Krieg in der UkraineKallas: EU kann Ukraine kein festes Beitrittsdatum nennen

Der ukrainische Präsident Selenskij fordert einen konkreten Termin. Doch dazu seien die Mitgliedstaaten noch nicht bereit, erklärt die Außenbeauftragte der EU.

Alle Entwicklungen im Liveblog

Dieser Liveblog ist archiviert und wird nicht mehr aktualisiert. Die aktuelle Berichterstattung finden Sie auf unserer Themenseite zum Krieg in der Ukraine.

Wichtige Updates
Ostukraine: Tote nach russischen Bomben auf Slowjansk
Bericht: Pistorius besorgt 30 „Patriot“-Raketen für die Ukraine
Ukrainischer General: Gebiet Dnipropetrowsk fast komplett unter eigener Kontrolle
Mindestens 14 Verletzte in der Ukraine durch Drohnen
Trump und Putin sprechen über Kriege in Iran und in der Ukraine

Nach Trumps Vorstoß: Merz und EU lehnen Lockerung der Sanktionen gegen Russland ab  

Bundeskanzler Friedrich ​Merz lehnt eine Lockerung der Sanktionen gegen Russland wegen weltweit steigender Ölpreise ab. "Ich teile die Hoffnung des amerikanischen Präsidenten, dass dieser ​Krieg schnell zu Ende geht", sagte Merz in Berlin. "Und ⁠wenn er schnell zu Ende geht, dann werden wir auch relativ schnell eine Normalisierung wieder an ​den Ölmärkten ​und Energiemärkten sehen", fügte der Kanzler ‌hinzu. "Deswegen gibt es aus unserer Sicht, ‌auch aus meiner Sicht, keine Veranlassung, über eine Lockerung der Sanktionen gegen Russland nachzudenken." 
Vor ​die Wahl gestellt, ​Sanktionen oder Solidarität, dann steht ​unsere Haltung fest: Wir stehen auf der Seite der Ukraine und sind auch bereit, notfalls eine solche ‌Phase durchzustehen.
Kanzler Merz
Die Hilfe für die Ukraine dürfe nicht unterbrochen werden. ‌Russland werde sich ‌nur bewegen, wenn man den Druck ​auf die Regierung in Moskau erhöhe, so der Kanzler. 

Auch die EU widerspricht Trump. „Aus Sicht der Europäischen Union ist die Lage sehr klar. Wir müssen weiterhin maximalen Druck auf Russland ausüben“, sagte EU-Kommissar Valdis Dombrovskis nach einem EU-Finanzministertreffen in Brüssel. Da der derzeitige Anstieg der Öl- und Gaspreise infolge des Iran-Kriegs Russland unerwartete Zusatzeinnahmen verschaffen könnte, sei es wichtig, den bestehenden westlichen Preisdeckel für russisches Öl strikt durchzusetzen. Es gehe darum, Russlands Einnahmen zu begrenzen, betonte er.

Trump hatte zuvor am Montag kurz nach einem Telefonat mit Kremlchef Wladimir Putin erklärt, die USA setzten „bestimmte ölbezogene Sanktionen aus, um die Preise zu senken“. Dies werde er tun, bis sich die Lage beruhigt habe. Eventuell sei es anschließend auch nicht mehr nötig, die Restriktionen wieder in Kraft zu setzen, fügte er hinzu. Trump sagte nicht, welche Länder konkret er von den Sanktionen befreien wolle. 

Ukraine greift Raketenfabrik in russischem Brjansk an  

Die ukrainischen Streitkräfte haben nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenskij eine russische Raketenfabrik in Brjansk angegriffen. Der Betrieb stelle Kontrollsysteme für alle von Russland eingesetzten Raketentypen her, teilt Selenskij Reportern über den Kurznachrichtendienst Whatsapp mit. Der Gouverneur der Region, Alexander Bogomas, bestätigt einen Raketenangriff auf die Stadt im Südwesten Russlands. Sechs Zivilisten seien ums Leben gekommen und 37 weitere verletzt worden, schrieb der Gouverneur der westrussischen Region, Alexander Bogomas, bei Telegram. Er warf der Ukraine Terror vor. Brjansk liegt nur knapp 100 Kilometer von der Grenze entfernt.

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij sprach von völlig gerechtfertigten Reaktionen. Eine der wichtigsten russischen Militärfabriken in Brjansk sei getroffen worden, erklärte er in einer Videobotschaft. Die Fabrik stelle Elektronik und Teile für russische Raketen her. Mit den Raketen greife Russland Städte, Dörfer und die Zivilbevölkerung der Ukraine an. „Wir verteidigen uns“, sagte Selenskij. 

Selenskij: Geldtransporter-Beschlagnahmung durch Ungarn ist "Banditentum" 

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij wirft Ungarn im Zusammenhang mit einem beschlagnahmten Geldtransporter "Banditentum" vor. Hintergrund sei die Beschlagnahmung eines ukrainischen Geldtransporters mit Bargeld und Gold im Wert von mehreren zehn Millionen Dollar, schreibt Selenskij Reportern über den Kurznachrichtendienst Whatsapp. Zudem sei die ukrainische ​Besatzung vorübergehend festgenommen worden. Er habe die europäischen Staats- und Regierungschefs aufgefordert, zu dem Vorgehen Ungarns nicht zu schweigen. 

Zwischen Ungarn und der Ukraine gibt es seit einiger Zeit heftigen Streit. Ungarn fordert von der Ukraine die Reparatur einer Pipeline, damit russisches Öl in das Land fließen kann. Um dies gegen den Widerstand der Ukraine zu erreichen, blockiert Ungarn einen wichtigen EU-Kredit für Kiew. 

Selenskij: Neue Runde Friedensgespräche in der kommenden Woche

Die nächste Runde der von den USA vermittelten Friedensgespräche zwischen der Ukraine und Russland ist nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenskij auf kommende Woche verschoben worden. Themen sollen ein Gefangenenaustausch sowie ein mögliches Gipfeltreffen der Staatschefs sein, teilt Selenskij Reportern über den Kurznachrichtendienst Whatsapp mit.  

Ostukraine: Tote nach russischen Bomben auf Slowjansk

Durch russische Gleitbomben sind im Zentrum der ostukrainischen Stadt Slowjansk mindestens vier Menschen getötet worden. Weitere 16 seien verletzt worden, teilte der Chef der Militärverwaltung, Wadym Ljach, auf Facebook mit. Insgesamt seien drei russische Bomben eingeschlagen. Den Angaben nach wurden zudem sechs Wohnhäuser und zehn Autos beschädigt. Unter den Verletzten befinde sich ‌ein 14-jähriges Mädchen 

Die russisch-ukrainische Frontlinie ist noch etwa 20 Kilometer von der Stadt im Gebiet Donezk entfernt.

Bericht: Pistorius besorgt 30 „Patriot“-Raketen für die Ukraine

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat laut einem Spiegel-Bericht von Partnern 30 zusätzliche Patriot-Flugabwehrraketen für die Ukraine organisiert. Zusammen mit fünf weiteren der weltweit knappen Hightech-Raketen vom Typ PAC-3 aus Bundeswehrbeständen sollen damit nun 35 der Abfangraketen in die Ukraine geliefert werden.

Pistorius hatte im Februar nach Beratungen am Rande eines Nato-Treffens in Brüssel erklärt, Deutschland werde fünf weitere Lenkflugkörper für Patriot-Systeme in der Ukraine liefern, wenn andere Unterstützerstaaten zusammen insgesamt 30 davon spendeten. Er sei sehr optimistisch, dass man die „30 plus 5“ erreiche, sagte der SPD-Politiker. Und: „Wir alle wissen, dass es darum geht, Leben zu retten. Es ist eine Frage von Tagen und nicht von Wochen oder Monaten.“

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte der Nachrichtenagentur dpa auf Anfrage, Deutschland komme dem von Pistorius gemachten Vorschlag „vollumfänglich nach“. Es sei gelungen, eine weitere Anzahl der mit dieser Initiative beabsichtigten Bereitstellung von PAC-3 zusammenzubekommen, die sich nahe an der geplanten Zielmarke befinde und der Ukraine zur Abwehr der anhaltenden russischen Luftangriffe mit dem Hochwert-Luftverteidigungssystem Patriot zur Verfügung gestellt werden könne.

Wegen des hohen Verbrauchs von Patriot-Raketen zur Abwehr der iranischen Angriffe auf US-Basen im Nahen Osten seien die Bestände dünner denn je, schreibt der Spiegel. Experten schätzten, dass die Ukraine jeden Monat um die 60 Patriot-Lenkflugkörper benötige, um die eigene Flugabwehr aufrechtzuhalten.

Ukrainischer General: Gebiet Dnipropetrowsk fast komplett unter eigener Kontrolle

Infolge von Gegenangriffen ist die Region Dnipropetrowsk in der Südostukraine nach ukrainischen Militärangaben beinahe komplett wieder unter Kontrolle Kiews. Drei kleinere Siedlungen seien noch in russischer Hand und zwei weitere müssten überprüft werden, sagte der im Kiewer Generalstab arbeitende General Oleksandr Komarenko in einem Interview der Nachrichtenagentur RBK Ukraine.

Aufgrund der ukrainischen Vorstöße gebe es für den Februar eine positive Dynamik. „Es wurde mehr Territorium befreit, als verloren“, sagte Komarenko. Mehr als 400 Quadratkilometer seien zurückerobert worden. Die Gesamtlage sei weiter „schwierig, aber kontrollierbar“.

Seit mehreren Wochen laufen in den Gebieten Saporischschja und Dnipropetrowsk ukrainische Gegenangriffe. Die Führung in Kiew betont die Erfolge. Einige ukrainische Militärbeobachter bewerten die Fortschritte allerdings zurückhaltender.

Mindestens 14 Verletzte in der Ukraine durch Drohnen

Durch russische Drohnenangriffe sind in der Ukraine nach Behördenangaben mindestens 14 Menschen verletzt worden. In der Großstadt Dnipro im Süden sei ein Wohnblock beschädigt worden, teilte der Gouverneur des Gebietes Dnipropetrowsk, Oleksandr Hanscha, auf Telegram mit. Zehn Menschen, darunter ein zwölfjähriger Junge, seien verletzt worden. Schäden habe es auch an einem Verwaltungsgebäude gegeben.

In der Großstadt Charkiw im Osten der Ukraine wurden vier Menschen verletzt, als Drohnen einen Stadtteil mit Einfamilienhäusern trafen, wie Bürgermeister Ihor Terechow mitteilte.

Die ukrainische Luftwaffe ortete nach eigenen Angaben in der Nacht 137 angreifende Drohnen aus Russland. 122 von ihnen seien abgefangen worden. An zehn Orten habe es aber Einschläge gegeben.

Das russische Militär in Moskau wiederum teilte mit, in der Nacht seien 17 ukrainische Drohnen abgefangen worden.
Rettungskräfte löschen das Feuer in einem Wohnviertel nach einem russischen Drohnenangriff in Charkiw.
Rettungskräfte löschen das Feuer in einem Wohnviertel nach einem russischen Drohnenangriff in Charkiw. Andrii Marienko/AP via dpa

Trump und Putin sprechen über Kriege in Iran und in der Ukraine

US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin haben über die Kriege in Iran und der Ukraine gesprochen. Das Telefonat habe eine Stunde gedauert und sei sachlich, offen und konstruktiv gewesen, teilte Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow in einem vom Kreml veröffentlichten Kommentar mit. Trump habe angerufen.
Ich sagte, du könntest noch hilfreicher sein, wenn du die Ukraine in Ordnung bringst.
Donald Trump zum Telefonat mit Wladimir Putin
Putin habe Überlegungen für eine baldige politisch-diplomatische Lösung für den Iran-Krieg geäußert, unter Berücksichtigung der Kontakte zu den Führungen der Golfstaaten, dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian und weiterer Staaten, hieß es von russischer Seite. Trump sagte wenig später über das Telefonat, Putin wolle im Krieg mit Iran hilfreich sein. "Ich sagte, du könntest noch hilfreicher sein, wenn du die Ukraine in Ordnung bringst."

Zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij und Putin herrsche enormer Hass, sagte Trump. Doch es sei ein sehr gutes Gespräch mit Putin gewesen. 

Streit geht weiter: Kiew bestellt ungarischen Botschafter ein

Nach der Beschlagnahmung eines ukrainischen Geldtransporters in Ungarn und der Festnahme von sieben Begleitern hat das ukrainische Außenministerium den ungarischen Botschafter einbestellt. In einer Protestnote warf Kiew Budapest unter anderem Verstöße gegen die Europäische Menschenrechtskonvention im Umgang mit ukrainischen Staatsbürgern vor, wie die Behörde mitteilte. Ungarn werden illegale Festnahme, Einschüchterung und übermäßige Gewaltanwendung vorgeworfen.

Die ungarische Polizei hatte in der vergangenen Woche zwei Geldtransporter mit sieben Mitarbeitern der staatlichen ukrainischen Sparkasse kurzzeitig festgesetzt und Geldwäschevorwürfe erhoben. Trotz eines offiziellen Antrags sei ukrainischen Konsularbeamten kein Zugang zu den Festgenommenen gewährt worden, hieß es nun aus dem Kiewer Außenministerium.

Hintergrund des Skandals ist der Streit zwischen Ungarn und der Ukraine um Öllieferungen aus Russland. Diese liefen bis zuletzt über die Pipeline Druschba auch über ukrainisches Gebiet. Nach einer Beschädigung der Pipeline infolge russischer Angriffe forderte die kurz vor einer kritischen Parlamentswahl stehende Regierung in Budapest Kiew zur schnellen Reparatur und Wiederaufnahme des Transits auf. Der ukrainischen Darstellung nach ist eine schnelle Reparatur nicht möglich, was in Ungarn – und auch der benachbarten Slowakei – auf Unglauben stößt.

Ukraine laut Selenskij nach Geländegewinnen im Süden „positiver gestimmt als Ende 2025“

Die Ukraine macht weiter Fortschritte im Süden des Landes. Kiews Truppen haben dort zuletzt wieder Geländegewinne erzielt. Das meldete das Institute for the Study of War (ISW) und verwies auf geolokalisierte Aufnahmen. Es ging dabei vor allem um Rückeroberungen in seit Langem schwer umkämpften Gebieten bei Oleksandriwka sowie nördlich von Huljajpole. Nach neuesten Angaben von Präsident Wolodimir Selenskij konnte die Ukraine in den vergangenen anderthalb Monaten die Kontrolle über etwa 400 bis 435 Quadratkilometer in der Region zurückgewinnen. Zum Vergleich: 400 Quadratkilometer entsprechen etwa der Fläche einer Großstadt wie Dnipro (oder in Deutschland: Köln).

Moskaus Bemühungen um eine Frühjahrsoffensive im Süden der Ukraine sind laut Selenskij vereitelt worden. Der Präsident räumte Medienberichten zufolge zwar ein, dass die Bedingungen auf dem Schlachtfeld weiterhin schwierig seien, äußerte sich jedoch auch optimistisch: „Aber ich sage ganz vorsichtig, dass alle positiver gestimmt sind als Ende 2025.“

Vor Selenskij hatte am Wochenende bereits der ukrainische Militärgeheimdienst HUR über neue Erfolge im Süden des Landes berichtet und erklärt, HUR-Einheiten hätten zusammen mit ukrainischen Streitkräften die russische Offensive auf die Großstadt Saporischschja gestoppt. In einem Telegram-Beitrag des Militärgeheimdienstes heißt es, mehr als 300 russische Kämpfer seien bei einer „komplexen Verteidigungsoperation“ getötet oder verwundet worden. Zudem habe man 39 weitere Soldaten gefangen genommen.

Russische Soldaten hatten zuletzt immer wieder Probleme an der Front, weil sich die Kommunikationsverbindungen verschlechterten. Das ukrainische Militär führte deshalb vermehrt Gegenangriffe an der südlichen Front aus. Die Landesverteidiger versuchten dabei offenbar, Sperrungen von Starlink-Terminals auszunutzen, die russische Soldaten betreffen. Zusätzlich verschlechterten sich die Kommunikationsbedingungen der russischen Kämpfer wegen der Kreml-Maßnahmen zur Einschränkung des Messengerdienstes Telegram.

Angaben aus Kiew über ukrainische Rückeroberungen gibt es schon seit einigen Wochen, allerdings sind sie nicht unumstritten. Ukrainische Militärbeobachter hatten im Februar von allenfalls „stabilisierenden Maßnahmen“ gesprochen.
Amelie Schmidt

Russische Angriffe auf ukrainische Gasanlagen

Russland greift nach Angaben des ​staatlichen ukrainischen Energiekonzerns ​Naftogaz seit zwei ​Tagen Gasförderanlagen in der zentralukrainischen Region Poltawa an. Eine ‌Reihe kritischer Infrastruktureinrichtungen sei abgeschaltet worden, ‌teilt das ‌Unternehmen mit. "Schäden und Verluste ​wurden gemeldet", heißt es ​weiter. 

Die wichtigsten ukrainischen Gasfelder ‌befinden sich in der Region Poltawa sowie im Nordosten des Landes in der ⁠an Russland ‌grenzenden ‌Region Charkiw. 

Selenskij bietet Saudi-Arabien Hilfe bei Abwehr iranischer Drohnen an

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hat nach eigener Aussage mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman über die ​Lage in Iran und im Nahen Osten gesprochen. Dabei habe er sein Angebot bekräftigt, bei der Bekämpfung iranischer Drohnen zu helfen. Die Ukraine kämpfe seit Jahren gegen vom Iran entwickelte Drohnen des Typs Shahed, so Selenskij: Jeder wisse, dass kein anderes Land der Welt über solche Erfahrungen damit verfüge wie die Ukraine. „Wir sind bereit zu helfen und erwarten, dass auch unser Volk die notwendige Unterstützung erhält.“

Selenskij hatte kürzlich gesagt, er habe bereits mit Bahrain, Jordanien, Kuwait, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten über das Thema gesprochen. Schließlich werde die Ukraine immer wieder mit solchen Drohnen von Russland angegriffen. Selenskij hatte auch gesagt, er werden den USA helfen, indem er Spezialisten zur Bekämpfung dieser Waffen zur Verfügung stelle. 

Tote und Verletzte bei russischem Angriff auf Charkiw

Russland hat die Ukraine erneut mit Luftangriffen überzogen und allein in der zweitgrößten Stadt Charkiw im Osten zahlreiche Menschen getötet und verletzt. Der Einschlag einer ballistischen Rakete in ein Wohnhaus tötete mindestens acht Menschen, teilte der Militärgouverneur von Charkiw, Oleh Synjehubow, am Morgen bei Telegram mit. Unter den Toten waren nach Behördenangaben auch eine Lehrerin und ihr Junge sowie eine weitere Frau und ihre 13 Jahre alte Tochter. 

Mindestens zehn Menschen sind den Behörden zufolge verletzt worden, darunter auch Kinder. Auf den veröffentlichten Fotos waren schwere Schäden an dem fünfgeschossigen Wohnhaus zu sehen. Demnach sprengte die Rakete große Teile des Gebäudes weg. 

Präsident Wolodimir Selenskij teilte in den sozialen Netzwerken mit: „Russland hat 29 Raketen, davon fast die Hälfte ballistische Raketen, und 480 Drohnen, davon die meisten vom Typ Shahed, gegen die Ukraine eingesetzt“. Einmal mehr sei die Energieversorgung Ziel der russischen Angriffe gewesen.

Auch in anderen Regionen meldeten die Behörden Luftalarm wegen der russischen Angriffe. Betroffen waren demnach auch Kiew, die westukrainischen Regionen Chmelnyzkyj und Tscherniwzi (Czernowitz) sowie die Eisenbahn in der Region Schytomyr im Nordwesten des Landes. „Es wurden Schäden in den Regionen Dnipropetrowsk, Saporischschja, Winnyzja, Odessa, Poltawa, Sumy und Tscherkassy festgestellt. Überall, wo es notwendig ist, sind die entsprechenden Dienste im Einsatz“, teilte Selenskij bei Telegram mit. In Kiew hatte Bürgermeister Vitali Klitschko wegen des Raketenalarms die Menschen aufgerufen, Schutz zu suchen. Er sprach am Nachmittag von drei Verletzten. 1905 Gebäude seien wegen der Schäden an der Infrastruktur ohne Heizung, sagte er. Demnach stieg damit die Zahl der von der Wärmeversorgung durch die russischen Angriffe abgeschnittenen Gebäude auf fast 2700. 

Das ​russische Verteidigungsministerium spricht einem Agenturbericht zufolge von einem nächtlichen Großangriff auf Energie- und Militäranlagen in ⁠der Ukraine. Die Attacke habe unter anderem Flugplätzen für die Luftwaffe und Industrieanlagen mit Militärbezug gegolten, wird das Ministerium von ​der russischen ​Nachrichtenagentur Interfax zitiert. Eine unabhängige Bestätigung der Angaben ‌ist nicht möglich. 
Rettungskräfte arbeiten an einem durch einen russischen Angriff zerstörtem Wohnhaus in Charkiw.
Rettungskräfte arbeiten an einem durch einen russischen Angriff zerstörtem Wohnhaus in Charkiw. REUTERS

Selenskij: Russland bereitet Frühjahrsoffensive in Donezk vor 

Russland bereitet nach den Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij eine Frühjahrsoffensive in ​Donezk vor. Er äußert sich bei einem Truppenbesuch an der Front in dieser ostukrainischen Region. "Heute besuchen wir die Region ⁠Donezk, unser Land und unsere Soldaten", erklärt Selenskij in der Telegram-App und postet ein Selfie-Video aus der Stadt Druschkiwka. "Es ist wichtig, dass unsere Stellungen stark sind. Das ​Böse muss ​gestoppt werden. Die Ukrainer hier im Donbass tun genau das." ‌Der industriell geprägte Donbass besteht aus den Regionen ‌Donezk und Luhansk, die zum Teil vom russischen Militär besetzt sind. 
© SZ/dpa/rtr/epd/KNA/Bloomberg - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

SZ Stellenmarkt
:Entdecken Sie attraktive Jobs

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: