Dieser Liveblog ist archiviert und wird nicht mehr aktualisiert. Die aktuelle Berichterstattung finden Sie auf unserer Themenseite zum Krieg in Nahost.
Wichtige Updates
US-Senatoren verlangen Klarheit über Starlink-Drosselung
Drohnen treffen zwei Tanker vor rumänischer Küste – Seeleute vermisst
Insider: Starshield-Satellitendienst in Ukraine funktioniert wieder
Ukraine: Raketen treffen mehrere russische Kampfjets am Boden
Selenskij kündigt Angriffe auf Russlands Ölraffinerien an
US-Senatoren verlangen Klarheit über Starlink-Drosselung
Die vorübergehende Drosselung des militärisch genutzten Satelliteninternets in der Ukraine sorgt im US-Senat für parteiübergreifende Kritik. Neun Mitglieder des Auswärtigen Ausschusses, darunter vier Republikaner, fordern in einem Brief an den Generalinspekteur des Pentagons eine Untersuchung des Vorfalls, wie der Senatsausschuss mitteilte. Es müsse untersucht werden, ob US-Beamte der Unterbrechung von Starshield, der militärischen Funktion von Starlink, zugestimmt hätten oder vorab darüber informiert gewesen seien. Eine Störung des Systems beeinträchtige die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine.
Ein besonderes Augenmerk legten die Senatoren auf Auswirkungen auf eigene Staatsbürger: Beeinträchtigungen des Systems gefährdeten Diplomaten, Militärangehörige und Sicherheitspersonal. Die neun Senatorinnen und Senatoren dringen in dem Brief auf eine Prüfung, ob US-Personal während russischer Angriffe Schutzräume erreichen konnte. „Die Regierung der Vereinigten Staaten hat die grundlegende Pflicht, amerikanisches Personal im Ausland zu schützen“, heißt es in dem Schreiben an Generalinspekteur Platte Moring.
Ukrainischen Medienberichten zufolge hatte der Starlink-Betreiber Space-X in der Nacht zum Mittwoch ohne Vorwarnung ein Tempolimit für Starlink-Terminals eingeführt, das etwas mehr als einen Tag bestand. Demnach verloren Flugobjekte ihre Verbindung, wenn sie sich schneller als 160 Kilometer pro Stunde bewegten. Weitreichende ukrainische Drohnen, die zum Teil mit bis zu 300 Kilometern pro Stunde fliegen, waren damit bei Überschreitungen der Geschwindigkeitsbegrenzung im Blindflug unterwegs. Sie konnten nicht mehr aus der Ferne gesteuert werden.
Die Stimmung zwischen Donald Trump und Wolodimir Selenskij hat sich zuletzt dramatisch verschlechtert. Der US-Präsident hatte sogar die Ablösung seines ukrainischen Kollegen gefordert und behauptet, Selenskij sperre sich gegen ein Friedensabkommen und sei durch die ukrainischen Angriffe auf russische Raffinerien für die hohen Dieselpreise verantwortlich. Die demokratische Senatorin Jeanne Shaheen aus New Hampshire, die zu den Unterzeichnern des Schreibens gehört, sagte dem britischen Sender BBC, Trump nutze die Ukraine als „Sündenbock“ für die hohen Energiepreise. Dabei seien diese ein Ergebnis des Iran-Krieges. In weniger als drei Wochen stehen am 3. November die wichtigen Zwischenwahlen in den USA an.
Ein besonderes Augenmerk legten die Senatoren auf Auswirkungen auf eigene Staatsbürger: Beeinträchtigungen des Systems gefährdeten Diplomaten, Militärangehörige und Sicherheitspersonal. Die neun Senatorinnen und Senatoren dringen in dem Brief auf eine Prüfung, ob US-Personal während russischer Angriffe Schutzräume erreichen konnte. „Die Regierung der Vereinigten Staaten hat die grundlegende Pflicht, amerikanisches Personal im Ausland zu schützen“, heißt es in dem Schreiben an Generalinspekteur Platte Moring.
Ukrainischen Medienberichten zufolge hatte der Starlink-Betreiber Space-X in der Nacht zum Mittwoch ohne Vorwarnung ein Tempolimit für Starlink-Terminals eingeführt, das etwas mehr als einen Tag bestand. Demnach verloren Flugobjekte ihre Verbindung, wenn sie sich schneller als 160 Kilometer pro Stunde bewegten. Weitreichende ukrainische Drohnen, die zum Teil mit bis zu 300 Kilometern pro Stunde fliegen, waren damit bei Überschreitungen der Geschwindigkeitsbegrenzung im Blindflug unterwegs. Sie konnten nicht mehr aus der Ferne gesteuert werden.
Die Stimmung zwischen Donald Trump und Wolodimir Selenskij hat sich zuletzt dramatisch verschlechtert. Der US-Präsident hatte sogar die Ablösung seines ukrainischen Kollegen gefordert und behauptet, Selenskij sperre sich gegen ein Friedensabkommen und sei durch die ukrainischen Angriffe auf russische Raffinerien für die hohen Dieselpreise verantwortlich. Die demokratische Senatorin Jeanne Shaheen aus New Hampshire, die zu den Unterzeichnern des Schreibens gehört, sagte dem britischen Sender BBC, Trump nutze die Ukraine als „Sündenbock“ für die hohen Energiepreise. Dabei seien diese ein Ergebnis des Iran-Krieges. In weniger als drei Wochen stehen am 3. November die wichtigen Zwischenwahlen in den USA an.
Carim Soliman

Selenskij weist Trump-Vorwürfe wegen Angriffen auf Russland zurück
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hat Vorwürfe von US-Präsident Donald Trump zurückgewiesen. Er habe der US-Regierung nach der Forderung eines Stopps der Angriffe gesagt, dass Washington sein Land dann aber mit Luftabwehrraketen ausstatten solle, sagte Selenskij am Freitag in Brüssel auf dem EU-Gipfel. Nur mit den Abwehrraketen könne man fortgesetzte russische Angriffe auf eigene Energieanlagen abwehren. Dies sei nicht geschehen, fügte Selenskij hinzu. Die Ukraine hatte nach wenigen Tagen wieder Ölanlagen in Russland attackiert, weil Russland nicht aufhörte, Energieeinrichtungen in der Ukraine zu bombardieren.
Auf die Frage, was er zu der Trump-Aussage sage, dass dieser leichter mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin als mit ihm reden könne, wich Selenskij aus. Er habe mehrere Treffen mit Trump gehabt „und immer Themen gefunden, über die man diskutieren und entscheiden“ könne. Aber er stehe allein für die ukrainischen Interessen, betonte Selenskij. „Wir werden angegriffen, wir werden besetzt, unsere Menschen werden umgebracht“, sagte der Präsident.
Auf die Frage, ob er von Trump vor den US-Midterm-Wahlen zum Sündenbock für den vom US-Präsidenten begonnenen Krieg gegen Iran und die hohen Spritpreise gemacht werden solle, lächelte Selenskij nur. „Das ist meine Antwort.“
Selenskij hatte zuvor an den Beratungen der 27 EU-Staats- und Regierungschefs teilgenommen und davon gesprochen, wie groß die Hilfe der EU für sein Land sei.
Auf die Frage, was er zu der Trump-Aussage sage, dass dieser leichter mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin als mit ihm reden könne, wich Selenskij aus. Er habe mehrere Treffen mit Trump gehabt „und immer Themen gefunden, über die man diskutieren und entscheiden“ könne. Aber er stehe allein für die ukrainischen Interessen, betonte Selenskij. „Wir werden angegriffen, wir werden besetzt, unsere Menschen werden umgebracht“, sagte der Präsident.
Auf die Frage, ob er von Trump vor den US-Midterm-Wahlen zum Sündenbock für den vom US-Präsidenten begonnenen Krieg gegen Iran und die hohen Spritpreise gemacht werden solle, lächelte Selenskij nur. „Das ist meine Antwort.“
Selenskij hatte zuvor an den Beratungen der 27 EU-Staats- und Regierungschefs teilgenommen und davon gesprochen, wie groß die Hilfe der EU für sein Land sei.
Ukraine meldet Tote und Verletzte in Charkiw
Bei russischen Drohnenangriffen sind nach Angaben aus der Ukraine in der Stadt Charkiw mindestens zwei Menschen getötet worden. Ein Mann habe reanimiert werden können, teilte der Gouverneur des Gebiets auf Telegram mit. Sein Zustand sei kritisch. Insgesamt gebe es 14 Verletzte. Moskau attackierte demnach mehrere Stadtteile.
Ukraine: Hunderttausende Menschen nach Angriffen ohne Strom
Bei russischen Drohnenangriffen auf die Ukraine sind nach ukrainischen Angaben mehrere Menschen verletzt worden. Zudem fiel im Westen des Landes für Hunderttausende Menschen der Strom aus. In der an Polen grenzenden Region Wolyn seien 370 000 Menschen ohne Stromversorgung, teilte der zuständige Gouverneur auf Telegram mit. Ein Unternehmen mit ausländischen Investitionen sei getroffen und zwei Menschen seien verletzt worden.
Polen ließ während der russischen Angriffe Kampfjets aufsteigen, um seinen Luftraum zu schützen. Es sei jedoch keine Verletzung des Luftraums registriert worden, teilten die Streitkräfte des EU- und Nato-Landes auf X mit.
In Kiew kam es während der russischen Angriffe zu Notabschaltungen, wie der private Energieversorger DTEK auf X mitteilte. In Uman in der Zentralukraine wurden der Polizei zufolge fünf Personen verletzt, als Drohnen in ein Wohnhaus einschlugen.
Polen ließ während der russischen Angriffe Kampfjets aufsteigen, um seinen Luftraum zu schützen. Es sei jedoch keine Verletzung des Luftraums registriert worden, teilten die Streitkräfte des EU- und Nato-Landes auf X mit.
In Kiew kam es während der russischen Angriffe zu Notabschaltungen, wie der private Energieversorger DTEK auf X mitteilte. In Uman in der Zentralukraine wurden der Polizei zufolge fünf Personen verletzt, als Drohnen in ein Wohnhaus einschlugen.
Drohnen treffen zwei Tanker vor rumänischer Küste – Seeleute vermisst
Bei einem Drohnenangriff vor der rumänischen Schwarzmeerküste sind zwei Chemikalientanker in Brand geraten. Sieben Seeleute werden vermisst, wie die rumänischen Behörden am Donnerstag mitteilten. Einem Nato-Militärvertreter zufolge stammten die Drohnen aus Russland. Der rumänische Präsident Nicușor Dan bestätigte die Drohnenangriffe, vermied es jedoch, Russland direkt als Verantwortlichen zu benennen. Die beiden Schiffe ankerten nahe der Mündung des Sulina-Kanals, einer für die Ukraine wichtigen Exportroute über die Donau. Eines der Schiffe befand sich in rumänischen Hoheitsgewässern, das andere knapp außerhalb.
In den vergangenen zehn Tagen wurden mindestens fünf weitere Frachtschiffe nahe der Küsten der Nato-Mitglieder Rumänien und Bulgarien getroffen. Nach Angaben örtlicher Behörden gelten mindestens 23 Seeleute als vermisst oder tot. "Die Lage im Schwarzen Meer ist ernst", sagte Präsident Dan. Nato-Generalsekretär Mark Rutte erklärte nach einem Treffen mit Dan und dem bulgarischen Ministerpräsidenten Rumen Radew, das Bündnis werde seine Abschreckungs- und Verteidigungsposition bei Bedarf anpassen.
Wegen der wiederholten russischen Angriffe auf die ukrainischen Schwarzmeerhäfen ist Kiew zunehmend auf die Donauhäfen und Schifffahrtsrouten nahe der Küsten Rumäniens und Bulgariens angewiesen. Die zunehmenden Angriffe auf Handelsschiffe schüren Sorgen über die Getreideexporte aus der Region. Die rumänische Außenministerin Oana Țoiu bezeichnete das Schwarze Meer kürzlich als "das derzeit tödlichste Meer, was die Zahl der Opfer unter Seeleuten in den letzten Monaten angeht". Dem bulgarischen Ministerpräsidenten Radew zufolge wollen die EU-Staats- und Regierungschefs über ein mögliches Moratorium für Angriffe auf zivile Schiffe im Schwarzen Meer beraten.
In den vergangenen zehn Tagen wurden mindestens fünf weitere Frachtschiffe nahe der Küsten der Nato-Mitglieder Rumänien und Bulgarien getroffen. Nach Angaben örtlicher Behörden gelten mindestens 23 Seeleute als vermisst oder tot. "Die Lage im Schwarzen Meer ist ernst", sagte Präsident Dan. Nato-Generalsekretär Mark Rutte erklärte nach einem Treffen mit Dan und dem bulgarischen Ministerpräsidenten Rumen Radew, das Bündnis werde seine Abschreckungs- und Verteidigungsposition bei Bedarf anpassen.
Wegen der wiederholten russischen Angriffe auf die ukrainischen Schwarzmeerhäfen ist Kiew zunehmend auf die Donauhäfen und Schifffahrtsrouten nahe der Küsten Rumäniens und Bulgariens angewiesen. Die zunehmenden Angriffe auf Handelsschiffe schüren Sorgen über die Getreideexporte aus der Region. Die rumänische Außenministerin Oana Țoiu bezeichnete das Schwarze Meer kürzlich als "das derzeit tödlichste Meer, was die Zahl der Opfer unter Seeleuten in den letzten Monaten angeht". Dem bulgarischen Ministerpräsidenten Radew zufolge wollen die EU-Staats- und Regierungschefs über ein mögliches Moratorium für Angriffe auf zivile Schiffe im Schwarzen Meer beraten.
Barbara Klimke
Ukrainische Drohne treffen Industrieanlagen bei Rostow
Ukrainische Drohnen haben nach Angaben des Gouverneurs der südrussischen Region Rostow, Juri Sljussar, dortige Industrie- und Lageranlagen getroffen und einen Brand ausgelöst. Bei dem Angriff sei ein Mann verletzt worden, schreibt Sljussar im Onlinedienst Telegram.
Wadephul: Bundesregierung steht hinter Selenskij
Die Bundesregierung steht nach Worten von Außenminister Johann Wadephul trotz der Kritik aus Washington weiterhin hinter dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij. Demokratischen Wahlen seien im Kriegszustand schlicht nicht möglich. „Es muss natürlich irgendwann wieder einen demokratischen Prozess in der Ukraine geben, aber das kann jetzt in dieser Kriegssituation nicht der Fall sein“, sagt Wadephul in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“. Zugleich betont der Minister: „Die Bundesregierung steht jedenfalls vollständig hinter dem Präsidenten, hinter der Regierung. Und es wird einen Zeitpunkt geben, wo es wieder Wahlen gibt, aber jetzt ist nicht der Zeitpunkt, über sowas zu diskutieren.“
Selenskij hatte in den vergangenen Tagen mehrfach den Diesel-Deal zwischen US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin kritisiert, woraufhin der US-Präsident den Rücktritt von Selenskij gefordert hatte. Auch US-Tech-Milliardär Elon Musk übte Kritik an Selenskij. In einem Post auf seiner Plattform X schrieb er, für Selenskij sei es nun an der Zeit abzutreten.
Selenskij hatte in den vergangenen Tagen mehrfach den Diesel-Deal zwischen US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin kritisiert, woraufhin der US-Präsident den Rücktritt von Selenskij gefordert hatte. Auch US-Tech-Milliardär Elon Musk übte Kritik an Selenskij. In einem Post auf seiner Plattform X schrieb er, für Selenskij sei es nun an der Zeit abzutreten.
Insider: Starshield-Satellitendienst in Ukraine funktioniert wieder
Der für das ukrainische Militär wichtige Satelliten-Internetdienst Starshield funktioniert bei Bewegung wieder uneingeschränkt, wie aus Kreisen des ukrainischen Verteidigungsministeriums verlautet. Am Mittwoch ist die Verbindung bei Geschwindigkeiten von mehr als 160 Kilometern pro Stunde gedrosselt worden, was Drohneneinsätze an der Front behindert. Das Ministerium bemüht sich den Angaben zufolge weiter um Aufklärung über die Gründe für die Störung.
Ukraine: Raketen treffen mehrere russische Kampfjets am Boden
Die Ukraine will sechs russische Kampfflugzeuge des Typs Suchoi Su-34M auf einem Flugplatz in Westrussland beschädigt haben. Dabei seien Neptun-Marschflugkörper eingesetzt worden, teilte die ukrainische Marine in den sozialen Netzwerken mit. Attackiert wurde demnach der mehr als 340 Kilometer von ukrainisch kontrolliertem Gebiet entfernte Militärflugplatz Borissoglebsk im russischen Gebiet Woronesch. In der Nacht kursierten in sozialen Netzwerken nicht überprüfbare Fotos von Bränden, die den Angriff belegen sollen. Russische Militärblogger bestätigten den Angriff samt Schäden.
Die russische Luftwaffe setzt Su-34-Jagdbomber für den Abwurf von Gleitbomben ein. Die mit Flügelkonstruktionen versehenen Bomben werden von den Kampfbombern aus großer Höhe und Dutzende Kilometer entfernt von der gegnerischen Flugabwehr auf Ziele abgeworfen. Nach ukrainischen Angaben setzt Russland durchschnittlich täglich 200 Gleitbomben gegen Ziele in der Ukraine ein. Ein Verlust von gleich sechs Kampfflugzeugen würde die russische Luftwaffe erheblich schwächen.
Die russische Luftwaffe setzt Su-34-Jagdbomber für den Abwurf von Gleitbomben ein. Die mit Flügelkonstruktionen versehenen Bomben werden von den Kampfbombern aus großer Höhe und Dutzende Kilometer entfernt von der gegnerischen Flugabwehr auf Ziele abgeworfen. Nach ukrainischen Angaben setzt Russland durchschnittlich täglich 200 Gleitbomben gegen Ziele in der Ukraine ein. Ein Verlust von gleich sechs Kampfflugzeugen würde die russische Luftwaffe erheblich schwächen.
Selenskij kündigt Angriffe auf Russlands Ölraffinerien an
Der ukrainische Staatschef Wolodimir Selenskij hat nach einem Bericht der Financial Times trotz der Kritik von US-Präsident Donald Trump neue Angriffe auf russische Ölraffinerien angekündigt. Die Zurückhaltung sei vorbei, sagte Selenskij im Interview der Financial Times. Demnach äußerte Selenskij auch seine Verärgerung über den „gefährlichen“ Mangel an US-Geheimdienstdaten und die parallele Drosselung des Satelliteninternetdienstes Starlink, während Russland seine Angriffe auf die Ukraine intensiviere. „Wir werden einen Ausweg finden“, sagte Selenskij, ohne Details zu nennen. Auch andere westliche Geheimdienste liefern Kiew Daten.
Russland hatte bereits am Mittwoch neue ukrainische Angriffe auf Ölverarbeitungsanlagen in den Gebieten Rjasan und Saratow gemeldet. Das Gebiet Rjasan meldete heute eine weitere Drohnenattacke. Dabei sei auf dem Gelände einer Raffinerie ein Brand ausgebrochen.
Russland hatte bereits am Mittwoch neue ukrainische Angriffe auf Ölverarbeitungsanlagen in den Gebieten Rjasan und Saratow gemeldet. Das Gebiet Rjasan meldete heute eine weitere Drohnenattacke. Dabei sei auf dem Gelände einer Raffinerie ein Brand ausgebrochen.
Barbara Klimke
Großbritannien zahlt 20 Millionen Euro für Tschernobyl-Reparatur
Die britische Regierung stellt 17 Millionen Pfund, umgerechnet 20 Millionen Euro, für Reparaturen am Atomkraftwerk Tschernobyl in der Nordukraine bereit. Das Geld sei für wichtige Reparaturen an der Schutzhülle und dem Belüftungssystem bestimmt, teilte die Regierung in London mit. Ein russischer Drohnenangriff hatte im vergangenen Jahr den Schutzmantel des Kraftwerks beschädigt. Dort hatte sich 1986 der weltweit schwerste Atomunfall ereignet.
Der britische Schatzkanzler John Healey betonte, das Bekenntnis der Regierung zu den Menschen in der Ukraine sei „unverrückbar“. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij traf sich am Mittwoch mit Premierminister Andy Burnham in London zu bilateralen Gesprächen.
Der britische Schatzkanzler John Healey betonte, das Bekenntnis der Regierung zu den Menschen in der Ukraine sei „unverrückbar“. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij traf sich am Mittwoch mit Premierminister Andy Burnham in London zu bilateralen Gesprächen.

Der britische Premierminister Andy Burnham (re.) trifft den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij in der Downing Street. Foto: Pool/Getty Images
Healey fordert außerdem seine Amtskollegen beim Treffen des Internationalen Währungsfonds in Bangkok auf, Sanktionen gegen Russlands Schifffahrt zu verschärfen: Sie sollten „bei harten Wirtschaftssanktionen gegen Russland Kurs halten“, sagte er, „insbesondere bei einem strengeren Verbot von Schifffahrtsdiensten, die Putins sanktionsbrechender Schattenflotte den Betrieb ermöglichen“.
Ein US-Regierungsvertreter hatte hingehen erklärt, die Regierung von Präsident Donald Trump erwäge eine Lockerung von Strafmaßnahmen gegen Schiffe der sogenannten Schattenflotte, die Öl und Ölprodukte unter anderem aus Russland, Iran und Venezuela transportiert haben, um die Frachtkosten zu senken.
Ein US-Regierungsvertreter hatte hingehen erklärt, die Regierung von Präsident Donald Trump erwäge eine Lockerung von Strafmaßnahmen gegen Schiffe der sogenannten Schattenflotte, die Öl und Ölprodukte unter anderem aus Russland, Iran und Venezuela transportiert haben, um die Frachtkosten zu senken.
Musk nach Ukraine-Kritik: Satelliten-Kontrolle liegt bei US-Regierung
Nach Kritik aus der Ukraine an Einschränkungen bei der Satellitenkommunikation der Satelliten-Netzwerke des US-Raumfahrtunternehmens Space-X verweist der US-Unternehmer Elon Musk darauf, dass Starshield Eigentum der US-Regierung sei und von dieser auch kontrolliert werde. Jegliche Beschränkungen bei Geschwindigkeit oder Nutzung werde vom US-Militär und letztlich vom US-Präsidenten festgelegt, erklärt Musk.
Starshield ist der militärische Teil des Satellitennetzwerks, dessen ziviler Arm Starlink heißt. Zu Starlink sagt Musk, dieses System sei auf zivile oder defensive Aktivitäten beschränkt und könne nicht für offensive militärische Zwecke genutzt werden.
Die Ukraine hatte zuvor Musks Unternehmen Space-X, zu dem Starshield und Starlink gehören, vorgeworfen, die Satelliten-Nutzung für die Ukraine eingeschränkt und dadurch die ukrainische Drohnenabwehr und Luftverteidigung im Kampf gegen Russland geschwächt zu haben. Das hatte Sorgen geschürt, US-Präsident Donald Trump könne die Unterstützung der Ukraine auf dem Schlachtfeld reduzieren, um Kiew zu Zugeständnissen an Russland oder die USA zu zwingen.
Starshield ist der militärische Teil des Satellitennetzwerks, dessen ziviler Arm Starlink heißt. Zu Starlink sagt Musk, dieses System sei auf zivile oder defensive Aktivitäten beschränkt und könne nicht für offensive militärische Zwecke genutzt werden.
Die Ukraine hatte zuvor Musks Unternehmen Space-X, zu dem Starshield und Starlink gehören, vorgeworfen, die Satelliten-Nutzung für die Ukraine eingeschränkt und dadurch die ukrainische Drohnenabwehr und Luftverteidigung im Kampf gegen Russland geschwächt zu haben. Das hatte Sorgen geschürt, US-Präsident Donald Trump könne die Unterstützung der Ukraine auf dem Schlachtfeld reduzieren, um Kiew zu Zugeständnissen an Russland oder die USA zu zwingen.
Selenskij kritisiert Trumps Kurs im Ukraine-Krieg
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij fühlt sich durch den Diesel-Deal von US-Präsident Donald Trump mit Russland und andere Schritte der US-Führung betrogen. Auf eine entsprechende Frage des britischen Moderators Piers Morgan antwortete Selenskij während seines Besuchs in London: „In der Tat, ja, unter uns gesagt.“ Zu den Handlungen von Trump sagte er, das sei „nicht die richtige Seite der Geschichte“.
Morgan schloss in seine Frage auch Trumps Behauptung ein, dass ein Energie-Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine vereinbart worden sei. Dem seien russische Bombardements auf ukrainische Energieanlagen gefolgt. Selenskij sagte, die Lage sei komplizierter als seine Emotionen, es gehe nicht nur um ihn. „Unser Land muss überleben“, sagte er.
Trump hatte nach einem Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auf seiner Plattform Truth Social verkündet, Russland werde umgehend mehr als 300 000 Tonnen Diesel für die USA und den Weltmarkt zur Verfügung stellen. Dafür sollten Sanktionen ausgesetzt werden.
„Es ist schade, dass wir einen starken Partner verlieren“, beschrieb Selenskij seine Reaktion. Die Ukraine könne sich keine Schwäche erlauben. „Wir verkaufen unser Land nicht.“ Es gehe nicht um Business, sondern um das Leben, das eigene Land. Wenn Trump nicht ihre Seite wähle, sei das schmerzhaft, sagte der ukrainische Präsident. Es sei okay, wenn der US-Präsident „in der Mitte“ stünde. „Aber wenn man in der Mitte ist, muss man in der Mitte bleiben.“ Er wisse nicht, wer Trump auf die falsche Seite dränge. „Aber das ist nicht die richtige Seite der Geschichte“, sagte Selenskij.
Morgan schloss in seine Frage auch Trumps Behauptung ein, dass ein Energie-Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine vereinbart worden sei. Dem seien russische Bombardements auf ukrainische Energieanlagen gefolgt. Selenskij sagte, die Lage sei komplizierter als seine Emotionen, es gehe nicht nur um ihn. „Unser Land muss überleben“, sagte er.
Trump hatte nach einem Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auf seiner Plattform Truth Social verkündet, Russland werde umgehend mehr als 300 000 Tonnen Diesel für die USA und den Weltmarkt zur Verfügung stellen. Dafür sollten Sanktionen ausgesetzt werden.
„Es ist schade, dass wir einen starken Partner verlieren“, beschrieb Selenskij seine Reaktion. Die Ukraine könne sich keine Schwäche erlauben. „Wir verkaufen unser Land nicht.“ Es gehe nicht um Business, sondern um das Leben, das eigene Land. Wenn Trump nicht ihre Seite wähle, sei das schmerzhaft, sagte der ukrainische Präsident. Es sei okay, wenn der US-Präsident „in der Mitte“ stünde. „Aber wenn man in der Mitte ist, muss man in der Mitte bleiben.“ Er wisse nicht, wer Trump auf die falsche Seite dränge. „Aber das ist nicht die richtige Seite der Geschichte“, sagte Selenskij.
Als "Köder" für Russland an die Front: 20 Bangladescher getötet
Mindestens 20 Staatsangehörige Bangladeschs, die vorher unter falschen Arbeitsversprechen nach Russland gelockt worden sein sollen, sind als lebende „Köder“ im Ukraine-Krieg getötet worden. Das berichtete eine Spezialeinheit der bangladeschischen Polizei in Dhaka. Die Special Response Battalion (SRB) in dem südasiatischen Land ermittelt in Fällen von Menschenhandel. Vorläufige Untersuchungen ergaben demnach, dass die eigentlich kriegsuntauglichen Personen als „Köder“ an die Front geschickt wurden, um feindliche Positionen ausfindig zu machen.
Mitglieder eines international operierenden Schleusernetzwerks hätten mit Hilfe lokaler „Agenten“ die Betroffenen als Bauarbeiter angeworben, hieß es weiter. Nach ihrer Ankunft seien sie jedoch gedrängt worden, ein dreiwöchiges Training zu absolvieren, das sie für den Kriegseinsatz vorbereiten sollte. „Sie wurden an das russische Militär übergeben, ihre Pässe und Mobiltelefone wurden ihnen unmittelbar nach der Ankunft auf russischem Boden abgenommen“, erläuterte der leitende SRB-Beamte Mohammad Asaduzzaman. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Mitglieder eines international operierenden Schleusernetzwerks hätten mit Hilfe lokaler „Agenten“ die Betroffenen als Bauarbeiter angeworben, hieß es weiter. Nach ihrer Ankunft seien sie jedoch gedrängt worden, ein dreiwöchiges Training zu absolvieren, das sie für den Kriegseinsatz vorbereiten sollte. „Sie wurden an das russische Militär übergeben, ihre Pässe und Mobiltelefone wurden ihnen unmittelbar nach der Ankunft auf russischem Boden abgenommen“, erläuterte der leitende SRB-Beamte Mohammad Asaduzzaman. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Anfang Mai seien 30 „eingeschleuste“ Bangladescher in Russland eingetroffen. Von ihnen seien 17 bereits am ersten Tag ihres Fronteinsatzes bei Drohnenangriffen gestorben, sagte Asaduzzaman unter Berufung auf Überlebende, denen die Rückkehr in ihre Heimat gelungen sei. Drei weitere seien später in einem Krankenhaus gestorben. Laut Asaduzzaman wurden zwei mutmaßliche Mitglieder der Schleuserbande inzwischen festgenommen.
Auch Amnesty International wirft Russland vor, ausländische Staatsangehörige mit Täuschung, Zwang und Ausbeutung für seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu rekrutieren. Im September veröffentlichte die Menschenrechtsorganisation dazu einen Bericht, wonach ein System geschaffen wurde, um Menschen in prekären Lebenslagen gezielt auszunutzen.
Bei seinen Recherchen interviewte Amnesty zwischen 2024 und 2026 nach eigenen Angaben Personen aus acht Ländern, die in zwei ukrainischen Kriegsgefangenenlagern festgehalten wurden. Zudem stützt sich Amnesty auf Gespräche mit Angehörigen, Anwälten, Menschenrechtsaktivisten und Medienschaffenden.
Auch Amnesty International wirft Russland vor, ausländische Staatsangehörige mit Täuschung, Zwang und Ausbeutung für seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu rekrutieren. Im September veröffentlichte die Menschenrechtsorganisation dazu einen Bericht, wonach ein System geschaffen wurde, um Menschen in prekären Lebenslagen gezielt auszunutzen.
Bei seinen Recherchen interviewte Amnesty zwischen 2024 und 2026 nach eigenen Angaben Personen aus acht Ländern, die in zwei ukrainischen Kriegsgefangenenlagern festgehalten wurden. Zudem stützt sich Amnesty auf Gespräche mit Angehörigen, Anwälten, Menschenrechtsaktivisten und Medienschaffenden.
Anne Eberhard

Militärverwaltung: Sechs Tote bei russischem Angriff auf Westen der Ukraine
Durch russische Drohnenangriffe sind in der westukrainischen Stadt Luzk mindestens sechs Menschen getötet worden. Etwa ein Dutzend weitere Menschen sei verletzt worden, teilte die Militärverwaltung des Gebiets Wolhynien in sozialen Netzwerken mit. Demnach gerieten ein Wohnheim und ein Lebensmittelgeschäft in Brand, zudem wurde ein Wohngebäude im Stadtzentrum beschädigt.
Zuvor hatte der örtliche Gouverneur Roman Romaniuk auf Telegram von drei Toten und zwölf Verletzten berichtet. Trümmerteile einer Drohne hätten ein Lagerhaus getroffen, auch ein Wohnhaus sei beschädigt worden.
Luzk ist eine Großstadt im Westen der Ukraine. Sie liegt etwas mehr als 80 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt. Die Westukraine galt im Vergleich zu östlicheren Regionen des Landes lange als relativ sicher.
Zuvor hatte der örtliche Gouverneur Roman Romaniuk auf Telegram von drei Toten und zwölf Verletzten berichtet. Trümmerteile einer Drohne hätten ein Lagerhaus getroffen, auch ein Wohnhaus sei beschädigt worden.
Luzk ist eine Großstadt im Westen der Ukraine. Sie liegt etwas mehr als 80 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt. Die Westukraine galt im Vergleich zu östlicheren Regionen des Landes lange als relativ sicher.