Dieser Liveblog ist archiviert und wird nicht mehr aktualisiert. Die aktuelle Berichterstattung finden Sie auf unserer Themenseite zum Krieg in der Ukraine.
Wichtige Updates
Ukraine arbeitet bei KI-Einsatz im Krieg mit US-Konzern Palantir zusammen
Nach Waffenruhe: Ukraine und Russland melden wieder Drohnenangriffe
Deutschland finanziert Militärausbildung in der Ukraine
Ukrainische Behörden: Korruptionsermittlungen gegen Selenskijs früheren Stabschef
Russland senkt Prognose für Wirtschaftswachstum von 1,3 auf 0,4 Prozent
Laura Otter
Selenskij kritisiert Moskaus Rückkehr zum Krieg
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hat Russland für das Wiederaufflammen der Kämpfe nach dem Auslaufen einer dreitägigen Waffenruhe verantwortlich gemacht. „Russland hat sich dafür entschieden, die teilweise Stille zu beenden, die mehrere Tage geherrscht hat“, schrieb Selenskij auf dem Portal X. „Über Nacht sind mehr als 200 Kampfdrohnen Richtung Ukraine gestartet worden.“
Die Ukraine habe angekündigt, dies mit Gleichem zu vergelten. „Russland muss diesen Krieg beenden, und es ist Russland, das Schritte zu einem dauerhaften Waffenstillstand machen muss“, schrieb Selenskij. Die ukrainische Armee startete in den frühen Morgenstunden ebenfalls Drohnenangriffe auf den russischen Rückraum. Von Samstag bis Montag hatte eine dreitägige Waffenruhe gegolten, die von den USA vermittelt worden war.
Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte offiziell, dass die sogenannte militärische Spezialoperation gegen die Ukraine seit Tagesanbruch fortgesetzt werde. Militärische Spezialoperation ist in Russland die offizielle Bezeichnung für den Krieg gegen das Nachbarland. Die Armee habe ukrainische Luftwaffenstützpunkte, Munitions- und Treibstofflager sowie Truppenkonzentrationen an 56 Orten angegriffen. Solche Angaben sind nicht im Detail zu überprüfen.
Auch Kremlsprecher Dmitrij Peskow sagte, die „humanitäre Feuerpause“ sei vorbei. Die militärische Spezialoperation gehe weiter, sagte er der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge.
Die Ukraine habe angekündigt, dies mit Gleichem zu vergelten. „Russland muss diesen Krieg beenden, und es ist Russland, das Schritte zu einem dauerhaften Waffenstillstand machen muss“, schrieb Selenskij. Die ukrainische Armee startete in den frühen Morgenstunden ebenfalls Drohnenangriffe auf den russischen Rückraum. Von Samstag bis Montag hatte eine dreitägige Waffenruhe gegolten, die von den USA vermittelt worden war.
Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte offiziell, dass die sogenannte militärische Spezialoperation gegen die Ukraine seit Tagesanbruch fortgesetzt werde. Militärische Spezialoperation ist in Russland die offizielle Bezeichnung für den Krieg gegen das Nachbarland. Die Armee habe ukrainische Luftwaffenstützpunkte, Munitions- und Treibstofflager sowie Truppenkonzentrationen an 56 Orten angegriffen. Solche Angaben sind nicht im Detail zu überprüfen.
Auch Kremlsprecher Dmitrij Peskow sagte, die „humanitäre Feuerpause“ sei vorbei. Die militärische Spezialoperation gehe weiter, sagte er der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge.
Ukraine greift Gasanlagen tief in Russland an
Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenskij Gasanlagen in der russischen Region Orenburg angegriffen. Die getroffenen Ziele liegen mehr als 1500 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, sagt Selenskij in seiner täglichen Videoansprache.
Zudem arbeite Kiew mit europäischen Verbündeten an Technologien zur Abwehr ballistischer Raketen. An entsprechenden Gesprächen hätten sich 13 Länder sowie Vertreter der Nato beteiligt. „Insgesamt ist die aktuelle Position der Ukraine (...) auf dem höchsten Stand seit Jahren“, erklärt der Präsident. Dieses Niveau müsse gehalten werden.
Zudem arbeite Kiew mit europäischen Verbündeten an Technologien zur Abwehr ballistischer Raketen. An entsprechenden Gesprächen hätten sich 13 Länder sowie Vertreter der Nato beteiligt. „Insgesamt ist die aktuelle Position der Ukraine (...) auf dem höchsten Stand seit Jahren“, erklärt der Präsident. Dieses Niveau müsse gehalten werden.
Ukraine arbeitet bei KI-Einsatz im Krieg mit US-Konzern Palantir zusammen
Die Ukraine setzt beim Wettrüsten in der Nutzung Künstlicher Intelligenz auf dem Schlachtfeld auf Zusammenarbeit mit dem US-Konzern Palantir. Die Zusammenarbeit mit dem Datenanalyse-Spezialisten solle ausgebaut werden, teilte Präsident Wolodimir Selenskij nach einem Treffen mit Palantir-Chef Alex Karp am Dienstag mit. „Palantir ist ein renommiertes globales Unternehmen mit großem Potenzial“, schrieb er auf der Online-Plattform X. Es gebe sicherlich Bereiche, in denen man sich gegenseitig nützlich sein und die Verteidigung der Ukraine, der USA und der Partner stärken könne.
Die Regierung in Kiew hat mit Palantir das Projekt „Brave1 Dataroom“ ins Leben gerufen. Dabei soll auf Grundlage von Kampfdaten, die seit der russischen Invasion im Jahr 2022 gesammelt wurden, eine KI zur Abwehr von Drohnen entwickelt werden. Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow erklärte nach seinem Treffen mit Karp auf dem Kurznachrichtendienst Telegram, Technologie, Datenanalyse und Berechnungen der Kriegsführung hätten direkte Auswirkungen auf das Geschehen auf dem Schlachtfeld.
Nach seinen Angaben trainieren bereits über 100 Unternehmen mit mehr als 80 Modellen zur Erkennung und zum Abfangen von Luftzielen. In Zusammenarbeit mit Palantir habe die Ukraine ein System zur detaillierten Analyse von Luftangriffen entwickelt, hieß es weiter. Zudem seien KI-Lösungen für die Verarbeitung großer Mengen an Geheimdienstdaten implementiert und die Technologien in die Planung ukrainischer Angriffe tief im feindlichen Hinterland integriert worden.
Die Regierung in Kiew hat mit Palantir das Projekt „Brave1 Dataroom“ ins Leben gerufen. Dabei soll auf Grundlage von Kampfdaten, die seit der russischen Invasion im Jahr 2022 gesammelt wurden, eine KI zur Abwehr von Drohnen entwickelt werden. Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow erklärte nach seinem Treffen mit Karp auf dem Kurznachrichtendienst Telegram, Technologie, Datenanalyse und Berechnungen der Kriegsführung hätten direkte Auswirkungen auf das Geschehen auf dem Schlachtfeld.
Nach seinen Angaben trainieren bereits über 100 Unternehmen mit mehr als 80 Modellen zur Erkennung und zum Abfangen von Luftzielen. In Zusammenarbeit mit Palantir habe die Ukraine ein System zur detaillierten Analyse von Luftangriffen entwickelt, hieß es weiter. Zudem seien KI-Lösungen für die Verarbeitung großer Mengen an Geheimdienstdaten implementiert und die Technologien in die Planung ukrainischer Angriffe tief im feindlichen Hinterland integriert worden.
Nach Waffenruhe: Ukraine und Russland melden wieder Drohnenangriffe
Nur wenige Stunden nach dem Ende der befristeten Waffenruhe hat Russland die Ukraine nach Angaben aus Kiew erneut massiv angegriffen. Laut ukrainischer Luftwaffe gab es zahlreiche Angriffe auf Kiew und weitere Städte wie Saporischschja, Dnipro, Charkiw und Cherson. Auch die Gebiete Sumy im Norden und Mykolajiw im Süden waren betroffen. Die seit Samstag geltende Waffenruhe war in der Nacht ausgelaufen.
Kiews Militärverwalter Tymur Tkatschenko schrieb auf Telegram, in der Hauptstadt seien Drohnentrümmer auf das Dach eines 20-stöckigen Wohnhauses gefallen. Über Verletzte und das Ausmaß der Schäden gab es bisher keine Informationen. Das Onlineportal Kyiv Independent berichtete über Explosionen.
Russischen Stellen zufolge griff die Ukraine nach Mitternacht ebenfalls wieder mit Langstreckendrohnen an. Aus Sicherheitsgründen wurde der Flugverkehr an mehreren Flughäfen in Zentralrussland eingeschränkt, wie die Luftfahrtbehörde Rosawiazija mitteilte. Nach Angaben des Militärs wurden bis zum Morgen 27 ukrainische Drohnen abgefangen. Angaben zu Schäden gab es bislang nicht.
Kiews Militärverwalter Tymur Tkatschenko schrieb auf Telegram, in der Hauptstadt seien Drohnentrümmer auf das Dach eines 20-stöckigen Wohnhauses gefallen. Über Verletzte und das Ausmaß der Schäden gab es bisher keine Informationen. Das Onlineportal Kyiv Independent berichtete über Explosionen.
Russischen Stellen zufolge griff die Ukraine nach Mitternacht ebenfalls wieder mit Langstreckendrohnen an. Aus Sicherheitsgründen wurde der Flugverkehr an mehreren Flughäfen in Zentralrussland eingeschränkt, wie die Luftfahrtbehörde Rosawiazija mitteilte. Nach Angaben des Militärs wurden bis zum Morgen 27 ukrainische Drohnen abgefangen. Angaben zu Schäden gab es bislang nicht.
Bericht: Ukraine bietet Lieferung weitreichender Drohnen und Raketen an
Die Ukraine bietet laut einem Medienbericht der deutschen Regierung die Lieferung weitreichender Drohnen und Raketen als Ersatz für US-Tomahawk-Marschflugkörper an. "Wir sind in der Lage, die Fähigkeiten der Nato, Präzisionsschläge in der Tiefe durchzuführen, zu stärken und ab einem bestimmten Zeitpunkt auch die Fähigkeitslücken der Allianz zu schließen", sagte Alonya Getmanchuk, Botschafterin der Nato-Mission der Ukraine in Brüssel, der Zeitung Welt laut einem Vorabbericht.
Dazu gehörten auch jene Fähigkeiten für Präzisionsschläge, die man von den Amerikanern erwartet hatte. "Wenn Nato-Länder wie Deutschland in Zukunft danach fragen, könnten wir durchaus auch unsere Erfahrungen und effektive Waffen anbieten: weitreichende Drohnen und Raketen", sagte Getmanchuk dem Bericht zufolge.
Dazu gehörten auch jene Fähigkeiten für Präzisionsschläge, die man von den Amerikanern erwartet hatte. "Wenn Nato-Länder wie Deutschland in Zukunft danach fragen, könnten wir durchaus auch unsere Erfahrungen und effektive Waffen anbieten: weitreichende Drohnen und Raketen", sagte Getmanchuk dem Bericht zufolge.
Deutschland finanziert Militärausbildung in der Ukraine
Deutschland beteiligt sich mit mehr als zehn Millionen Euro an einer EU-Initiative zum Aufbau militärischer Ausbildungszentren in der Ukraine. Mit dem Beitrag finanziert die Bundesrepublik die Infrastruktur für eine komplette Ausbildungseinrichtung, wie Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) während seines Besuchs in Kiew sagte.
Diese Ausbildungseinrichtungen in der Ukraine sollen nach seinen Worten dafür sorgen, dass die Einsatzfähigkeit der ukrainischen Armee hoch bleibt – auch nach einem möglichen Friedensschluss mit Russland.
Pistorius sagte, dies sei eine von mehreren Maßnahmen zu künftigen Abschreckung. Bislang seien fast 27 000 ukrainische Soldaten in Deutschland ausgebildet worden.
Diese Ausbildungseinrichtungen in der Ukraine sollen nach seinen Worten dafür sorgen, dass die Einsatzfähigkeit der ukrainischen Armee hoch bleibt – auch nach einem möglichen Friedensschluss mit Russland.
Pistorius sagte, dies sei eine von mehreren Maßnahmen zu künftigen Abschreckung. Bislang seien fast 27 000 ukrainische Soldaten in Deutschland ausgebildet worden.
Ukrainische Behörden: Korruptionsermittlungen gegen Selenskijs früheren Stabschef
Die ukrainischen Behörden haben den früheren Stabschef von Präsident Wolodimir Selenskij, Andrij Jermak, am Montag im Zuge einer Korruptionsuntersuchung als Verdächtigen eingestuft. Jermak werde verdächtigt, Teil einer kriminellen Vereinigung zu sein, teilten die ukrainischen Anti-Korruptionsbehörden mit. Diese soll rund 10,5 Millionen Dollar durch ein Luxus-Wohnprojekt außerhalb der Hauptstadt Kiew gewaschen haben. Die Behörden nannten Jermak in Übereinstimmung mit dem ukrainischen Recht nicht namentlich, er wurde jedoch von lokalen Medien identifiziert. Gegenüber dem ukrainischen Sender Radio Liberty bestritt Jermak, Immobilien in dem Projekt zu besitzen, äußerte sich jedoch nicht weiter. Ein Sprecher Selenskijs erklärte, es sei zu früh für eine Stellungnahme.
Jermak galt lange als die zweitmächtigste Person in der Ukraine nach Selenskij und als dessen rechte Hand. Der frühere Filmproduzent war zudem der führende Unterhändler Kiews bei den von den USA unterstützten Friedensgesprächen mit Russland. Er trat im vergangenen Jahr im Zuge einer weitreichenden Untersuchung von Korruption auf hoher Ebene zurück.
Jermak galt lange als die zweitmächtigste Person in der Ukraine nach Selenskij und als dessen rechte Hand. Der frühere Filmproduzent war zudem der führende Unterhändler Kiews bei den von den USA unterstützten Friedensgesprächen mit Russland. Er trat im vergangenen Jahr im Zuge einer weitreichenden Untersuchung von Korruption auf hoher Ebene zurück.
Russland senkt Prognose für Wirtschaftswachstum von 1,3 auf 0,4 Prozent
Russland hat seine Prognosen für das Wirtschaftswachstum in der kommenden Zeit deutlich gesenkt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde 2026 voraussichtlich nur noch um 0,4 Prozent wachsen, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Alexander Nowak der Zeitung Wedomosti. Zuvor war die Regierung in Moskau von einem Plus von 1,3 Prozent ausgegangen. Auch für 2027 nahm Nowak die Erwartungen zurück: Die Wirtschaft werde dann voraussichtlich noch um 1,4 Prozent zulegen, nach zuvor prognostizierten 2,8 Prozent. Für 2029 rechne die Regierung mit einem Wachstum von 2,4 Prozent. Die der Haushaltsplanung zugrunde liegende Prognose für den Ölpreis bleibe für 2026 unverändert bei 59 Dollar pro Barrel. Für die Jahre 2027 bis 2029 sei sie auf 50 Dollar gesenkt worden.
EU plant neues Sanktionspaket gegen russische Rüstungsindustrie
Die Europäische Union nimmt mit einem 21. Sanktionspaket, über das die Mitgliedstaaten derzeit beraten, die russische Rüstungsindustrie ins Visier. Das teilt die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas bei Beratungen der Außenminister in Brüssel mit. Zudem könnten die Mitgliedstaaten Vorschläge zum Vorgehen gegen die sogenannte Schattenflotte einbringen, fügt sie hinzu. Im vergangenen Monat hat die EU das 20. Sanktionspaket gegen Russland sowie einen Kredit für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro gebilligt.
Selenskij: Militärprojekte mit Deutschland „nur der Anfang“
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij setzt auf weitere Gemeinschaftsprojekte mit Deutschland bei der Rüstungsproduktion. Derzeit gebe es sechs Projekte, „aber das ist nur der Anfang“, sagte er in Kiew bei einem Treffen mit Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD).
Er dankte Deutschland auch für weitere Hilfe bei der Luftverteidigung der Ukraine gegen russische Angriffe, sagte aber, er wolle dazu keine Details nennen. „Lasst das für die Russen eine Überraschung sein“, so Selenskij.
Pistorius betonte ebenfalls die Bedeutung der Zusammenarbeit mit der Ukraine, mit der jüngst eine strategische Partnerschaft sowie eine vertiefte Zusammenarbeit bei Militär und Rüstung vereinbart worden war. Er sagte an Selenskij gerichtet über die Ukraine: „Sie sind nicht länger nur ein Konsument von Sicherheit, sondern sie stellen Sicherheit bereit.“
Er dankte Deutschland auch für weitere Hilfe bei der Luftverteidigung der Ukraine gegen russische Angriffe, sagte aber, er wolle dazu keine Details nennen. „Lasst das für die Russen eine Überraschung sein“, so Selenskij.
Pistorius betonte ebenfalls die Bedeutung der Zusammenarbeit mit der Ukraine, mit der jüngst eine strategische Partnerschaft sowie eine vertiefte Zusammenarbeit bei Militär und Rüstung vereinbart worden war. Er sagte an Selenskij gerichtet über die Ukraine: „Sie sind nicht länger nur ein Konsument von Sicherheit, sondern sie stellen Sicherheit bereit.“
Ukrainischer Botschafter lehnt Schröder als Vermittler ab
Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev, hält nichts davon, Altkanzler Gerhard Schröder zum Vermittler im Krieg zwischen Russland und der Ukraine machen. „Wer über Jahre russische Interessen in Deutschland vertreten hat, besitzt weder die moralische noch die politische Legitimität, heute als Vermittler aufzutreten“, sagte Makeiev in Kiew im Gespräch mit dem Spiegel. Kremlchef Putin hatte Schröder als Vermittler ins Spiel gebracht. Der ukrainische Botschafter sagte: „Wir brauchen keine Vermittler. Wir brauchen Verbündete.“ Die Ukraine wehrt sich seit Jahren gegen einen Angriffskrieg Russlands.
„Wer über Jahre russische Interessen in Deutschland vertreten hat, besitzt weder die moralische noch die politische Legitimität, heute als Vermittler aufzutreten.“Botschafter Oleksii Makeiev
Der mittlerweile 82 Jahre alte Sozialdemokrat Schröder, der von 1998 bis 2005 Bundeskanzler war, steht seit Jahren wegen seiner Freundschaft zu Putin und Tätigkeiten für russische Öl- und Gaskonzerne in der Kritik – auch innerhalb seiner eigenen Partei.
Litauen setzt wegen Drohnen-Vorfällen auf ukrainische Experten
Litauen will ukrainische Spezialisten nach Vilnius einladen, um sich über die Abwehr anfliegender Drohnen beraten zu lassen. Die Experten sollen nach Angaben von Verteidigungsminister Robertas Kaunas ihre Erfahrungen mit der dem baltischen EU- und Nato-Land teilen, in dem es wiederholt zu Vorfällen mit einfliegenden Drohnen gekommen ist. Die Ukraine gilt im fünften Jahr des Abwehrkampfes gegen Russland als ein weltweit führendes Land im Drohnenkampf.
Die Ukraine hatte in ihrem Abwehrkampf gegen Russland in den vergangenen Wochen wiederholt russische Ölexporthäfen am Finnischen Meerbusen und andere Ziele im Nordwesten Russlands attackiert. Dabei waren mehrfach fehlgeleitete Drohnen in den Luftraum der baltischen Staaten geflogen und teils abgestürzt. Verletzte oder größere Schäden gab es nicht.
Der ukrainische Präsidialamtschef Kyrylo Budanow betonte bei einem Besuch in der litauischen Haupstadt Vilnius, dass die Ukraine keine Drohneneinsätze auf litauischem Gebiet durchführe und alle Aktionen gegen Russland gerichtet seien. Auch Kaunas betonte, dass die baltischen Staaten nicht das eigentliche Ziel seien, die Drohnen aber die Orientierung verlören, wenn sie elektronisch gestört werden, und ihre Flugbahn schwer vorhersehbar würden. Die Schuld daran liege trotzdem nicht bei der Ukraine, sondern bei Russland, das den Krieg begonnen habe.
Die Ukraine hatte in ihrem Abwehrkampf gegen Russland in den vergangenen Wochen wiederholt russische Ölexporthäfen am Finnischen Meerbusen und andere Ziele im Nordwesten Russlands attackiert. Dabei waren mehrfach fehlgeleitete Drohnen in den Luftraum der baltischen Staaten geflogen und teils abgestürzt. Verletzte oder größere Schäden gab es nicht.
Der ukrainische Präsidialamtschef Kyrylo Budanow betonte bei einem Besuch in der litauischen Haupstadt Vilnius, dass die Ukraine keine Drohneneinsätze auf litauischem Gebiet durchführe und alle Aktionen gegen Russland gerichtet seien. Auch Kaunas betonte, dass die baltischen Staaten nicht das eigentliche Ziel seien, die Drohnen aber die Orientierung verlören, wenn sie elektronisch gestört werden, und ihre Flugbahn schwer vorhersehbar würden. Die Schuld daran liege trotzdem nicht bei der Ukraine, sondern bei Russland, das den Krieg begonnen habe.
Ein ukrainischer Soldat bereitet eine FPV-Drohne nahe der Front für den Einsatz vor. Das Land gilt mittlerweile als führend im Drohnenkampf. Iryna Rybakova/93rd Kholodnyi Yar Separate Mechanized Brigade of the Ukrainian Ground Forces/AFP
Laura Otter
EU verhängt Sanktionen wegen Deportation ukrainischer Kinder
Die Außenminister der EU-Staaten haben weitere Sanktionen gegen Verantwortliche für Russlands Programm zur Deportation und Zwangsadoption ukrainischer Kinder beschlossen. Betroffen sind 16 Personen und sieben Einrichtungen und Organisationen, wie die Vertretung der Mitgliedstaaten mitteilte. Die Sanktionsbeschlüsse haben zur Folge, dass in der EU Vermögenswerte eingefroren werden müssen. Für bestimmte Personen gilt zusätzlich ein EU-Einreise- und Durchreiseverbot. Sanktioniert wurden zum Beispiel die Leiterin eines Lagers, in dem ukrainische Minderjährige untergebracht sind und Einrichtungen, die für die ideologische Indoktrination, „Russifizierung“ und militarisierte Erziehung von Kindern zuständig sind.
Mit den neuen Sanktionen will die EU Russland für seine grausamen Taten zur Rechenschaft ziehen. Seit Beginn der groß angelegten Invasion Russlands in die Ukraine wurden nach Angaben der EU-Kommission schätzungsweise 20 000 ukrainische Kinder nach Russland oder in besetzte Gebiete verschleppt. Viele mussten Identität und Staatsbürgerschaft wechseln und wurden zur Adoption freigegeben. Trotz internationaler Bemühungen konnten nach Angaben ukrainischer Behörden bislang nur etwa 2100 Kinder zurückgebracht werden.
Der in Vertretung des deutschen Außenministers Johann Wadephul nach Brüssel gereiste Europastaatsminister Gunther Krichbaum nannte die Situation eine „humanitäre Katastrophe“ und wies darauf hin, dass möglicherweise noch deutlich mehr Kinder verschleppt wurden, als derzeit bekannt ist. Es gebe eine Dunkelziffer, denn viele Kinder seien auch aus Kinderheimen heraus verschleppt worden, sagte der CDU-Politiker. Das Schicksal der Kinder dürfe nicht in Vergessenheit geraten, das sei auch das Anliegen der Bundesregierung.
Mit den neuen Sanktionen will die EU Russland für seine grausamen Taten zur Rechenschaft ziehen. Seit Beginn der groß angelegten Invasion Russlands in die Ukraine wurden nach Angaben der EU-Kommission schätzungsweise 20 000 ukrainische Kinder nach Russland oder in besetzte Gebiete verschleppt. Viele mussten Identität und Staatsbürgerschaft wechseln und wurden zur Adoption freigegeben. Trotz internationaler Bemühungen konnten nach Angaben ukrainischer Behörden bislang nur etwa 2100 Kinder zurückgebracht werden.
Der in Vertretung des deutschen Außenministers Johann Wadephul nach Brüssel gereiste Europastaatsminister Gunther Krichbaum nannte die Situation eine „humanitäre Katastrophe“ und wies darauf hin, dass möglicherweise noch deutlich mehr Kinder verschleppt wurden, als derzeit bekannt ist. Es gebe eine Dunkelziffer, denn viele Kinder seien auch aus Kinderheimen heraus verschleppt worden, sagte der CDU-Politiker. Das Schicksal der Kinder dürfe nicht in Vergessenheit geraten, das sei auch das Anliegen der Bundesregierung.
Europastaatsminister Gunther Krichbaum bezeichnet die Verschleppung ukrainischer Kinder als „humanitäre Katastrophe“. Elisa Schu/dpa
Ukraine meldet russische Angriffe trotz Waffenruhe, auch Russland berichtet von Attacken
Trotz der von den USA vermittelten Waffenruhe hat die Ukraine erneut russische Drohnenangriffe und Gefechte an der Front gemeldet. In der südöstlichen Region Saporischschja sei ein Mensch getötet und zwei weitere seien verletzt worden, teilte der dortige Gouverneur mit. In Cherson habe es zwei Tote und zwei Verletzte gegeben. Drei Menschen seien in der Region Mykolajiw verletzt worden, fünf in Charkiw und vier in Donezk, heißt es von den örtlichen Behörden weiter.
Der ukrainische Generalstab registrierte nach eigenen Angaben in den vergangenen 24 Stunden 180 Gefechte entlang der Frontlinie. Zudem hätten russische Truppen am Sonntag 8037 sogenannte Kamikaze-Drohnen gegen Siedlungen und militärische Stellungen eingesetzt.
In Moskau teilte das russische Verteidigungsministerium mit, die ukrainische Armee habe binnen 24 Stunden zwölf Angriffsversuche unternommen. Artillerie sei fast 770 Mal eingesetzt worden, es habe 6900 Drohnenangriffe gegeben. 85 flugzeugähnliche ukrainische Drohnen seien abgefangen worden.
Beide Seiten erklärten jeweils, dass auf gegnerische Attacken reagiert worden sei. Bereits am Sonntag hatten sich sowohl Kiew als auch Moskau gegenseitig Verstöße gegen die Waffenruhe vorgeworfen, die auf US-Vermittlung von Samstag bis Montag verkündet worden war. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij erklärte, Russland habe zwar auf groß angelegte Luft- und Raketenangriffe verzichtet, die Bodenangriffe an Teilen der Front jedoch fortgesetzt.
Der ukrainische Generalstab registrierte nach eigenen Angaben in den vergangenen 24 Stunden 180 Gefechte entlang der Frontlinie. Zudem hätten russische Truppen am Sonntag 8037 sogenannte Kamikaze-Drohnen gegen Siedlungen und militärische Stellungen eingesetzt.
In Moskau teilte das russische Verteidigungsministerium mit, die ukrainische Armee habe binnen 24 Stunden zwölf Angriffsversuche unternommen. Artillerie sei fast 770 Mal eingesetzt worden, es habe 6900 Drohnenangriffe gegeben. 85 flugzeugähnliche ukrainische Drohnen seien abgefangen worden.
Beide Seiten erklärten jeweils, dass auf gegnerische Attacken reagiert worden sei. Bereits am Sonntag hatten sich sowohl Kiew als auch Moskau gegenseitig Verstöße gegen die Waffenruhe vorgeworfen, die auf US-Vermittlung von Samstag bis Montag verkündet worden war. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij erklärte, Russland habe zwar auf groß angelegte Luft- und Raketenangriffe verzichtet, die Bodenangriffe an Teilen der Front jedoch fortgesetzt.
EU lehnt Schröder als Vermittler ab
Die von Kremlchef Wladimir Putin vorgeschlagene Einbindung von Altkanzler Gerhard Schröder in Ukraine-Friedensverhandlungen stößt in der EU und in der Ukraine auf klare Ablehnung. „Wenn wir Russland das Recht geben würden, in unserem Namen einen Verhandlungsführer zu benennen, wäre das nicht sehr klug“, sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas am Rande eines Außenministertreffens in Brüssel. Schröder sei hochrangiger Lobbyist für russische Staatsunternehmen gewesen. Daher sei klar, warum Putin ihn haben wolle: „Dann säße er gewissermaßen auf beiden Seiten des Tisches“, sagte sie.
Der als Gast zu dem EU-Treffen gereiste ukrainische Außenminister Andrij Sybiha sagte zu einem möglichen Vermittler-Einsatz von Schröder: „Wir unterstützen das nicht.“ Es gebe „viele andere würdige Führungspersönlichkeiten“, die für die EU verhandeln könnten.
Ähnlich kritisch äußerten sich andere Teilnehmer des Treffens. Estlands Außenminister Margus Tsahkna sagte etwa: „Gerhard Schröder ist Putins Idee. (...) Gerhard Schröder wird nicht Europa vertreten.“ Dafür habe man die europäischen Institutionen und Vertreter wie Kallas, Ratspräsident António Costa und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Der in Vertretung des deutschen Außenministers Johann Wadephul nach Brüssel gereiste Europastaatsminister Gunther Krichbaum äußerte sich ebenfalls ablehnend. „Wie Sie wissen, muss ein Vermittler von beiden Seiten akzeptiert werden“, sagte der CDU-Politiker.
Putin hatte den seit Langem mit ihm befreundeten Altkanzler als Vermittler im Krieg zwischen Russland und der Ukraine ins Spiel gebracht. Obwohl sich die USA um Vermittlung bemüht hätten, könne er sich von europäischer Seite den früheren SPD-Chef als Vermittler vorstellen, sagte Putin am Wochenende nach der Siegesparade zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Moskau. Von allen europäischen Politikern würde er Gespräche mit Schröder „bevorzugen“.
Der als Gast zu dem EU-Treffen gereiste ukrainische Außenminister Andrij Sybiha sagte zu einem möglichen Vermittler-Einsatz von Schröder: „Wir unterstützen das nicht.“ Es gebe „viele andere würdige Führungspersönlichkeiten“, die für die EU verhandeln könnten.
Ähnlich kritisch äußerten sich andere Teilnehmer des Treffens. Estlands Außenminister Margus Tsahkna sagte etwa: „Gerhard Schröder ist Putins Idee. (...) Gerhard Schröder wird nicht Europa vertreten.“ Dafür habe man die europäischen Institutionen und Vertreter wie Kallas, Ratspräsident António Costa und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Der in Vertretung des deutschen Außenministers Johann Wadephul nach Brüssel gereiste Europastaatsminister Gunther Krichbaum äußerte sich ebenfalls ablehnend. „Wie Sie wissen, muss ein Vermittler von beiden Seiten akzeptiert werden“, sagte der CDU-Politiker.
Putin hatte den seit Langem mit ihm befreundeten Altkanzler als Vermittler im Krieg zwischen Russland und der Ukraine ins Spiel gebracht. Obwohl sich die USA um Vermittlung bemüht hätten, könne er sich von europäischer Seite den früheren SPD-Chef als Vermittler vorstellen, sagte Putin am Wochenende nach der Siegesparade zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Moskau. Von allen europäischen Politikern würde er Gespräche mit Schröder „bevorzugen“.

