Ukraine-Konflikt:Russland und Ukraine einigen sich im Gas-Streit

  • Die EU-Kommission hat ein Abkommen im Gas-Streit zwischen der Ukraine und Russland vermittelt.
  • Die Ukraine ist das wichtigste Transitland für russisches Gas in die EU.

Russland senkt die Preise

Die Ukraine hat sich ungeachtet der schweren politischen Differenzen mit Russland auf die Gasversorgung für den kommenden Winter geeinigt. Das sagte der für Energie zuständige Vizepräsident der EU-Kommission, Maroš Šefčovič, am Freitagabend in Brüssel.

Die Vereinbarungen betreffen den Zeitraum vom 1. Oktober bis Ende März 2016, sagte er. Noch im Oktober solle die Ukraine zwei Milliarden Kubikmeter vom russischen Energiekonzern Gazprom kaufen. Russland soll der Ukraine für diesen Zeitraum Gaspreise gewähren, die den Preisen für Nachbarstaaten vergleichbar sind, erklärte Šefčovič.

Ukraine ist wichtigstes Transitland für russisches Gas in die EU

Beide Seiten hatten sich bereits Mitte September auf das Paket verständigt. Details wie Zeiträume, Preise und Lieferbedingungen waren noch auszuhandeln. Die EU-Kommission vermittelt in dem Streit. Kurz vor Beginn der Beratungen setzte Gazprom bereits die "Take or pay"-Klausel im bestehenden Vertrag mit der Ukraine von Oktober bis Ende März vorerst aus. Das berichtete die Agentur Interfax unter Berufung auf ein Schreiben an den ukrainischen Staatskonzern Naftogaz. Die Klausel verpflichtet die Ukraine, mindestens 41,6 Milliarden Kubikmeter Erdgas jährlich aus dem Nachbarland zu kaufen. Sonst muss Kiew hohe Strafen zahlen.

Die Ukraine benötigt mindestens noch zwei Milliarden Kubikmeter Erdgas für den kommenden Winter. Die frühere Sowjetrepublik versucht seit Jahren, den Import von russischem Gas zu reduzieren. Seit dem 1. Juli 2015 führt das Land kein Gas mehr vom Nachbarn ein. Stattdessen wird der Energieträger aus der Slowakei und aus Ungarn importiert. 2014 lag der Importbedarf bei etwa 19,5 Milliarden Kubikmetern. Die Ukraine ist das wichtigste Transitland für russisches Gas in die EU.

© SZ.de/dpa/cmy
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