Dieser Liveblog ist archiviert und wird nicht mehr aktualisiert. Die aktuelle Berichterstattung finden Sie auf unserer Themenseite zum Krieg in der Ukraine .
Wichtige Updates
EU verhängt Sanktionen gegen russische Drohnenhersteller
Selenskij meldet zerstörten „Tu-95“-Bomber
Tote und Verletzte in der Ukraine – Beschuss von russischen Schiffen im Schwarzen Meer
Selenskij schlägt Geheimdienstmann als neuen Verteidigungsminister vor
Tausende demonstrieren gegen die Entlassung des Verteidigungsministers
Proteste für entlassenen Verteidigungsminister halten an
In Kiew und anderen Städten der Ukraine gibt es den dritten Tag in Folge Proteste gegen die Personalpolitik von Präsident Wolodimir Selenskij. Die Demonstranten fordern die Wiedereinsetzung des entlassenen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow, wie die staatliche Nachrichtenagentur Ukrinform meldete. Viele verlangten auch eine Entlassung des Oberkommandierenden der Armee, Olexander Syrskyj.
Als neuen Verteidigungsminister will der Präsident den bisherigen kommissarischen Chef des Geheimdienstes SBU, Jewhenij Chmara, nominieren. Der neue Regierungschef Serhij Korezkyj ernannte Chmara gemäß einer Mitteilung zunächst geschäftsführend zum Leiter des Verteidigungsressorts.
Als neuen Verteidigungsminister will der Präsident den bisherigen kommissarischen Chef des Geheimdienstes SBU, Jewhenij Chmara, nominieren. Der neue Regierungschef Serhij Korezkyj ernannte Chmara gemäß einer Mitteilung zunächst geschäftsführend zum Leiter des Verteidigungsressorts.
Jewhenij Chmara ist der Wunschkandidat Selenskijs für den Posten des Verteidigungsministers. via REUTERS
Der mit der Vorgängerregierung entlassene Außenminister Andrij Sybiha wurde ebenso kommissarisch wieder als Chef des Auswärtigen Amtes eingesetzt. Für ihre vollwertige Ernennung muss Selenskij noch ihre Kandidaturen im Parlament einreichen und sie durch die Abgeordneten bestätigen lassen.
Frachter bei russischem Raketenangriff auf Odessa beschädigt
Bei russischen Raketenangriffen auf das südukrainische Gebiet Odessa ist ein Frachtschiff beschädigt worden. Vier Mitglieder der 17-köpfigen Besatzung seien verletzt worden, teilte der Militärgouverneur der Region, Oleh Kiper, bei Telegram mit. Das Schiff ist demnach unter der Flagge der Marschallinseln gefahren. Zuvor sei auch „industrielle Infrastruktur“ angegriffen worden. Den Angaben nach wurden dabei ein Verwaltungs- und ein Lagergebäude und mehr als ein Dutzend Autos beschädigt.
Dem Verteidigungsministerium in Moskau zufolge wurden zwei Häfen in der Region Odessa vom russischen Militär angegriffen. Eine Attacke auf den Hafen Piwdennyj galt demzufolge einem Frachter mit Gütern für die ukrainische Armee. Im Hafen Odessa selbst seien wiederum Treibstofftanks das Ziel gewesen. Zusätzlich seien noch vier Frachtschiffe im Hafen Mykolajiw in der Nachbarregion angegriffen worden. Dafür gab es keine Bestätigung von ukrainischer Seite.
Dem Verteidigungsministerium in Moskau zufolge wurden zwei Häfen in der Region Odessa vom russischen Militär angegriffen. Eine Attacke auf den Hafen Piwdennyj galt demzufolge einem Frachter mit Gütern für die ukrainische Armee. Im Hafen Odessa selbst seien wiederum Treibstofftanks das Ziel gewesen. Zusätzlich seien noch vier Frachtschiffe im Hafen Mykolajiw in der Nachbarregion angegriffen worden. Dafür gab es keine Bestätigung von ukrainischer Seite.
Ex-Kreml-Propagandist nach Putin-Kritik festgenommen
Der durch seine scharfe Kritik am russischen Präsidenten Wladimir Putin bekannt gewordene Ex-Kreml-Propagandist Ilja Remeslo wurde festgenommen. Russische Medien veröffentlichten ein Video des am Boden liegenden und nur mit Unterhose bekleideten Bloggers. Zuvor hatte die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Ermittler von der Festnahme berichtet. Remeslo sei wegen des Vorwurfs der Verbreitung von Falschnachrichten über die russische Armee festgenommen worden, hieß es.
Remeslo werde von seinem Wohnort St. Petersburg in die Hauptstadt Moskau überführt, teilte sein Anwalt Sergej Badamschin mit. Dort ordnete ein Gericht gemäß einer Mitteilung Untersuchungshaft von knapp zwei Monaten an. Im März hatte Remeslo Kremlchef Putin als Dieb, Kriegsverbrecher und als illegitimen Präsidenten bezeichnet. Er beklagte auch eine politische und wirtschaftliche Sackgasse, in die Putin das Land mit dem Ukraine-Krieg geführt habe.
Daraufhin wurde er überraschend in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Bis dahin hatte sich Remeslo vor allem als Unterstützer der Kreml-Politik und als Denunziant der russischen Opposition einen Namen gemacht. Nach seiner Entlassung aus der Klinik setzte er seine Kritik an Putin und den Zuständen in Russland fort – und sorgte bei vielen Kommentatoren für Verwunderung, dass der Machtapparat ihm das durchgehen ließ.
Remeslo werde von seinem Wohnort St. Petersburg in die Hauptstadt Moskau überführt, teilte sein Anwalt Sergej Badamschin mit. Dort ordnete ein Gericht gemäß einer Mitteilung Untersuchungshaft von knapp zwei Monaten an. Im März hatte Remeslo Kremlchef Putin als Dieb, Kriegsverbrecher und als illegitimen Präsidenten bezeichnet. Er beklagte auch eine politische und wirtschaftliche Sackgasse, in die Putin das Land mit dem Ukraine-Krieg geführt habe.
Daraufhin wurde er überraschend in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Bis dahin hatte sich Remeslo vor allem als Unterstützer der Kreml-Politik und als Denunziant der russischen Opposition einen Namen gemacht. Nach seiner Entlassung aus der Klinik setzte er seine Kritik an Putin und den Zuständen in Russland fort – und sorgte bei vielen Kommentatoren für Verwunderung, dass der Machtapparat ihm das durchgehen ließ.
Der russische Blogger Ilja Remeslo bei einer Anhörung in Moskau. Ihm wird vorgeworfen, Falschinformationen über die Streitkräfte verbreitet zu haben. Courts of general jurisdiction of Moscow/Reuters
EU verhängt Sanktionen gegen russische Drohnenhersteller
Die Europäische Union verhängt Sanktionen gegen eine russische Managerin und fünf Unternehmen wegen deren Beteiligung an der Produktion von Drohnen. Wie der Rat der Europäischen Union mitteilt, richten sich die Maßnahmen gegen Irina Charissowa, die Aufsichtsratsvorsitzende von ABS Electro, sowie gegen fünf Firmen der Unternehmensgruppe.
ABS Electro entwickelt und produziert elektronische Bauteile für den Drohnenkrieg. Die Sanktionen umfassen das Einfrieren von Vermögenswerten und ein Einreiseverbot für Charissowa. Die EU verhandelt zudem über ein 21. Sanktionspaket gegen Russland, das unter anderem Banken, Krypto-Netzwerke und Ölhändler treffen soll.
ABS Electro entwickelt und produziert elektronische Bauteile für den Drohnenkrieg. Die Sanktionen umfassen das Einfrieren von Vermögenswerten und ein Einreiseverbot für Charissowa. Die EU verhandelt zudem über ein 21. Sanktionspaket gegen Russland, das unter anderem Banken, Krypto-Netzwerke und Ölhändler treffen soll.
Selenskij meldet zerstörten „Tu-95“-Bomber
Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenskij einen strategischen Bomber vom Typ Tu-95 auf dem russischen Luftwaffenstützpunkt Engels zerstört.
Bomber vom Typ „Tu-95“ setzt Russland regelmäßig weit im eigenen Hinterland ein, um zivile Ziele wie Energieanlagen in der Ukraine unter Beschuss zu nehmen. Yuri Kochetkov/epa/dpa
Die Basis liegt etwa 800 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Das Militärflugzeug sei von den russischen Streitkräften für Raketenangriffe auf die Ukraine eingesetzt worden, teilt Selenskij auf dem Kurznachrichtendienst X mit. „Wir verteidigen uns gerecht und proaktiv“, erklärt der Präsident.
Tote und Verletzte in der Ukraine – Beschuss von russischen Schiffen im Schwarzen Meer
In der Ukraine sind bei russischen Drohnen- und Raketenangriffen nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenskij erneut mehrere Menschen getötet und verletzt worden. „In Odessa wurden zwei Menschen getötet, als Folge des nächtlichen russischen Raketenangriffs auf ein Wohngebäude“, teilte Selenskij auf der Plattform X mit. Es gebe auch fünf Verletzte. Bei einem Luftangriff in der ebenfalls im Süden gelegenen Region Saporischschja seien zwei Menschen getötet und fünf weitere verletzt worden. Bei einem Drohnenangriff auf die Hafeninfrastruktur der südukrainischen Stadt Mykolajiw sind den Behörden zufolge zwei Menschen getötet worden.
Insgesamt habe Russland Selenskij zufolge in der Nacht mehr als 130 Drohnen eingesetzt. Betroffen gewesen seien mehrere Regionen. Gegen die Region Sumy im Nordosten habe Russland 15 Gleitbomben eingesetzt. Es gebe einen Verletzten. Wohnhäuser und andere zivile Infrastruktur seien beschädigt worden.
Das russische Verteidigungsministerium bestätigte Angriffe auf die Schwarzmeerhäfen Odessa und Tschornomorsk. Dabei sei auf die von den ukrainischen Streitkräften für die Verladung und Lagerung von Rüstungsgütern genutzte Hafeninfrastruktur und auf eine Drohnenproduktionsstätte gezielt worden. In Tschornomorsk sei auch ein Feuerlöschboot getroffen worden. Diese Angaben sind ebenfalls von unabhängiger Seite nicht überprüfbar.
Derweil meldete der Chef der ukrainischen Drohnentruppen, Robert Browdi, den Beschuss von weiteren zwölf russischen Schiffen im Schwarzen Meer. Getroffen wurden demnach neun Frachter, ein Tankschiff, ein Gastransportschiff und ein Schlepper. Insgesamt steige damit die Zahl der seit dem 6. Juli angegriffenen Schiffe auf 159 - im Schwarzen Meer und dem mit ihm verbundenen Asowschen Meer. Von unabhängiger Seite sind diese Angaben nicht überprüfbar.
Insgesamt habe Russland Selenskij zufolge in der Nacht mehr als 130 Drohnen eingesetzt. Betroffen gewesen seien mehrere Regionen. Gegen die Region Sumy im Nordosten habe Russland 15 Gleitbomben eingesetzt. Es gebe einen Verletzten. Wohnhäuser und andere zivile Infrastruktur seien beschädigt worden.
Das russische Verteidigungsministerium bestätigte Angriffe auf die Schwarzmeerhäfen Odessa und Tschornomorsk. Dabei sei auf die von den ukrainischen Streitkräften für die Verladung und Lagerung von Rüstungsgütern genutzte Hafeninfrastruktur und auf eine Drohnenproduktionsstätte gezielt worden. In Tschornomorsk sei auch ein Feuerlöschboot getroffen worden. Diese Angaben sind ebenfalls von unabhängiger Seite nicht überprüfbar.
Derweil meldete der Chef der ukrainischen Drohnentruppen, Robert Browdi, den Beschuss von weiteren zwölf russischen Schiffen im Schwarzen Meer. Getroffen wurden demnach neun Frachter, ein Tankschiff, ein Gastransportschiff und ein Schlepper. Insgesamt steige damit die Zahl der seit dem 6. Juli angegriffenen Schiffe auf 159 - im Schwarzen Meer und dem mit ihm verbundenen Asowschen Meer. Von unabhängiger Seite sind diese Angaben nicht überprüfbar.
Selenskij schlägt Geheimdienstmann als neuen Verteidigungsminister vor
Mitten im Krieg mit Russland wird im Rahmen eines Regierungsumbaus auch der Verteidigungsminister ausgewechselt. Präsident Wolodimir Selenskij legt sich nun auf einen Profi für Drohneneinsätze fest: Geheimdienstler Jewhenij Chmara soll Nachfolger von Mychajlo Fedorow werden. Die Kandidatur werde bald im Parlament eingereicht, teilte der Staatschef auf Telegram mit. Bis zur Absolvierung aller rechtlichen Verfahren werde Chmara das Ministerium geschäftsführend leiten. Gemäß Verfassung hat der Präsident das Vorschlagsrecht für den Posten des Verteidigungsministers.
Chmara leitete den Geheimdienst SBU seit Januar geschäftsführend. Er gilt als Experte für Drohneneinsätze im russischen Hinterland und hat den Rang eines Generalmajors inne. Dem ukrainischen Gesetz nach muss der Minister jedoch ein Zivilist sein. Vorgänger Fedorow hatte das Ministerium erst im Januar übernommen. Die Entlassung des als Reformers geltenden Fedorow wurde von Protesten in Kiew und anderen Städten begleitet. Seit dem russischen Einmarsch vom Februar 2022 wird der Verteidigungsminister bereits zum vierten Mal ausgewechselt.
Chmara leitete den Geheimdienst SBU seit Januar geschäftsführend. Er gilt als Experte für Drohneneinsätze im russischen Hinterland und hat den Rang eines Generalmajors inne. Dem ukrainischen Gesetz nach muss der Minister jedoch ein Zivilist sein. Vorgänger Fedorow hatte das Ministerium erst im Januar übernommen. Die Entlassung des als Reformers geltenden Fedorow wurde von Protesten in Kiew und anderen Städten begleitet. Seit dem russischen Einmarsch vom Februar 2022 wird der Verteidigungsminister bereits zum vierten Mal ausgewechselt.
Ukraine weist russische Vorwürfe zu Angriff bei AKW Saporischschja zurück
Das ukrainische Außenministerium weist russische Vorwürfe im Zusammenhang mit einem Angriff zurück, bei dem der Chefingenieur des von Russland besetzten Atomkraftwerks Saporischschja getötet wurde. „Es wird keine unabhängige Bestätigung der russischen Version oder ein Beweis für die Beteiligung der Ukraine vorgelegt“, teilt das Ministerium auf Telegram mit. Informationen der russischen Besatzungsbehörden könnten nicht als zuverlässig angesehen werden. Russland versuche, mit den Anschuldigungen die internationale Gemeinschaft mit der Drohung eines nuklearen Zwischenfalls einzuschüchtern.
Ein russischer Soldat vor dem Kernkraftwerk Saporischschja (Archivbild). AP/dpa
Ukraine: Russland greift Häfen und zivile Schiffe an
Russland hat in den ersten beiden Juliwochen nach Angaben der ukrainischen Hafenbehörde 23 Mal Häfen und 17 Mal zivile Schiffe angegriffen. Händlern und Analysten zufolge haben die Angriffe zu einem teilweisen Stopp der Getreidelieferungen und einer fast vollständigen Aussetzung der Getreidekäufe in den Hafenterminals geführt.
Lorenz Zeck
Tausende demonstrieren gegen die Entlassung des Verteidigungsministers
Die Entlassung des beliebten ukrainischen Verteidigungsministers Mykhailo Fedorov löst eine Welle öffentlicher Kritik und landesweite Proteste aus. Tausende Menschen versammelten sich am Vormittag im Zentrum von Kiew. Auch in Odessa, Lviv und in der nordöstlichen Stadt Charkiw, die als Frontstadt gilt, demonstrierten laut der New York Times Menschen gegen die Entscheidung von Präsident Wolodimir Selenskij. Der Zeitung zufolge handelt es sich um den zweiten großen Protest seit Kriegsbeginn.
Die vor allem jungen Menschen halten Plakate mit Sprüchen wie „Hör auf, den Sieg zu sabotieren!“ oder „Hände weg von Fedorov“, wie die BBC berichtet. Die New York Times berichtet von dem Schriftzug „Why break what’s working?“ - „Warum etwas ändern, das funktioniert?“
Die vor allem jungen Menschen halten Plakate mit Sprüchen wie „Hör auf, den Sieg zu sabotieren!“ oder „Hände weg von Fedorov“, wie die BBC berichtet. Die New York Times berichtet von dem Schriftzug „Why break what’s working?“ - „Warum etwas ändern, das funktioniert?“
Demonstrationen gegen die Entlassung von Verteidigungsminister Fedorov. AFP
Ukrainischer Verteidigungsminister muss wohl gehen
Von dem Regierungsumbau in der Ukraine ist auch das Verteidigungsministerium betroffen. Der bisherige Minister Mychajlo Fedorow wird von Präsident Wolodimir Selenskij nach nur etwa sechs Monaten im Amt nicht mehr für den Posten nominiert. Der 35-Jährige gilt als Reformer und als Kämpfer gegen die im Staatsapparat verbreitete Korruption. Bei Telegram bedauerte Fedorow, nicht noch mehr Mitarbeiter entlassen zu haben, die Reformen gebremst hätten.
Vor der Veröffentlichung seines Beitrags hatte Fedorow ein Gespräch mit Präsident Wolodimir Selenskij geführt. Der Präsident hat laut Verfassung das Vorschlagsrecht für den Chef des Verteidigungsressorts. Medienberichten zufolge will Selenskij den bisherigen Innenminister Ihor Klymenko für den Posten nominieren.
Vor Journalisten erklärte Fedorow, dass er ein Angebot von Selenskij ablehne, dessen Berater zu werden. Er liege im Streit mit Armeechef Oleksandr Syrskyj. Er warf diesem vor, Initiativen des Verteidigungsministeriums zu blockieren. Ein weiterer Grund für den Wechsel an der Spitze des Verteidigungsressorts ist Berichten zufolge, dass der erst 35 Jahre alte Fedorow die Probleme mit der Zwangsmobilisierung von Wehrpflichtigen nicht habe lösen können. Vor knapp einer Woche hatten im westukrainischen Lwiw rund 200 Menschen ein Rekrutierungskommando angegriffen und dabei ein Dienstfahrzeug demoliert.
Fedorow hatte 2019 die Medienkampagne Selenskijs in dessen Wahlkampf geleitet und danach das neu geschaffene Digitalministerium übernommen. Er galt lange Zeit als Protegé Selenskijs, saß als Verteidigungsminister aber auf einem alles andere als sicheren Posten. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 wurde der Ressortleiter bereits dreimal ausgetauscht. Wer als Nächstes folgen soll, ist nicht bekannt.
Mehr über die Hintergründe erfahren Sie im Text von Georg Ismer und Sebastian Gierke:
Vor der Veröffentlichung seines Beitrags hatte Fedorow ein Gespräch mit Präsident Wolodimir Selenskij geführt. Der Präsident hat laut Verfassung das Vorschlagsrecht für den Chef des Verteidigungsressorts. Medienberichten zufolge will Selenskij den bisherigen Innenminister Ihor Klymenko für den Posten nominieren.
Vor Journalisten erklärte Fedorow, dass er ein Angebot von Selenskij ablehne, dessen Berater zu werden. Er liege im Streit mit Armeechef Oleksandr Syrskyj. Er warf diesem vor, Initiativen des Verteidigungsministeriums zu blockieren. Ein weiterer Grund für den Wechsel an der Spitze des Verteidigungsressorts ist Berichten zufolge, dass der erst 35 Jahre alte Fedorow die Probleme mit der Zwangsmobilisierung von Wehrpflichtigen nicht habe lösen können. Vor knapp einer Woche hatten im westukrainischen Lwiw rund 200 Menschen ein Rekrutierungskommando angegriffen und dabei ein Dienstfahrzeug demoliert.
Fedorow hatte 2019 die Medienkampagne Selenskijs in dessen Wahlkampf geleitet und danach das neu geschaffene Digitalministerium übernommen. Er galt lange Zeit als Protegé Selenskijs, saß als Verteidigungsminister aber auf einem alles andere als sicheren Posten. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 wurde der Ressortleiter bereits dreimal ausgetauscht. Wer als Nächstes folgen soll, ist nicht bekannt.
Mehr über die Hintergründe erfahren Sie im Text von Georg Ismer und Sebastian Gierke:
Parlament bestätigt neuen Ministerpräsidenten Korezkyj
In der Ukraine hat das Parlament den neuen Ministerpräsidenten Serhij Korezkyj bestätigt. Korezkyj leitete bislang den staatlichen Energiekonzern Naftogaz. Präsident Wolodimir Selenskij hatte am Sonntag mit der Abberufung der Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko überraschend den erneuten Umbau seiner Regierung eingeleitet. Am Dienstag stimmte die Oberste Rada, das Parlament, dem Rücktritt der Regierungschefin zu. Dieser zog automatisch die Entlassung des gesamten Ministerkabinetts nach sich.
Selenskij hatte Korezkyj zuvor bei einer Pressekonferenz im Hinblick auf die Vorbereitungen für den kommenden Winter als besonders geeignet bezeichnet. In der kalten Jahreszeit werden auch diesmal wieder Probleme bei der Energieversorgung infolge russischer Angriffe auf die Energieinfrastruktur befürchtet. Nach Denys Schmyhal und Swyrydenko ist Korezkyj der dritte Regierungschef seit Beginn des russischen Angriffskriegs 2022.
Anlass für die Umgestaltung des Kabinetts ist nach unbestätigten Medienberichten, dass die ukrainische Botschafterin in den USA, Olha Stefanischyna, aus dem diplomatischen Dienst ausscheidet. Hintergrund sollen Korruptionsermittlungen wegen eines Immobilienkaufs im ersten Kriegsjahr in ihrer Zeit als Ministerin für EU- und Natointegration sein. An ihrer Stelle soll den Berichten zufolge die nun abberufene Ministerpräsidentin Swyrydenko Botschafterin in Washington werden.
Selenskij hatte Korezkyj zuvor bei einer Pressekonferenz im Hinblick auf die Vorbereitungen für den kommenden Winter als besonders geeignet bezeichnet. In der kalten Jahreszeit werden auch diesmal wieder Probleme bei der Energieversorgung infolge russischer Angriffe auf die Energieinfrastruktur befürchtet. Nach Denys Schmyhal und Swyrydenko ist Korezkyj der dritte Regierungschef seit Beginn des russischen Angriffskriegs 2022.
Anlass für die Umgestaltung des Kabinetts ist nach unbestätigten Medienberichten, dass die ukrainische Botschafterin in den USA, Olha Stefanischyna, aus dem diplomatischen Dienst ausscheidet. Hintergrund sollen Korruptionsermittlungen wegen eines Immobilienkaufs im ersten Kriegsjahr in ihrer Zeit als Ministerin für EU- und Natointegration sein. An ihrer Stelle soll den Berichten zufolge die nun abberufene Ministerpräsidentin Swyrydenko Botschafterin in Washington werden.
Ukraine attackiert Großstadt und Öldepots an der Wolga
Ukrainische Drohnen sind nach Angaben der örtlichen Behörden in ein Wohnhaus der südrussischen Großstadt Engels an der Wolga eingeschlagen. Gouverneur Roman Bassurgin schrieb zunächst in sozialen Netzwerken, dass es keine Verletzten gebe. Später teilte die Staatsanwaltschaft jedoch mit, dass Menschen zu Schaden gekommen seien. Details gab die Behörde nicht bekannt. Russische Medien berichten von einem Opfer. Medienberichten zufolge lösten die Drohnen zudem ein Feuer auf dem Militärflugplatz der dort stationierten Bomberflotte aus. Das Ausmaß der Schäden ist unbekannt. Offizielle Stellen bestätigten diese Berichte bislang nicht.
Der Luftwaffenstützpunkt in Engels ist einer der größten in ganz Russland. Von dort steigen immer wieder strategische Bomber auf, um Städte in der Ukraine, wie etwa Kiew in der vergangenen Nacht, mit Raketen zu beschießen. Die Ukraine hat Engels daher bereits in der Vergangenheit mit Drohnen attackiert.
Nördlich von Moskau setzten derweil einem Bericht des unabhängigen Portals „Astra“ zufolge ukrainische Drohnen ein Öldepot nahe der ebenfalls an der Wolga gelegenen Stadt Jaroslawl in Brand. Die riesige Anlage gehört zu der örtlichen Raffinerie und soll bis zu 620 000 Kubikmeter Lagerkapazität haben. Gouverneur Michail Jewrajew zufolge wurden bei den ukrainischen Angriffen ein Mann getötet und vier weitere Menschen verletzt. Die Luftabwehr habe dort 19 Drohnen abgefangen.
In der westrussischen Region Brjansk an der Grenze zur Ukraine kamen dem Gouverneur zufolge ein 15-jähriges Mädchen und ihre Großmutter bei einem Raketeneinschlag im Dorf Susemka ums Leben.
Der Luftwaffenstützpunkt in Engels ist einer der größten in ganz Russland. Von dort steigen immer wieder strategische Bomber auf, um Städte in der Ukraine, wie etwa Kiew in der vergangenen Nacht, mit Raketen zu beschießen. Die Ukraine hat Engels daher bereits in der Vergangenheit mit Drohnen attackiert.
Nördlich von Moskau setzten derweil einem Bericht des unabhängigen Portals „Astra“ zufolge ukrainische Drohnen ein Öldepot nahe der ebenfalls an der Wolga gelegenen Stadt Jaroslawl in Brand. Die riesige Anlage gehört zu der örtlichen Raffinerie und soll bis zu 620 000 Kubikmeter Lagerkapazität haben. Gouverneur Michail Jewrajew zufolge wurden bei den ukrainischen Angriffen ein Mann getötet und vier weitere Menschen verletzt. Die Luftabwehr habe dort 19 Drohnen abgefangen.
In der westrussischen Region Brjansk an der Grenze zur Ukraine kamen dem Gouverneur zufolge ein 15-jähriges Mädchen und ihre Großmutter bei einem Raketeneinschlag im Dorf Susemka ums Leben.
Russland feuert wieder ballistische Raketen auf Kiew
Das russische Militär hat die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht ein weiteres Mal mit ballistischen Raketen angegriffen. Dabei wurden nach ukrainischen Behördenangaben mindestens zwei Menschen getötet. Nach Auskunft von Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram gab es zudem sechs Verletzte. „Darunter ist auch ein 16-jähriger Junge“, schrieb er. Die Drohnen schlugen demnach in zwei Stadtteilen ein: In einem Lager im Westen der Stadt und einem unbewohnten Haus in einem östlichen Stadtbezirk seien Brände ausgebrochen. Angaben der ukrainischen Luftwaffe zufolge feuerte das russische Militär in zwei Wellen mindestens acht Raketen auf die Dreimillionenstadt und ihre Umgebung ab.
Tote bei russischen Angriffen in der Stadt Saporischschja
Im südostukrainischen Gebiet Saporischschja sind mindestens fünf Zivilisten durch russische Angriffe getötet worden. Allein in der gleichnamigen Gebietshauptstadt seien 3 Menschen ums Leben gekommen und 15 verletzt worden, teilte der Gouverneur der Region, Iwan Fedorow, bei Telegram mit. Zuvor hatte er über zwei getötete Männer infolge von Angriffen mit ferngesteuerten Drohnen in der frontnahen Stadt Orichiw informiert. Auch die Großstadt Saporischschja ist nur etwas über 20 Kilometer von der Frontlinie entfernt, anders als das gleichnamige Atomkraftwerk aber nicht von Russland besetzt. Aufgrund der ständigen russischen Angriffe mit Drohnen, Bomben und Raketen herrscht in der Industriestadt fast rund um die Uhr Luftalarm.


