Dieser Liveblog ist archiviert und wird nicht mehr aktualisiert. Die aktuelle Berichterstattung finden Sie auf unserer Themenseite zum Krieg in der Ukraine.
Wichtige Updates
Bericht: Massiver Raketenangriff auf Kiew
Selenskij warnt vor neuem Großangriff Russlands
Bürgermeister: Ukraine greift Moskau mit 650 Drohnen an
Russland: Toter bei ukrainischem Drohnenangriff auf AKW Saporischschja
Selenskij erwartet Verhandlungen noch im Oktober
Barbara Klimke
Bericht: Massiver Raketenangriff auf Kiew
Nach der Warnung des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij vor einem neuen russischen Großangriff ist in der Nacht erneut die Hauptstadt Kiew attackiert worden. Das Portal The Kyiv Independent berichtete, Russland habe einen massiven Raketen- und Drohnenangriff auf die Hauptstadt begonnen. In den frühen Morgenstunden seien zahlreiche Explosionen in der Stadt zu hören gewesen. „Die Raketen schlagen eine nach der anderen ein. Soweit ich zählen kann, sind es mindestens 10 bis 12 Explosionen“, schilderte ein Reporter.
Behördenangaben zufolge wurden zwei Menschen getötet. Die beiden Toten seien nach einem von dem Beschuss ausgelösten Brand in einer Garagenanlage geborgen worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Klitschko berichtete zudem von einem Angriff auf Gebäude im Bezirk Obolonskyj, die nicht zu Wohnzwecken genutzt werden. Im Bezirk Podilskyj seien Lagerhallen getroffen wurden. Auch Journalisten des Portals schrieben von Angriffen in dem Viertel, Flammen und Rauch seien zu sehen gewesen.
Auch andere Landesteile wurden wieder von Russland attackiert. In der südöstlichen Stadt Dnipro wurde den Behörden zufolge ein Industriebetrieb getroffen. Im südlichen Saporischschja sei die Verkehrsinfrastruktur getroffen, in der zentralukrainischen Stadt Krementschuk seien Wohngebäude beschädigt worden. Nach Angaben eines weiteren Berichts war es zudem bereits am Abend zu einem Drohnenangriff in der nordostukrainischen Großstadt Sumy gekommen. Die Nachrichtenagentur RBK Ukraine zitierte den Bürgermeister, der von einem Toten und mehreren Verletzten sprach.
Behördenangaben zufolge wurden zwei Menschen getötet. Die beiden Toten seien nach einem von dem Beschuss ausgelösten Brand in einer Garagenanlage geborgen worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Klitschko berichtete zudem von einem Angriff auf Gebäude im Bezirk Obolonskyj, die nicht zu Wohnzwecken genutzt werden. Im Bezirk Podilskyj seien Lagerhallen getroffen wurden. Auch Journalisten des Portals schrieben von Angriffen in dem Viertel, Flammen und Rauch seien zu sehen gewesen.
Auch andere Landesteile wurden wieder von Russland attackiert. In der südöstlichen Stadt Dnipro wurde den Behörden zufolge ein Industriebetrieb getroffen. Im südlichen Saporischschja sei die Verkehrsinfrastruktur getroffen, in der zentralukrainischen Stadt Krementschuk seien Wohngebäude beschädigt worden. Nach Angaben eines weiteren Berichts war es zudem bereits am Abend zu einem Drohnenangriff in der nordostukrainischen Großstadt Sumy gekommen. Die Nachrichtenagentur RBK Ukraine zitierte den Bürgermeister, der von einem Toten und mehreren Verletzten sprach.
Tanker vor russischer Schwarzmeerküste in Brand
Ein unter liberianischer Flagge fahrender Tanker ist vor der russischen Schwarzmeerküste in der Nähe von Sotschi in Brand geraten. Die Aframax Rio sei von Seedrohnen angegriffen worden, teilte das russische Transportministerium in Moskau nach Angaben der Staatsagentur Tass mit. „Ein unter liberianischer Flagge fahrendes Schiff mit einer Ladung Öl wurde von unbemannten Booten angegriffen“, heißt es in der Mitteilung. Die 23 Besatzungsmitglieder aus Indien seien gerettet worden.
Der Tanker brannte den Angaben nach am Abend lichterloh. Ein Löschversuch könne erst unternommen werden, wenn sich die Intensität des Brandes vermindere, teilte das Ministerium mit. Die nächstgelegenen Strände wurden vorerst geschlossen, die Bewohner von Sotschi wurden von den Behörden aufgefordert, Fenster zu schließen und sich nicht auf den Straßen aufzuhalten. Das Schiff wird von der ukrainischen Website Black Sea News der russischen Schattenflotte zugeordnet.
Der Tanker brannte den Angaben nach am Abend lichterloh. Ein Löschversuch könne erst unternommen werden, wenn sich die Intensität des Brandes vermindere, teilte das Ministerium mit. Die nächstgelegenen Strände wurden vorerst geschlossen, die Bewohner von Sotschi wurden von den Behörden aufgefordert, Fenster zu schließen und sich nicht auf den Straßen aufzuhalten. Das Schiff wird von der ukrainischen Website Black Sea News der russischen Schattenflotte zugeordnet.
Selenskij warnt vor neuem Großangriff Russlands
Die Ukraine rechnet nach den Worten von Präsident Wolodimir Selenskij mit einem neuen Großangriff des russischen Militärs. „Es liegen aktuelle Informationen des Geheimdienstes vor, wonach die Russen einen massiven Angriff vorbereiten“, sagte Selenskij in seiner abendlichen Videoansprache. Er rief die Bevölkerung auf, die Warnmeldungen vor Raketenangriffen zu beachten. „Die ukrainischen Sicherheitskräfte und unsere Luftstreitkräfte sind bereit zu reagieren, soweit es unsere Verteidigungsmittel zulassen“, sagte er und deutete damit den Mangel an Abwehrwaffen an.
Er fügte der Warnung seine Hoffnung auf mehr Hilfe der westlichen Verbündeten mit entsprechenden Waffensystemen hinzu. „Vieles hängt von unseren Partnern ab – von jedem Staats- und Regierungschef, von jedem Staat auf der Welt, der über die Verteidigungsmittel verfügt, die wir benötigen, und die bereit ist, diese an uns weiterzugeben“, sagte Selenskij.
Er fügte der Warnung seine Hoffnung auf mehr Hilfe der westlichen Verbündeten mit entsprechenden Waffensystemen hinzu. „Vieles hängt von unseren Partnern ab – von jedem Staats- und Regierungschef, von jedem Staat auf der Welt, der über die Verteidigungsmittel verfügt, die wir benötigen, und die bereit ist, diese an uns weiterzugeben“, sagte Selenskij.
Kreml weist BND-Warnung vor Konflikt mit Russland zurück
Moskau hat Warnungen von BND-Chef Martin Jäger vor einem drohenden gewaltsamen Konflikt mit Russland zurückgewiesen. Die Äußerungen seien haltlos und dienten als Vorwand, um höhere Verteidigungsausgaben zu rechtfertigen, teilt das Präsidialamt in Moskau mit.
Der Chef des Bundesnachrichtendienstes hatte am Montag erklärt, Deutschland sei in Gefahr, in einen gewaltsamen Konflikt mit Russland zu geraten. Der Anschlagsversuch auf dem Flughafen Leipzig sei dafür nur ein Beispiel. Russland warf Jäger vor, einen zunehmend aggressiven "Schattenkrieg" gegen europäische Demokratien zu führen.
Mehr zur Anhörung der Geheimdienstchefs im Bundestag:
Der Chef des Bundesnachrichtendienstes hatte am Montag erklärt, Deutschland sei in Gefahr, in einen gewaltsamen Konflikt mit Russland zu geraten. Der Anschlagsversuch auf dem Flughafen Leipzig sei dafür nur ein Beispiel. Russland warf Jäger vor, einen zunehmend aggressiven "Schattenkrieg" gegen europäische Demokratien zu führen.
Mehr zur Anhörung der Geheimdienstchefs im Bundestag:
Ulrike Putz
Bürgermeister: Ukraine greift Moskau mit 650 Drohnen an
Die Ukraine hat die Region der russischen Hauptstadt Moskau nach Behördenangaben in der Nacht mit etwa 650 Drohnen angegriffen. Die meisten seien von der Luftabwehr aus großer Entfernung unschädlich gemacht worden, schrieb der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin auf der Plattform Telegram. 105 Drohnen seien bei ihrem Anflug auf die Hauptstadt zerstört worden. Zwei Menschen seien getötet und neun verletzt worden, teilte der Gouverneur des Moskauer Gebiets, Andrej Worobjow, mit. Die Angaben aus Moskau konnten nicht unabhängig überprüft werden.
Sollten die russischen Angaben zur Zahl der abgeschossenen Drohnen zutreffen, würden sie auf einen großen Angriff der Ukraine hindeuten. Das Portal Kyjiv Independent berichtete unter Berufung auf Augenzeugen, bei dem Angriff sei eine Ölförderanlage etwa 40 Kilometer entfernt von Moskau ins Visier genommen worden. Die Ukraine zielt auf Anlagen der russischen Ölindustrie, um so auch den für Moskaus Kriegskasse wichtigen Energieexport zu treffen.
Sollten die russischen Angaben zur Zahl der abgeschossenen Drohnen zutreffen, würden sie auf einen großen Angriff der Ukraine hindeuten. Das Portal Kyjiv Independent berichtete unter Berufung auf Augenzeugen, bei dem Angriff sei eine Ölförderanlage etwa 40 Kilometer entfernt von Moskau ins Visier genommen worden. Die Ukraine zielt auf Anlagen der russischen Ölindustrie, um so auch den für Moskaus Kriegskasse wichtigen Energieexport zu treffen.
Ulrike Putz
Russland: Toter bei ukrainischem Drohnenangriff auf AKW Saporischschja
Russland hat der Ukraine einen tödlichen Drohnenangriff auf das von russischen Truppen besetzte Atomkraftwerk Saporischschja vorgeworfen. Bei dem Angriff in der Nacht zum Montag sei ein Fahrer getötet worden, der Lebensmittel für die Mitarbeiter lieferte, sagte der Chef des russischen Atomkonzerns Rosatom, Alexej Lichatschow. Ziele seien ein Laborgebäude und eine Anlage zur Verarbeitung radioaktiver Abfälle gewesen. Eine Gefahr für die nukleare Sicherheit bestehe jedoch nicht. Eine ukrainische Stellungnahme lag nicht vor.
Die russische Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, warf dem Westen vor, die ukrainischen Angriffe durch mangelnde Verurteilung zu ermöglichen. Die von Russland eingesetzte Werksleitung hatte bereits am Samstag erklärt, ukrainischer Beschuss habe die externe Stromversorgung beschädigt. Das Kraftwerk werde derzeit über Notstromdieselgeneratoren versorgt.
Das größte Atomkraftwerk Europas wurde in den ersten Wochen des Krieges von Russland besetzt. Seitdem werfen sich Moskau und Kiew gegenseitig vor, die nukleare Sicherheit zu gefährden. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat Beobachter vor Ort stationiert.
Das größte Atomkraftwerk Europas wurde in den ersten Wochen des Krieges von Russland besetzt. Seitdem werfen sich Moskau und Kiew gegenseitig vor, die nukleare Sicherheit zu gefährden. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat Beobachter vor Ort stationiert.
Selenskij erwartet Verhandlungen noch im Oktober
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hofft trotz der verstärkten russischen Angriffe auf sein Land auf eine baldige Wiederaufnahme von Gesprächen über eine Beendigung des Kriegs. „Ich gehe davon aus, dass es der amerikanischen Seite im Oktober gelingen wird, ein Dreiertreffen zu organisieren“, sagte er in seiner abendlichen Videoansprache. Das ukrainische Verhandlungsteam stehe bereit. „Diese Bereitschaft muss nun auch von Russland kommen.“
Die Diplomatie müsse nun auch in Russland zur Priorität werden. „Bislang konzentrieren sie sich ausschließlich auf Angriffe auf die Ukraine und auf destabilisierende Aktivitäten in Europa“, sagte Selenskij. Eine wichtige Aufgabe der USA und aller starken Partner der Ukraine sei es, Russland zur Diplomatie zu bewegen, „zu konkreten Schritten statt zu Tötungen“.
Russland hat seit Beginn seines Angriffskriegs gegen die Ukraine mehrmals angedeutet, zu Verhandlungen unter Bedingungen bereit zu sein, sich dann aber wieder davon distanziert. Eine echte Gesprächsbereitschaft Moskaus wird von Kiew, seinen westlichen Verbündeten und Beobachtern stark angezweifelt.
Kremlchef Wladimir Putin hatte Anfang des Monats erneut betont, Russland sei bereit, Verhandlungen aufzunehmen und schnellstmöglich abzuschließen. „Aber natürlich zu Bedingungen, die auch für die Russische Föderation, für unser Volk und für das russische Volk akzeptabel sind“, schränkte er ein.
Die Diplomatie müsse nun auch in Russland zur Priorität werden. „Bislang konzentrieren sie sich ausschließlich auf Angriffe auf die Ukraine und auf destabilisierende Aktivitäten in Europa“, sagte Selenskij. Eine wichtige Aufgabe der USA und aller starken Partner der Ukraine sei es, Russland zur Diplomatie zu bewegen, „zu konkreten Schritten statt zu Tötungen“.
Russland hat seit Beginn seines Angriffskriegs gegen die Ukraine mehrmals angedeutet, zu Verhandlungen unter Bedingungen bereit zu sein, sich dann aber wieder davon distanziert. Eine echte Gesprächsbereitschaft Moskaus wird von Kiew, seinen westlichen Verbündeten und Beobachtern stark angezweifelt.
Kremlchef Wladimir Putin hatte Anfang des Monats erneut betont, Russland sei bereit, Verhandlungen aufzunehmen und schnellstmöglich abzuschließen. „Aber natürlich zu Bedingungen, die auch für die Russische Föderation, für unser Volk und für das russische Volk akzeptabel sind“, schränkte er ein.
Anna Schimpp
Ukraine: Tote und Verletzte bei Gleitbombenangriff auf Charkiw
Durch russische Fliegerbomben sind in der ostukrainischen Großstadt Charkiw nach Behördenangaben mindestens drei Menschen getötet worden. Bürgermeister Ihor Terechow schrieb auf Telegram außerdem von mindestens 29 Verletzten. Unter den Trümmern eines Wohnhauses werde noch nach Vermissten gesucht. Eine Lagerhalle sei in Brand geraten.
Nach Terechows Angaben griff die russische Luftwaffe die Stadt mit drei sogenannten Gleitbomben an. Kampfjets klinken diese Bomben im sicheren eigenen Luftraum aus, sie fliegen dann gesteuert über Dutzende Kilometer ins Ziel. Schon in der Nacht war in Charkiw ein Mann bei einem russischen Angriff getötet worden. Dabei hatte die russische Armee unter anderem kleine Marschflugkörper des Typs Banderol eingesetzt.
Im Süden der Ukraine schlug während eines russischen Angriffs ein Geschoss an einem Grenzübergang zur Republik Moldau ein. Dabei wurde nach Medienberichten ein ukrainischer Grenzbeamter leicht verletzt. Ein Reisebus und ein Abfertigungshäuschen am Übergang nach Palanca in Moldau seien beschädigt worden. Russland hat in den vergangenen Wochen immer wieder ukrainische Grenzübergänge nach Polen, Moldau und Rumänien angegriffen.
Nach Terechows Angaben griff die russische Luftwaffe die Stadt mit drei sogenannten Gleitbomben an. Kampfjets klinken diese Bomben im sicheren eigenen Luftraum aus, sie fliegen dann gesteuert über Dutzende Kilometer ins Ziel. Schon in der Nacht war in Charkiw ein Mann bei einem russischen Angriff getötet worden. Dabei hatte die russische Armee unter anderem kleine Marschflugkörper des Typs Banderol eingesetzt.
Im Süden der Ukraine schlug während eines russischen Angriffs ein Geschoss an einem Grenzübergang zur Republik Moldau ein. Dabei wurde nach Medienberichten ein ukrainischer Grenzbeamter leicht verletzt. Ein Reisebus und ein Abfertigungshäuschen am Übergang nach Palanca in Moldau seien beschädigt worden. Russland hat in den vergangenen Wochen immer wieder ukrainische Grenzübergänge nach Polen, Moldau und Rumänien angegriffen.
Familienministerin Prien in Kiew: „Wichtig, keine Angst zu zeigen“
Unmittelbar nach Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist Familienministerin Karin Prien in die Ukraine gereist. „Uns ist es wichtig, in der gesamten Bandbreite unsere Unterstützung für die Ukraine zum Ausdruck zu bringen“, sagte Prien nach ihrer Ankunft am Zentralbahnhof in Kiew der Deutschen Presse-Agentur.
Die nächtliche Zugfahrt von Polen in das von Russland angegriffene Land war laut Prien ruhig. „Aber es ist schon bedrückend, die Vorstellung, in ein Kriegsgebiet zu fahren, bedrückend auch, weil die Russen angedroht haben, die Angriffe auf die Zivilbevölkerung und auch auf Diplomaten und Gäste zu intensivieren“, sagte die CDU-Politikerin. „Aber es ist wichtig gerade in dieser Situation, nicht zurückzuschrecken, keine Angst zu zeigen, sondern sehr klar zu sein“, sagte Prien. „Wir stehen als Bundesrepublik Deutschland fest zur Ukraine.“
Auf ihrer Reise wolle sie insbesondere auf das Schicksal von Kindern und Jugendlichen und auf die Unterstützung der Zivilgesellschaft hinweisen, sagte Prien. Es gehe auch darum, an die Vergangenheit zu erinnern, „die uns gemeinsam prägt“. Auch Gespräche mit ukrainischen Ministern standen auf dem Programm.
Merz war erst am Wochenende in der Ukraine gewesen. Der Rückweg des Kanzlers und die Hinfahrt Priens überschnitten sich zeitlich, so dass sich beide dabei nicht begegneten.
Die nächtliche Zugfahrt von Polen in das von Russland angegriffene Land war laut Prien ruhig. „Aber es ist schon bedrückend, die Vorstellung, in ein Kriegsgebiet zu fahren, bedrückend auch, weil die Russen angedroht haben, die Angriffe auf die Zivilbevölkerung und auch auf Diplomaten und Gäste zu intensivieren“, sagte die CDU-Politikerin. „Aber es ist wichtig gerade in dieser Situation, nicht zurückzuschrecken, keine Angst zu zeigen, sondern sehr klar zu sein“, sagte Prien. „Wir stehen als Bundesrepublik Deutschland fest zur Ukraine.“
Auf ihrer Reise wolle sie insbesondere auf das Schicksal von Kindern und Jugendlichen und auf die Unterstützung der Zivilgesellschaft hinweisen, sagte Prien. Es gehe auch darum, an die Vergangenheit zu erinnern, „die uns gemeinsam prägt“. Auch Gespräche mit ukrainischen Ministern standen auf dem Programm.
Merz war erst am Wochenende in der Ukraine gewesen. Der Rückweg des Kanzlers und die Hinfahrt Priens überschnitten sich zeitlich, so dass sich beide dabei nicht begegneten.
Carim Soliman

Tote und Verletzte bei russischen Drohnenattacken
Bei russischen Drohnenangriffen auf die ukrainischen Regionen Saporischschja und Dnipro sind mindestens drei Menschen getötet worden. Die Zahl der Verletzten wurde von offizieller Seite mit mindestens sechs angegeben. In der Oblast Saporischschja war demnach eine Drohne in einer Gartenanlage explodiert, eine weitere Drohne traf einen Lastwagen. Bei beiden Angriffen starb den regionalen Militärverwaltungen zufolge jeweils ein Mensch. Details zu dem Angriff in Dnipro wurden nicht genannt.
Das russische Militär hat die Angriffe gegen ukrainische Städte in den vergangenen Wochen verstärkt. Vor allem die großen Ballungszentren wie Kiew, Charkiw oder Odessa stehen im Visier der russischen Luftwaffe und werden mit Kampfdrohnen oder ballistischen Raketen angegriffen. Inzwischen hat das russische Verteidigungsministerium eine weitere Verschärfung seiner Schläge gegen Kiew und andere Gebiete der Ukraine angekündigt.
Nach den jüngsten Drohnenangriffen warnten die ukrainischen Sicherheitsbehörden die Bürger davor, Videos oder Fotos von russischen Drohnen- und Raketenangriffen sowie der dadurch entstandenen Schäden in sozialen Netzwerken zu posten. Der Gegner könne sonst diese Bilder analysieren und seine nächsten Angriffe besser planen, heißt es in der Mitteilung.
Das russische Militär hat die Angriffe gegen ukrainische Städte in den vergangenen Wochen verstärkt. Vor allem die großen Ballungszentren wie Kiew, Charkiw oder Odessa stehen im Visier der russischen Luftwaffe und werden mit Kampfdrohnen oder ballistischen Raketen angegriffen. Inzwischen hat das russische Verteidigungsministerium eine weitere Verschärfung seiner Schläge gegen Kiew und andere Gebiete der Ukraine angekündigt.
Nach den jüngsten Drohnenangriffen warnten die ukrainischen Sicherheitsbehörden die Bürger davor, Videos oder Fotos von russischen Drohnen- und Raketenangriffen sowie der dadurch entstandenen Schäden in sozialen Netzwerken zu posten. Der Gegner könne sonst diese Bilder analysieren und seine nächsten Angriffe besser planen, heißt es in der Mitteilung.
Selenskij hofft weiter auf Taurus-Marschflugkörper
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij wünscht sich von Deutschland weiter den MarschflugkörperTaurus, der Ziele in 500 Kilometern Entfernung präzise treffen kann. Nach seinem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Kiew sagte er auf die Frage, ob er nach all den Jahren der vergeblichen Bitten weiter Hoffnung auf den Taurus habe: „Natürlich. Niemals aufgeben.“
Die Ukraine hatte die Bundesregierung im Mai 2023 offiziell um die Lieferung der wegen ihrer Treffsicherheit und hohen Durchschlagskraft besonders begehrten Marschflugkörper gebeten. Der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) lehnte dies ab, auch weil er eine weitere Eskalation des Kriegs befürchtete.
Merz hatte Selenskij bei seinem Besuch in Kiew die Freigabe von einer Milliarde Euro für die Beschaffung von Abfangdrohnen und Waffen größerer Reichweite zugesagt. Um den Taurus geht es dabei aber nicht.
Die Ukraine hatte die Bundesregierung im Mai 2023 offiziell um die Lieferung der wegen ihrer Treffsicherheit und hohen Durchschlagskraft besonders begehrten Marschflugkörper gebeten. Der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) lehnte dies ab, auch weil er eine weitere Eskalation des Kriegs befürchtete.
Merz hatte Selenskij bei seinem Besuch in Kiew die Freigabe von einer Milliarde Euro für die Beschaffung von Abfangdrohnen und Waffen größerer Reichweite zugesagt. Um den Taurus geht es dabei aber nicht.
Anna Lea Jakobs

Ukraine-Friedensgespräche sollen an großen Öl-Deal geknüpft werden
Die Gespräche der US-Regierung mit Russland über ein Ende des Krieges in der Ukraine haben sich einem Zeitungsbericht zufolge auf milliardenschwere Ölgeschäfte ausgeweitet. Von diesen würden Geschäftsleute mit Verbindungen zu den US-Verhandlungsführern Steve Witkoff und Jared Kushner profitieren, berichtete die New York Times.
Bei dem möglichen Deal, der von der Zustimmung der US-Regierung und des Kremls abhänge, gehe es um ein weltweites Netz aus Ölfeldern, Raffinerien und Tankstellen des russischen Energiekonzerns Lukoil. Zu der Gruppe, die das Geschäft anstrebe, gehören neben dem US-Milliardär Todd Boehly zwei Konzerne aus dem Nahen Osten, die bereits mit Kushner oder Witkoffs Familie Geschäfte getätigt hätten, so die Zeitung. Auch die US-Regierung selbst wäre daran beteiligt. Das Weiße Haus, das US-Finanzministerium und Lukoil reagierten nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme.
Dass Kushner und Witkoff finanziell von dem Deal profitieren, dazu gibt es laut New York Times bisher keine Anzeichen. Laut einer Quelle der US-Zeitung hatte Putin den Deal selbst vorgeschlagen, um seinem Volk zu zeigen, dass Russland Geschäfte mit den USA machen könne. Der Deal würde unter anderem Öl-Felder in Kamerun, Raffinerien in Europa und Tankstellen in New Jersey umfassen.
Bei dem möglichen Deal, der von der Zustimmung der US-Regierung und des Kremls abhänge, gehe es um ein weltweites Netz aus Ölfeldern, Raffinerien und Tankstellen des russischen Energiekonzerns Lukoil. Zu der Gruppe, die das Geschäft anstrebe, gehören neben dem US-Milliardär Todd Boehly zwei Konzerne aus dem Nahen Osten, die bereits mit Kushner oder Witkoffs Familie Geschäfte getätigt hätten, so die Zeitung. Auch die US-Regierung selbst wäre daran beteiligt. Das Weiße Haus, das US-Finanzministerium und Lukoil reagierten nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme.
Dass Kushner und Witkoff finanziell von dem Deal profitieren, dazu gibt es laut New York Times bisher keine Anzeichen. Laut einer Quelle der US-Zeitung hatte Putin den Deal selbst vorgeschlagen, um seinem Volk zu zeigen, dass Russland Geschäfte mit den USA machen könne. Der Deal würde unter anderem Öl-Felder in Kamerun, Raffinerien in Europa und Tankstellen in New Jersey umfassen.
Selenskij kündigt verstärkte Angriffe auf russische Ölraffinerien an
Die Ukraine will nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenskij ihre Angriffe auf Ölraffinerien in Russland verstärken. Dies sei eine Reaktion auf eine neue russische Taktik, Einwohner Kiews und anderer Städte zur Flucht zu bewegen, sagte Selenskij der Nachrichtenagentur Reuters. „Auf ihre Angriffe auf unsere Energie müssen wir auf ihre Energie reagieren“, sagte Selenskij. „Vor allem auf Ölraffinerien: Das ist es, was ihnen Geld für diesen Krieg bringt.“
Selenskij erklärte, ukrainischen Geheimdiensten lägen Dokumente über eine „neue Doktrin“ von Russlands Präsident Wladimir Putin vor. „Wir haben Dokumente gesehen und wir wissen, dass sie Angriffe auf Infrastruktur erlauben (...) Straßen, Schulen, Krankenhäuser, um die Menschen unter Druck zu setzen, die Hauptstadt und andere Städte zu verlassen“, sagte Selenskij. Zuletzt hatte Russland erstmals die Brücken über den Fluss Dnipro in Kiew angegriffen. Das russische Außenministerium hat Ausländer aufgefordert, Kiew zu verlassen. Vertreter der Ukraine haben erklärt, Russland habe Hunderte ballistische Raketen gelagert, um im kommenden Winter gezielt die ukrainische Strom- und Wasserversorgung anzugreifen.
Selenskij erklärte, die Ukraine werde im Gegensatz zu Russland keine zivilen Ziele angreifen. Russland bestreitet ebenfalls, zivile Ziele ins Visier zu nehmen. Selenskij sagte, Putin wolle durch eine Ausweitung der Angriffe auf zivile Ziele Stärke demonstrieren, da seine Truppen an der Front Boden verlören.
Selenskij erklärte, ukrainischen Geheimdiensten lägen Dokumente über eine „neue Doktrin“ von Russlands Präsident Wladimir Putin vor. „Wir haben Dokumente gesehen und wir wissen, dass sie Angriffe auf Infrastruktur erlauben (...) Straßen, Schulen, Krankenhäuser, um die Menschen unter Druck zu setzen, die Hauptstadt und andere Städte zu verlassen“, sagte Selenskij. Zuletzt hatte Russland erstmals die Brücken über den Fluss Dnipro in Kiew angegriffen. Das russische Außenministerium hat Ausländer aufgefordert, Kiew zu verlassen. Vertreter der Ukraine haben erklärt, Russland habe Hunderte ballistische Raketen gelagert, um im kommenden Winter gezielt die ukrainische Strom- und Wasserversorgung anzugreifen.
Selenskij erklärte, die Ukraine werde im Gegensatz zu Russland keine zivilen Ziele angreifen. Russland bestreitet ebenfalls, zivile Ziele ins Visier zu nehmen. Selenskij sagte, Putin wolle durch eine Ausweitung der Angriffe auf zivile Ziele Stärke demonstrieren, da seine Truppen an der Front Boden verlören.

Der ukrainische Präsident Selenskij während eines Interviews mit der Nachrichtenagentur Reuters. . Reuters
Russland kündigt Angriffe auf Kiew an und fordert Ausländer auf, die Stadt zu verlassen
Nachdem Russland weitere gezielte Vergeltungsangriffe auf Kiew und andere ukrainische Städte angekündigt hat, fordert es Ausländer sowie Diplomaten zum Verlassen der Hauptstadt auf. Als Reaktion auf „terroristische Akte“ der ukrainischen Streitkräfte gegen die Zivilbevölkerung und zivile Infrastruktur setze die russische Armee ihre systematischen Angriffe auf militärische Einrichtungen fort, teilte das Außenministerium in Moskau mit. Das Ministerium warnte ausländische Staatsbürger und diplomatisches Personal davor, sich in der Ukraine aufzuhalten. „Die Verantwortung für jegliche nachteiligen Folgen liegt voll und ganz bei denjenigen, die diese Warnung ignorieren“, hieß es in der Erklärung.
Russland hatte zuletzt seine Angriffe auf die Infrastruktur in der ukrainischen Hauptstadt verstärkt. Bei einem Luftangriff am Samstag wurde eine Brücke über den Fluss Dnipro getroffen. Die zunehmenden Angriffe beeinträchtigen das Leben der drei Millionen Einwohner Kiews vor den nahenden Wintermonaten erheblich. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte in dieser Woche erklärt, die Ukraine zahle den Preis für ihre eigenen Angriffe auf Russland.
In den vergangenen Monaten haben beide Seiten ihre Angriffe auf Getreideschiffe im Schwarzen Meer intensiviert. Zudem geraten russische Ölraffinerien und andere Anlagen immer wieder unter ukrainischen Beschuss. In russischen Grenzregionen kamen durch ukrainische Drohnen auch Zivilisten ums Leben. Sowohl Russland als auch die Ukraine weisen den Vorwurf zurück, Zivilisten oder zivile Infrastruktur ins Visier zu nehmen.
Russland hatte zuletzt seine Angriffe auf die Infrastruktur in der ukrainischen Hauptstadt verstärkt. Bei einem Luftangriff am Samstag wurde eine Brücke über den Fluss Dnipro getroffen. Die zunehmenden Angriffe beeinträchtigen das Leben der drei Millionen Einwohner Kiews vor den nahenden Wintermonaten erheblich. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte in dieser Woche erklärt, die Ukraine zahle den Preis für ihre eigenen Angriffe auf Russland.
In den vergangenen Monaten haben beide Seiten ihre Angriffe auf Getreideschiffe im Schwarzen Meer intensiviert. Zudem geraten russische Ölraffinerien und andere Anlagen immer wieder unter ukrainischen Beschuss. In russischen Grenzregionen kamen durch ukrainische Drohnen auch Zivilisten ums Leben. Sowohl Russland als auch die Ukraine weisen den Vorwurf zurück, Zivilisten oder zivile Infrastruktur ins Visier zu nehmen.
Moldau meldet Einschläge russischer Drohnen und Raketen
Russische Drohnen sind nach Angaben der moldauischen Präsidentin Maia Sandu auf moldauischem Staatsgebiet eingeschlagen. „Fünf russische Luftangriffswaffen, darunter 'Banderol'-Raketen und Drohnen, haben unseren Luftraum verletzt und sind auf unserem Boden explodiert“, schreibt Sandu auf der Plattform X.
Nach Angaben der Armee waren Explosionen im Südosten zu hören. Berichte über Verletzte oder Schäden gab es zunächst nicht; im angrenzenden ukrainischen Odessa wurde zu den genannten Zeitpunkten Luftalarm gemeldet.
Nach Angaben der Armee waren Explosionen im Südosten zu hören. Berichte über Verletzte oder Schäden gab es zunächst nicht; im angrenzenden ukrainischen Odessa wurde zu den genannten Zeitpunkten Luftalarm gemeldet.