Es dürfte der größte Erfolg sein, den Oleksandr Klymenko, der Chef der ukrainischen Antikorruptions-Sonderstaatsanwaltschaft (Sapo), bisher erzielt hat: Seine Männer hatten am Montag 70 Büros in Kiew durchsucht und das bisher größte Korruptionsschema in der gesamten Ära von Präsident Wolodimir Selenskij aufgedeckt. Mindestens acht offiziell Beschuldigte sollen beim staatlichen Atomenergiekonzern Energoatom bei allen Geschäften bis zu 15 Prozent Bestechungsgeld erhalten und so mindestens 100 Millionen Dollar eingenommen haben. Unter den Beschuldigten sind der langjährige Justizminister Herman Haluschtschenko, Ex-Vizeministerpräsident Oleksij Tschernyschow und der enge Selenskij-Freund und Geschäftsmann Timur Minditsch.
UkraineSkandal um Korruptionsring erschüttert Selenskijs Apparat
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Die Enthüllungen von massiver Bestechungskriminalität beim nationalen Atomkonzern sind ein Sieg für die Ermittler – und ein Desaster für die Staatsführung. Verdächtige sind geflohen, Minister verlieren ihre Ämter.
Von Florian Hassel, Belgrad
