits die neue internationale Lage um den Iran-Krieg angesprochen. „Natürlich haben wir gesehen, dass innerhalb kürzester Zeit Patriot-Raketen im Iran eingesetzt worden sind, die nahezu in diesen vier Jahren nicht zur Verfügung standen und die die Ukraine gebraucht hätte“, sagte sie der Nachrichtenagentur dpa. Es gebe aktuell bei den Unterstützern sehr viel Sorge, ob diese noch selbst genügend dieser Flugabwehrraketen zur Verfügung haben, da nicht genügend produziert würden. Bedauernd meinte sie rückblickend: „Manchmal wäre es besser gewesen, das Engagement, was wir heute an den Tag legen, bereits am Anfang schon geleistet zu haben.“
Julia Klöckner spricht als erste Vertreterin Deutschlands in der Werchowna Rada.
Julia Klöckner spricht als erste Vertreterin Deutschlands in der Werchowna Rada. Foto: Sina Schuldt/dpa

Delegation aus Ungarn und der Slowakei will Druschba-Pipeline in der Ukraine prüfen

Ungarn und die Slowakei entsenden eine Gruppe von Experten in die Ukraine, um den Ausfall der Druschba-Pipeline zu untersuchen. Ziel sei es, den Zustand der Leitung zu bewerten und die ​Voraussetzungen für eine Wiederaufnahme der Ölflüsse zu schaffen, teilte der stellvertretende ungarische Energieminister Gábor Czepek mit. Die Slowakei werde sich an der vierköpfigen Delegation beteiligen. 

Über die ⁠Leitung versorgt Russland seit den 1960er Jahren Ungarn und die Slowakei mit Öl. Der Transport ist seit dem 27. Januar allerdings unterbrochen. An dem Lieferstopp hat sich ein Streit entzündet, der zu Ungarns Blockade von EU-Hilfen für ​die Ukraine ​im Krieg gegen Russland führte.

Lernen von der Front: Ukrainische Soldaten schulen Bundeswehr 

Die ​Bundeswehr holt sich für die Vorbereitung auf einen möglichen russischen Angriff auf die Nato ukrainische Ausbilder ins Land. Man habe hohe ​Erwartungen, sagte der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, in einem am ⁠Mittwoch veröffentlichten Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. "Die ukrainische Armee ist aktuell die einzige der Welt ​mit Fronterfahrung ​gegen Russland." Deutschland und die Ukraine ‌hatten sich im vergangenen Monat darauf ‌verständigt, dass Militärausbilder an deutsche Heeresschulen entsendet werden.

Freuding verwies auf Einschätzungen westlicher Geheimdienste, wonach Russland ​bis 2029 ​zu einem großangelegten Angriff auf das ​Nato-Bündnis bereit sein könnte. "Das ist quasi übermorgen. Wir haben keine Zeit", sagte Freuding. Die ukrainischen Ausbilder sollen ihre ‌Expertise in den Bereichen Artillerie, Pionierwesen, gepanzerte Operationen und Drohneneinsatz einbringen. Der ‌erste Lehrgang umfasse ‌eine mittlere zweistellige Zahl an ukrainischen Soldaten.

Seit ​der russischen Invasion 2022 hat Deutschland ukrainische Streitkräfte an Waffen ​wie etwa dem Schützenpanzer Marder und dem ‌Kampfpanzer Leopard ausgebildet. Dass die Ukrainer nun als Ausbilder nach Deutschland kämen, spiegele eine "Sicherheitspartnerschaft auf Augenhöhe" wider, sagte Freuding. Russland hat wiederholt erklärt, keinen Angriff auf die ⁠Nato zu planen. Allerdings hatte Moskau auch bis kurz vor seinem Einmarsch in die Ukraine bestritten, das Land angreifen zu wollen.

Bürgermeister: Zwei Tote bei russischem Drohnenangriff auf Charkiw

Bei einem russischen ⁠Drohnenangriff auf Charkiw sind nach Angaben des Bürgermeisters zwei Menschen ums Leben gekommen. Eine russische ​Drohne habe ​ein ziviles Unternehmen in der Stadt getroffen, teilte ‌Ihor Terechow auf Telegram mit. „Leider gibt es vorläufige Informationen über zwei Tote.“ Vier weitere Personen ​seien verletzt worden.

Bundestagspräsidentin Klöckner besucht erstmals Kiew 

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner ist zu ihrem ersten Besuch in Kiew eingetroffen. Die CDU-Politikerin möchte dem ukrainischen Parlament die Solidarität Deutschlands im fünften Jahr der russischen Invasion übermitteln sowie sich über Herausforderungen der Energieversorgung und Fähigkeiten in der Drohnenabwehr informieren. Am Bahnsteig in der ukrainischen Hauptstadt empfing sie der ukrainische Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk. Aus Sicherheitsgründen war die Reise mit dem Nachtzug vorab nicht angekündigt worden. Es wird erwartet, dass Klöckner als erste Vertreterin Deutschlands eine Rede im Parlament, der Werchowna Rada, halten wird. Geplant ist zudem ein Gespräch mit Präsident Wolodimir Selenskij.

„Gerade jetzt, wo sich viel Aufmerksamkeit auf die Lage in Nahost richtet, dürfen wir den Blick für den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine nicht verlieren“, sagte Klöckner. Für sie sei es „eine große Ehre und eine sehr berührende Geste“, im ukrainischen Parlament sprechen zu dürfen.

Parlamentspräsident Stefantschuk hatte seine deutsche Kollegin im November bei der Parlamentarischen Konferenz der Krim-Plattform in Stockholm mit dem Verdienstorden 1. Klasse des Fürsten Jaroslaw des Weisen ausgezeichnet. Diese Ehrung gab es auch für Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD).

Wie Außenminister Johann Wadephul (CDU) diese Woche ankündigte, stellt Deutschland der Ukraine angesichts anhaltender russischer Angriffe auf die Energieinfrastruktur des Landes weitere über 200 Millionen Euro zur Verfügung. Mit dem Geld sollen unter anderem Aufklärungsdrohnen finanziert und der Zivilschutz unterstützt werden. Für die Bundeswehr sind die Erfahrungen, die in der Ukraine an der Front gesammelt werden, relevant – auch mit Blick auf den Aufbau eigener Drohnen-Kapazitäten.
Julia Klöckner kommt am Morgen mit dem Sonderzug auf dem Bahnhof der ukrainischen Hauptstadt an und wird vom Parlamentspräsidenten der Ukraine, Ruslan Stefantschuk, begrüßt.
Julia Klöckner kommt am Morgen mit dem Sonderzug auf dem Bahnhof der ukrainischen Hauptstadt an und wird vom Parlamentspräsidenten der Ukraine, Ruslan Stefantschuk, begrüßt. Foto: Sina Schuldt/dpa

Ukraine greift Raketenfabrik in russischem Brjansk an  

Die ukrainischen Streitkräfte haben nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenskij eine russische Raketenfabrik in Brjansk angegriffen. Der Betrieb stelle Kontrollsysteme für alle von Russland eingesetzten Raketentypen her, teilte Selenskij Reportern auf Whatsapp mit. Der Gouverneur der Region, Alexander Bogomas, bestätigt einen Raketenangriff auf die Stadt im Südwesten Russlands. Sechs Zivilisten seien ums Leben gekommen und 37 weitere verletzt worden, schrieb Bogomas auf Telegram. Er warf der Ukraine Terror vor. Brjansk liegt nur knapp 100 Kilometer von der Grenze entfernt.

Selenskij sprach von völlig gerechtfertigten Reaktionen. Eine der wichtigsten russischen Militärfabriken in Brjansk sei getroffen worden. Die Fabrik stelle Elektronik und Teile für russische Raketen her. Mit den Raketen greife Russland Städte, Dörfer und die Zivilbevölkerung der Ukraine an. „Wir verteidigen uns“, sagte Selenskij.

Selenskij: Geldtransporter-Beschlagnahmung durch Ungarn ist "Banditentum" 

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij wirft Ungarn im Zusammenhang mit einem beschlagnahmten Geldtransporter "Banditentum" vor. Hintergrund sei die Beschlagnahmung eines ukrainischen Geldtransporters mit Bargeld und Gold im Wert von mehreren zehn Millionen Dollar, schreibt Selenskij Reportern über den Kurznachrichtendienst Whatsapp. Zudem sei die ukrainische ​Besatzung vorübergehend festgenommen worden. Er habe die europäischen Staats- und Regierungschefs aufgefordert, zu dem Vorgehen Ungarns nicht zu schweigen. 

Zwischen Ungarn und der Ukraine gibt es seit einiger Zeit heftigen Streit. Ungarn fordert von der Ukraine die Reparatur einer Pipeline, damit russisches Öl in das Land fließen kann. Um dies gegen den Widerstand der Ukraine zu erreichen, blockiert Ungarn einen wichtigen EU-Kredit für Kiew. 

Selenskij: Neue Runde Friedensgespräche in der kommenden Woche

Die nächste Runde der von den USA vermittelten Friedensgespräche zwischen der Ukraine und Russland ist nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenskij auf kommende Woche verschoben worden. Themen sollen ein Gefangenenaustausch sowie ein mögliches Gipfeltreffen der Staatschefs sein, teilt Selenskij Reportern über den Kurznachrichtendienst Whatsapp mit.  

Nach Trumps Vorstoß: Merz und EU lehnen Lockerung der Sanktionen gegen Russland ab  

Bundeskanzler Friedrich ​Merz lehnt eine Lockerung der Sanktionen gegen Russland wegen weltweit steigender Ölpreise ab. "Ich teile die Hoffnung des amerikanischen Präsidenten, dass dieser ​Krieg schnell zu Ende geht", sagte Merz in Berlin. "Und ⁠wenn er schnell zu Ende geht, dann werden wir auch relativ schnell eine Normalisierung wieder an ​den Ölmärkten ​und Energiemärkten sehen", fügte der Kanzler ‌hinzu. "Deswegen gibt es aus unserer Sicht, ‌auch aus meiner Sicht, keine Veranlassung, über eine Lockerung der Sanktionen gegen Russland nachzudenken." 
Vor ​die Wahl gestellt, ​Sanktionen oder Solidarität, dann steht ​unsere Haltung fest: Wir stehen auf der Seite der Ukraine und sind auch bereit, notfalls eine solche ‌Phase durchzustehen.
Kanzler Merz
Die Hilfe für die Ukraine dürfe nicht unterbrochen werden. ‌Russland werde sich ‌nur bewegen, wenn man den Druck ​auf die Regierung in Moskau erhöhe, so der Kanzler. 

Auch die EU widerspricht Trump. „Aus Sicht der Europäischen Union ist die Lage sehr klar. Wir müssen weiterhin maximalen Druck auf Russland ausüben“, sagte EU-Kommissar Valdis Dombrovskis nach einem EU-Finanzministertreffen in Brüssel. Da der derzeitige Anstieg der Öl- und Gaspreise infolge des Iran-Kriegs Russland unerwartete Zusatzeinnahmen verschaffen könnte, sei es wichtig, den bestehenden westlichen Preisdeckel für russisches Öl strikt durchzusetzen. Es gehe darum, Russlands Einnahmen zu begrenzen, betonte er.

Trump hatte zuvor am Montag kurz nach einem Telefonat mit Kremlchef Wladimir Putin erklärt, die USA setzten „bestimmte ölbezogene Sanktionen aus, um die Preise zu senken“. Dies werde er tun, bis sich die Lage beruhigt habe. Eventuell sei es anschließend auch nicht mehr nötig, die Restriktionen wieder in Kraft zu setzen, fügte er hinzu. Trump sagte nicht, welche Länder konkret er von den Sanktionen befreien wolle. 

Ostukraine: Tote nach russischen Bomben auf Slowjansk

Durch russische Gleitbomben sind im Zentrum der ostukrainischen Stadt Slowjansk mindestens vier Menschen getötet worden. Weitere 16 seien verletzt worden, teilte der Chef der Militärverwaltung, Wadym Ljach, auf Facebook mit. Insgesamt seien drei russische Bomben eingeschlagen. Den Angaben nach wurden zudem sechs Wohnhäuser und zehn Autos beschädigt. Unter den Verletzten befinde sich ‌ein 14-jähriges Mädchen 

Die russisch-ukrainische Frontlinie ist noch etwa 20 Kilometer von der Stadt im Gebiet Donezk entfernt.

Bericht: Pistorius besorgt 30 „Patriot“-Raketen für die Ukraine

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat laut einem Spiegel-Bericht von Partnern 30 zusätzliche Patriot-Flugabwehrraketen für die Ukraine organisiert. Zusammen mit fünf weiteren der weltweit knappen Hightech-Raketen vom Typ PAC-3 aus Bundeswehrbeständen sollen damit nun 35 der Abfangraketen in die Ukraine geliefert werden.

Pistorius hatte im Februar nach Beratungen am Rande eines Nato-Treffens in Brüssel erklärt, Deutschland werde fünf weitere Lenkflugkörper für Patriot-Systeme in der Ukraine liefern, wenn andere Unterstützerstaaten zusammen insgesamt 30 davon spendeten. Er sei sehr optimistisch, dass man die „30 plus 5“ erreiche, sagte der SPD-Politiker. Und: „Wir alle wissen, dass es darum geht, Leben zu retten. Es ist eine Frage von Tagen und nicht von Wochen oder Monaten.“

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte der Nachrichtenagentur dpa auf Anfrage, Deutschland komme dem von Pistorius gemachten Vorschlag „vollumfänglich nach“. Es sei gelungen, eine weitere Anzahl der mit dieser Initiative beabsichtigten Bereitstellung von PAC-3 zusammenzubekommen, die sich nahe an der geplanten Zielmarke befinde und der Ukraine zur Abwehr der anhaltenden russischen Luftangriffe mit dem Hochwert-Luftverteidigungssystem Patriot zur Verfügung gestellt werden könne.

Wegen des hohen Verbrauchs von Patriot-Raketen zur Abwehr der iranischen Angriffe auf US-Basen im Nahen Osten seien die Bestände dünner denn je, schreibt der Spiegel. Experten schätzten, dass die Ukraine jeden Monat um die 60 Patriot-Lenkflugkörper benötige, um die eigene Flugabwehr aufrechtzuhalten.

Ukrainischer General: Gebiet Dnipropetrowsk fast komplett unter eigener Kontrolle

Infolge von Gegenangriffen ist die Region Dnipropetrowsk in der Südostukraine nach ukrainischen Militärangaben beinahe komplett wieder unter Kontrolle Kiews. Drei kleinere Siedlungen seien noch in russischer Hand und zwei weitere müssten überprüft werden, sagte der im Kiewer Generalstab arbeitende General Oleksandr Komarenko in einem Interview der Nachrichtenagentur RBK Ukraine.

Aufgrund der ukrainischen Vorstöße gebe es für den Februar eine positive Dynamik. „Es wurde mehr Territorium befreit, als verloren“, sagte Komarenko. Mehr als 400 Quadratkilometer seien zurückerobert worden. Die Gesamtlage sei weiter „schwierig, aber kontrollierbar“.

Seit mehreren Wochen laufen in den Gebieten Saporischschja und Dnipropetrowsk ukrainische Gegenangriffe. Die Führung in Kiew betont die Erfolge. Einige ukrainische Militärbeobachter bewerten die Fortschritte allerdings zurückhaltender.

Mindestens 14 Verletzte in der Ukraine durch Drohnen

Durch russische Drohnenangriffe sind in der Ukraine nach Behördenangaben mindestens 14 Menschen verletzt worden. In der Großstadt Dnipro im Süden sei ein Wohnblock beschädigt worden, teilte der Gouverneur des Gebietes Dnipropetrowsk, Oleksandr Hanscha, auf Telegram mit. Zehn Menschen, darunter ein zwölfjähriger Junge, seien verletzt worden. Schäden habe es auch an einem Verwaltungsgebäude gegeben.

In der Großstadt Charkiw im Osten der Ukraine wurden vier Menschen verletzt, als Drohnen einen Stadtteil mit Einfamilienhäusern trafen, wie Bürgermeister Ihor Terechow mitteilte.

Die ukrainische Luftwaffe ortete nach eigenen Angaben in der Nacht 137 angreifende Drohnen aus Russland. 122 von ihnen seien abgefangen worden. An zehn Orten habe es aber Einschläge gegeben.

Das russische Militär in Moskau wiederum teilte mit, in der Nacht seien 17 ukrainische Drohnen abgefangen worden.
Rettungskräfte löschen das Feuer in einem Wohnviertel nach einem russischen Drohnenangriff in Charkiw.
Rettungskräfte löschen das Feuer in einem Wohnviertel nach einem russischen Drohnenangriff in Charkiw. Andrii Marienko/AP via dpa

Trump und Putin sprechen über Kriege in Iran und in der Ukraine

US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin haben über die Kriege in Iran und der Ukraine gesprochen. Das Telefonat habe eine Stunde gedauert und sei sachlich, offen und konstruktiv gewesen, teilte Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow in einem vom Kreml veröffentlichten Kommentar mit. Trump habe angerufen.
Ich sagte, du könntest noch hilfreicher sein, wenn du die Ukraine in Ordnung bringst.
Donald Trump zum Telefonat mit Wladimir Putin
Putin habe Überlegungen für eine baldige politisch-diplomatische Lösung für den Iran-Krieg geäußert, unter Berücksichtigung der Kontakte zu den Führungen der Golfstaaten, dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian und weiterer Staaten, hieß es von russischer Seite. Trump sagte wenig später über das Telefonat, Putin wolle im Krieg mit Iran hilfreich sein. "Ich sagte, du könntest noch hilfreicher sein, wenn du die Ukraine in Ordnung bringst."

Zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij und Putin herrsche enormer Hass, sagte Trump. Doch es sei ein sehr gutes Gespräch mit Putin gewesen. 

Streit geht weiter: Kiew bestellt ungarischen Botschafter ein

Nach der Beschlagnahmung eines ukrainischen Geldtransporters in Ungarn und der Festnahme von sieben Begleitern hat das ukrainische Außenministerium den ungarischen Botschafter einbestellt. In einer Protestnote warf Kiew Budapest unter anderem Verstöße gegen die Europäische Menschenrechtskonvention im Umgang mit ukrainischen Staatsbürgern vor, wie die Behörde mitteilte. Ungarn werden illegale Festnahme, Einschüchterung und übermäßige Gewaltanwendung vorgeworfen.

Die ungarische Polizei hatte in der vergangenen Woche zwei Geldtransporter mit sieben Mitarbeitern der staatlichen ukrainischen Sparkasse kurzzeitig festgesetzt und Geldwäschevorwürfe erhoben. Trotz eines offiziellen Antrags sei ukrainischen Konsularbeamten kein Zugang zu den Festgenommenen gewährt worden, hieß es nun aus dem Kiewer Außenministerium.

Hintergrund des Skandals ist der Streit zwischen Ungarn und der Ukraine um Öllieferungen aus Russland. Diese liefen bis zuletzt über die Pipeline Druschba auch über ukrainisches Gebiet. Nach einer Beschädigung der Pipeline infolge russischer Angriffe forderte die kurz vor einer kritischen Parlamentswahl stehende Regierung in Budapest Kiew zur schnellen Reparatur und Wiederaufnahme des Transits auf. Der ukrainischen Darstellung nach ist eine schnelle Reparatur nicht möglich, was in Ungarn – und auch der benachbarten Slowakei – auf Unglauben stößt.
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