Liveblog zum Krieg in der Ukraine:Putin wirft Westen "schmutziges" Spiel vor

Der russische Präsident äußert sich, während seine Armee einen Atomwaffen-Bereitschaftstest vornimmt. Russland droht mit dem Abschuss kommerzieller westlicher Satelliten.

Dieser Liveblog ist archiviert und wird nicht mehr aktualisiert. Die aktuelle Berichterstattung finden Sie auf unserer Themenseite zum Krieg in der Ukraine .

Wichtige Updates

Pistorius: Putin hat konsequent auf Kriegswirtschaft umgestellt

Selenskij droht weitere Angriffe auf russisches Gebiet an

Kiew und Moskau tauschen Weihnachtspakete für Gefangene aus

Trumps Ukraine-Gesandter Kellogg soll Kiew besuchen

Russland: Tote nach Raketenangriff gegen russische Stadt Rylsk

Lars Langenau
Lars Langenau

Andrij Melnyk soll UN-Botschafter werden

Der frühere ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, soll neuer Vertreter seines Landes bei den Vereinten Nationen in New York werden. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij gab die Versetzung des derzeitigen Botschafters in Brasilien in einer Videobotschaft bekannt. Am Samstag wurde auch der Präsidialerlass zur Entlassung des bisherigen ukrainischen UN-Botschafters Serhij Kyslyzja veröffentlicht.

"Die UN müssen eine stärkere Rolle spielen, um den russischen Aggressionskrieg zu beenden und einen gerechten Frieden für die Ukraine samt Sicherheitsgarantien zu erreichen“, sagte Melnyk dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Daran wolle er in New York arbeiten. "Seite an Seite mit unseren deutschen Freunden und Verbündeten“. Deutschland komme eine entscheidende Rolle zu, um Russlands Präsident Wladimir Putin zu einem Ende seines Angriffskrieges zu zwingen.

Als Botschafter in Berlin hatte Melnyk offen die Bundesregierung kritisiert wegen der seiner Meinung nach zu zögerlichen Waffenhilfe für sein von Russland angegriffenes Land. Er kehrte im Oktober 2022 nach Kiew zurück und wurde Vizeaußenminister. Im Juni 2023 wechselte er als Botschafter nach Brasilien. In New York wird der für scharfe Worte bekannte Melnyk unter anderem auf den russischen UN-Botschafter Wassili Nebensja treffen.
Lars Langenau
Lars Langenau

EU bereitet weiteres Sanktionspaket gegen Russland vor

Die EU will nach Angaben aus diplomatischen Kreisen zum dritten Jahrestag des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2025 ein neues Sanktionspaket gegen Russland verabschieden. Die Vorbereitungsarbeiten dazu hätten bereits begonnen, berichtet die Welt am Sonntag unter Berufung auf einstimmige Informationen aus informierten Brüsseler Diplomatenkreisen laut Vorabbericht. 

Es handelt sich bei der neuen Maßnahme um das 16. Sanktionspaket. Informierte EU-Diplomaten sagten, das Paket sei als "klares Signal an Moskau gedacht" und werde "Maßnahmen gegen spezifische Sektoren der russischen Volkswirtschaft enthalten, die bisher noch gar nicht oder nur unzureichend erfasst worden sind". Zudem soll es in dem 16. Sanktionspaket weitere Listungen von Personen und Organisationen geben, die "als Propagandisten des russischen Regimes zu betrachten und dafür verantwortlich sind, die territoriale Unversehrtheit der Ukraine zu untergraben", hieß es weiter in Diplomatenkreisen.

Die EU-Kommission und der Europäische Auswärtigen Dienst (EAD) planen auch, gegen weitere Personen, die für Russland spioniert haben und an Desinformationskampagnen, unter anderem in Deutschland, beteiligt sind, Einreise- und Vermögenssperren zu verhängen. In Brüssel hieß es dazu, es wäre "herausfordernd", die Beteiligung von Personen an sogenannten hybriden russischen Angriffen aufzuspüren und ihnen eine Tatbeteiligung nachzuweisen. Darum sei derzeit noch nicht eindeutig entschieden, ob am 24. Februar auch Sanktionen wegen Spionage für Russland und Desinformation verabschiedet werden.
Lars Langenau
Lars Langenau

Pistorius: Putin hat konsequent auf Kriegswirtschaft umgestellt

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) kann nicht ausschließen, dass Russland in wenigen Jahren Nato-Territorium angreift. "Wenn wir die Bedrohung ignorieren, weil sie uns Unbehagen bereitet, wird sie nicht kleiner, sondern größer", sagt Pistorius den Zeitungen der Funke Mediengruppe. 

Mit einem militärischen Angriff Russlands auf die Nato sei aktuell nicht zu rechnen. Putin habe aber konsequent auf Kriegswirtschaft umgestellt. Russland produziere in wenigen Monaten mehr Waffen und Munition als alle Länder der Europäischen Union zusammen in einem Jahr. "Ab 2029 oder 2030 könnte Putin so aufgerüstet haben, dass Russland zu einem Angriff auf die Nato in der Lage wäre." Der Minister warnt: "Wir müssen auch damit rechnen, dass Putin in den nächsten Jahren durch einen Vorstoß an der ein oder anderen Stelle des Bündnisgebiets testen könnte, wie geschlossen die Nato wirklich ist."
Lars Langenau
Lars Langenau

Ukrainischer Drohnenangriff setzt Tanklager in Brand

In der westrussischen Region Orjol ist nach einem ukrainischen Drohnenangriff ein Tanklager in Brand geraten. "Dank der schnellen Reaktion ist es zum Glück gelungen, Folgen des Angriffs zu verhindern - der Brand wurde schnell lokalisiert und ist inzwischen völlig gelöscht“, schrieb Gouverneur Andrej Klytschkow auf Telegram. Opfer und schwere Schäden gebe es nicht, versicherte er.

Laut Klytschkow hat die russische Flugabwehr rund 20 Drohnen abgeschossen, die vornehmlich auf Objekte der Treibstoff- und Energieversorgung zielten. Russlands Verteidigungsministerium meldete den Abschuss von insgesamt 42 Drohnen in den Gebieten Orjol, Rostow, Brjansk, Kursk und Krasnodar. Unabhängig lassen sich die Angaben nicht prüfen. Das Tanklager nahe der Ortschaft Stalnoi Kon wurde bereits vor einer Woche attackiert. Kiews Militär begründete den Angriff damit, dass die Reservoirs der Versorgung der russischen Armee dienen. Das Lager versorgt aber auch die Ölleitung Druschba nach Europa.
Matthias Becker
Matthias Becker

Selenskij droht weitere Angriffe auf russisches Gebiet an

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hat als Vergeltung für russische Luftangriffe weitere Attacken gegen Militäreinrichtungen in Russland angedroht. „Wir werden auf jeden Fall weiterhin russische militärische Ziele mit Drohnen und Raketen angreifen“, sagte er in seiner abendlichen Videoansprache aus Kiew. Dabei setze die Ukraine mehr und mehr selbst produzierte Waffen ein. Es gehe gegen „genau die Militärbasen, die russische militärische Infrastruktur, die für diesen Terror gegen unser Volk genutzt wird“.

Mit Terror meinte er die jüngsten russischen Luftangriffe. In Kiew seien gerade erst die Aufräumarbeiten nach einem Angriff mit ballistischen Raketen vom Freitag beendet worden, sagte Selenskij. Am Samstag sei in Cherson im Süden eine Krebsklinik getroffen worden. „Glücklicherweise gab es keine Verletzten: Die Menschen waren im Schutzraum, Patienten und medizinisches Personal.“ Aber die russische Seite wisse genau, wie wichtig das Spezialkrankenhaus sei.

In der vergangenen Woche habe Russland mehr als 550 Gleitbomben, fast 550 Kampfdrohnen und mehr als 20 Raketen verschiedener Typen gegen die Ukraine eingesetzt, schrieb Selenskij im sozialen Netzwerk X. In den vergangenen Wochen hat die Ukraine Angriffe in Russland mit eigenen wie westlichen Waffensystemen ausgeweitet. Ziele waren meist Militäreinrichtungen, Nachschubwege oder Industrieanlagen.

Bei einem Angriff auf die Millionenstadt Kasan, Luftlinie 1 100 Kilometer von der Ukraine entfernt, sollen nach Angaben russischer Behörden am Samstag ukrainische Drohnen auch in bewohnte Hochhäuser geflogen sein. Angaben zu möglichen militärischen Ziele in den Türmen wurden nicht gemacht.
Kassian Stroh
Kassian Stroh

Drohnenangriffe in Russland – drei Flughäfen stellen Betrieb vorübergehend ein

Ein ukrainischer Drohnenangriff hat nach Angaben russischer Behörden mehrere Wohnhäuser in der Großstadt Kasan getroffen. Infolgedessen sei es zu Bränden gekommen, teilte die Stadt mit. Über Opfer ist nichts bekannt. Starts und Landungen auf dem Flughafen der Hauptstadt der russischen Teilrepublik Tatarstan wurden vorübergehend eingestellt. 

Kasan liegt mehr als 800 Kilometer von der russischen Hauptstadt Moskau entfernt und fast 1000 Kilometer von der Ukraine. Aus Sicherheitsgründen sagte die Stadt Großveranstaltungen am Wochenende ab. Die Drohnenangriffe seien in drei Wellen und aus verschiedenen Richtungen erfolgt, schrieb das Verteidigungsministerium bei Telegram. Es wirft der Ukraine vor, zivile Infrastruktur angegriffen zu haben. Drei Drohnen seien zerstört, drei abgewehrt worden. 

Aus Sicherheitsgründen ließen der Luftfahrtbehörde Rossawiazija zufolge auch die regionalen Flughäfen Ischwesk und Saratow vorübergehend keine Starts und Landungen zu. beide sind mehrere hundert Kilometer von Kasan entfernt. In der Regel dauern diese Einschränkungen einige Stunden.
Lara Thiede
Lara Thiede

Pistorius: Deutschland könnte nicht unbeteiligt an der Seite stehen 

Nach einem möglichen Waffenstillstand im Krieg Russlands gegen die Ukraine könnte nach Ansicht von Verteidigungsminister Boris Pistorius auch auf Deutschland eine Aufgabe zukommen. „Eins will ich klarstellen: Solange der Krieg nicht beendet ist, wird es keine deutschen Soldaten auf ukrainischem Boden geben. Die Frage stellt sich, wenn es einen Waffenstillstand oder einen Frieden geben sollte – und wenn klar ist, wie der aussieht“, sagte Pistorius den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Gibt es zum Beispiel eine Demarkationslinie, eine Pufferzone oder eine Peace-Keeping-Zone, in der bewaffnete Kräfte den Frieden sichern? Sie sehen, es ist noch zu vieles offen, um hier eine Aussage zu treffen.“
Am Ende entscheide ohnehin das Parlament, fügte Pistorius an. „Aber klar ist wohl: Deutschland könnte als größtes Nato-Land in Europa und größte Volkswirtschaft in Europa nicht unbeteiligt an der Seite stehen.“

Die europäischen Nato-Staaten diskutieren derzeit die Frage, wie die Ukraine in die Lage versetzt werden könnte, mögliche Friedensverhandlungen mit Russland aus einer Position der Stärke heraus zu führen. Im Gespräch sind in diesem Zusammenhang etwa neue Waffenlieferungen, aber auch die Entsendung von Friedenstruppen zur Absicherung einer möglichen Waffenruhe.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sagte zuletzt auf eine Frage zum Einsatz westlicher Soldaten an einem möglichen friedenssichernden Einsatz in der Ukraine, man müsse immer in der richtigen Reihenfolge vorgehen. Die Ukraine müsse für sich erst mal definieren, was ihre Ziele in Bezug auf einen Frieden seien, der kein Diktatfrieden sei. 
Philipp Saul
Philipp Saul

Kiew und Moskau tauschen Weihnachtspakete für Gefangene aus

Die Menschenrechtsbeauftragten der Ukraine und Russlands haben bei einem Treffen in Belarus Briefe und Weihnachtspäckchen für Kriegsgefangene auf der jeweils anderen Seite ausgetauscht. Das teilten der ukrainische Ombudsmann Dmytro Lubinez und die russische Menschenrechtsbeauftragte Tatjana Moskalkowa mit. Den Ort der Begegnung in dem Drittstaat nannten sie nicht. Es ist der erste öffentlich gewordene Kontakt derartig ranghoher Staatsvertreter der Kriegsparteien seit Langem.

Es seien jeweils 1500 Weihnachtspäckchen für Kriegsgefangene sowie Briefe von Angehörigen ausgetauscht worden, schrieb Moskalkowa auf Telegram. Lubinez teilte mit, es seien auch Listen mit Kriegsgefangenen sowie in Russland festgehaltenen ukrainischen Zivilisten übergeben worden. Mit der Aktion verbunden war demnach auch die Rückkehr von mehr als 500 Leichen ukrainischer Soldaten aus Russland. Dies war schon vorher mitgeteilt worden. Unklar war, ob die Rückgabe auch in Belarus stattgefunden hat.
Philipp Saul
Philipp Saul

Trumps Ukraine-Gesandter Kellogg soll Kiew besuchen

Der designierte Ukraine-Beauftragte von US-Präsident Donald Trump, Ex-General Keith Kellogg, wird in nächster Zeit Kiew besuchen. Ein Termin sei vereinbart, sagte der Sprecher des ukrainischen Außenministeriums, Heorhij Tychyj, in Kiew. „Ich werde das Datum aus Sicherheitsgründen nicht nennen. Aber ich kann bestätigen, dass wir General Kellogg in der Ukraine erwarten“, fügte er nach Medienberichten hinzu.

Die Ukraine wolle der neuen US-Führung über Kellogg die Informationen vermitteln, die bei Wegen „zu einem gerechten Frieden berücksichtigt werden sollten“, sagte Tychyj. Kellogg, früher Sicherheitsberater des ehemaligen Vizepräsidenten Mike Pence, soll Trumps Vorhaben voranbringen, den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine rasch zu beenden.

Ein Besuch in Russland scheint dabei bisher nicht auf der Agenda zu stehen. Moskau sei nicht angefragt worden, sagte Vizeaußenminister Sergej Rjabkow der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Russland habe seine Position immer wieder dargelegt. „Wenn Herr Kellogg seine künftigen Vorstellungen auf gesunden Menschenverstand gründen will, dann muss er einfach mit der Sammlung an Ideen arbeiten, die wir vorgeschlagen haben“, sagte Rjabkow.

Kelloggs bislang geäußerte Vorstellungen laufen auf ein Einfrieren der Kämpfe entlang der derzeitigen Frontlinie hinaus. Die Forderung der Ukraine nach einer Nato-Mitgliedschaft als Sicherheitsgarantie lehnt er ab. 
Philipp Saul
Philipp Saul

Russland: Tote nach Raketenangriff gegen russische Stadt Rylsk

Bei einem ukrainischen Raketenangriff auf die Kleinstadt Rylsk im russischen Grenzgebiet Kursk sind nach Behördenangaben mindestens sechs Menschen getötet worden. Zehn Verletzte seien in Krankenhäuser gebracht worden, teilte der neu ernannte Gouverneur der Region, Alexander Chinschtejn, mit. Russische Telegramkanäle berichteten von bis zu 26 Verletzten.

Rylsk zählt knapp 15 000 Einwohner und liegt etwa 30 Kilometer von der Grenze entfernt. Die Stadt ist Aufmarschgebiet für russische Einheiten, die eingedrungene ukrainische Truppen aus dem Gebiet Kursk vertreiben sollen. Beschädigt wurden bei dem Angriff den Angaben zufolge eine Berufsschule, eine Kirche aus dem 18. Jahrhundert und andere Gebäude. Videos in sozialen Medien zeigten Brände.

Mit welchen Raketen die Ukraine die Stadt beschossen hat, stand zunächst nicht fest. Gouverneur Chinschtejn berichtete, die russische Luftabwehr habe mehrere Geschosse des US-Artillerieraketenwerfers Himars abgefangen. Ukrainische Telegram-Kanäle behaupteten, in den beschossenen Häusern seien russische Soldaten einquartiert gewesen.
Dimitri Taube

Ukraine meldet Raketenangriff auf Kiew – mindestens ein Todesopfer 

Infolge eines russischen Raketenangriffs auf Kiew ist nach Angaben der örtlichen Behörden mindestens ein Mensch getötet worden. Neun weitere sollen verletzt worden sein. Zudem seien Brände ausgebrochen und ein Bürogebäude beschädigt worden, teilte der Chef der Militärverwaltung der ukrainischen Hauptstadt, Serhij Popko, mit. Er bezog sich auf vorläufige Informationen. Die russischen Streitkräfte hätten acht Raketen auf Kiew abgefeuert. Dabei hätten sie Kinschal-Hyperschallraketen und ballistische Iskander/KN-23-Raketen eingesetzt.

Die ukrainische Zeitung Kyiv Independent berichtet, dass unter anderem ein Gebäude in der ukrainischen Hauptstadt „stark beschädigt“ worden sei, in dem die Botschaften von Albanien, Palästina, Nordmazedonien, Portugal und Montenegro untergebracht sind. Das habe ein Sprecher des ukrainischen Außenministeriums mitgeteilt. 

Fotos vom Ort des Geschehens im Zentrum von Kiew zeigen das zerstörte Dach eines Bürogebäudes mit herausgerissenen Fenstern sowie Feuerwehrleute, die einen Brand löschen. Laut Kyiv Independent wurde der Bezirk Holossiji, südlich vom Stadtzentrum, bei dem russischen Angriff am stärksten getroffen. Auch Gebäude in den westlichen Bezirken Solomianskyi und Shevchenkivskyi wurden demnach durch herabfallende Trümmer beschädigt.

Neben mehreren Gebäuden und einer Reihe von Autos sei auch eine Wärmetrasse getroffen worden, schrieb Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko auf seinem Telegramkanal. Damit seien Hunderte Wohnhäuser und jeweils mehr als ein Dutzend medizinische Einrichtungen, Schulen und Kindergärten von der Wärmeversorgung abgeschnitten. In Kiew liegen die Temperaturen derzeit knapp über dem Gefrierpunkt. 

In Kiew wurde kurz nach Mitternacht Luftalarm ausgelöst und erst nach dreieinhalb Stunden wieder beendet. Am Morgen gab es dann noch einmal Luftalarm für gut eine Stunde.

Auch im Umland der Hauptstadt gab es mehrere Einschläge – dort kamen Drohnen zum Einsatz. Es seien vor allem Lager in Brand geraten, teilte der Katastrophenschutz mit – unter anderem ein Großlager mit 15 000 Quadratmetern Fläche in der Nähe des Flughafens Boryspil.
Ein zerstörtes Auto ist nach einem russischen Raketenangriff in Kiew zu sehen.
Ein zerstörtes Auto ist nach einem russischen Raketenangriff in Kiew zu sehen. Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa
Lara Thiede
Lara Thiede

Orbán blockiert Verlängerung von Russland-Sanktionen 

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat beim EU-Gipfel in Brüssel seine Zustimmung zur Verlängerung der Ende Januar auslaufenden Russland-Sanktionen verweigert. Wie die Deutsche Presse-Agentur von mehreren Teilnehmern des Spitzentreffens in Brüssel erfuhr, sagte Orbán den anderen Staats- und Regierungschefs, er müsse über die Sache noch nachdenken. Eine Entscheidung will er demnach erst nach der Amtseinführung des neugewählten US-Präsidenten Donald Trump am 20. Januar treffen.

Der Republikaner hat mehrfach kundgetan, er könne den russischen Krieg gegen die Ukraine in kurzer Zeit beenden. Aus Sicht von Orbán würde dann die Grundlage für die Sanktionen wegfallen. Er hatte sie wiederholt als nutzlos und schlecht für die europäische Wirtschaft kritisiert.

Wenn Ungarn der Verlängerung der EU-Sanktionen nicht zustimmt, würden sie am 31. Januar auslaufen. Betroffen wären die umfangreichen Wirtschafts- und Finanzsanktionen, aber auch die eher symbolischen Sanktionen gegen mehr als 2000 Personen und Unternehmen. Unter letzteren sind auch russische Spitzenpolitiker wie Präsident Wladimir Putin und zahlreiche Oligarchen.

Diplomaten betonten unterdessen, dass auch nach dem 20. Januar noch ausreichend Zeit bleiben würde, die Sanktionen rechtzeitig zu verlängern. Möglicherweise wolle Orbán auch in anderen Bereichen Zugeständnisse der EU-Partner erpressen. So sind wegen Rechtsstaatsdefiziten in Ungarn für das Land vorgesehene EU-Gelder in Milliardenhöhe derzeit eingefroren. Die formelle Entscheidung für die Verlängerung der EU-Sanktionen muss vom Rat der Europäischen Union einstimmig getroffen werden. Bislang gab der EU-Gipfel in der Regel dafür den Auftrag. Die derzeit gültigen Regeln sehen vor, dass die Sanktionen alle sechs Monate verlängert werden müssen.
Lara Thiede
Lara Thiede

Ukraine: Russland verübte Cyber-Angriff auf ukrainische Staatsregister 

Die stellvertretende ukrainische Ministerpräsidentin Olha Stefanishyna teilt mit, dass Russland einen Cyber-Angriff auf die staatlichen Register der Ukraine verübt hat. „Heute fand der größte externe Cyberangriff der letzten Zeit auf die staatlichen Register der Ukraine statt", schrieb Stefanishyna auf Facebook. Deshalb sei die Arbeit der einheitlichen und staatlichen Register, die dem Justizministerium der Ukraine unterstehen, vorübergehend ausgesetzt worden. Sie erklärte weiter, dass dieser Angriff die wichtige Infrastruktur in der Ukraine stören sollte. Die Arbeiten zur Wiederherstellung der Systeme würden fortgesetzt. 
Nadja Tausche
Nadja Tausche

Scholz nach Telefonat mit Trump: Das Töten muss enden

Am Rande des EU-Gipfels hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) mit dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump über den Ukraine-Krieg gesprochen. Die beiden seien sich einig gewesen, „dass der russische Krieg gegen die Ukraine schon viel zu lange andauere und es darauf ankomme, so bald wie möglich auf den Weg zu einem fairen, gerechten und nachhaltigen Frieden zu gelangen“, teilte Regierungssprecher Steffen Hebestreit nach dem Telefonat mit. Dass Scholz bereits vor dem Amtsantritt schon zum zweiten Mal mit dem künftigen Präsidenten telefoniert, ist nicht unbedingt üblich. Scholz will Trump nach seiner Vereidigung am 20. Januar möglichst bald in Washington besuchen. 

Im Anschluss an das Telefonat zeigte sich Scholz zuversichtlich, dass Europa und die USA ihre Unterstützung für die Ukraine gemeinsam fortsetzen werden. „Aber natürlich mit einer klaren Perspektive, dass es einen fairen Frieden für die Ukraine gibt, die ihre Souveränität verteidigen kann, und dass das Töten endet“, fügte Scholz auf einer Pressekonferenz nach dem EU-Gipfel in Brüssel hinzu. Es brauche auch mit einem Präsidenten Trump eine koordinierte Ukraine-Politik mit den USA. „Mein Eindruck: Das ist auch gut möglich.“ 
Nadja Tausche
Nadja Tausche

EU kündigt weitere Milliardenhilfen für die Ukraine an

Die Europäische Union gibt zusätzliche Milliardenhilfen für die Ukraine bekannt. Für das kommende Jahr seien nun 30 Milliarden Euro mehr als Finanzhilfe geplant, sagte EU-Ratspräsident Antonio Costa in Brüssel nach dem EU-Gipfel.

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