bedeckt München 17°

Ukraine:Ex-Präsident Janukowitsch wegen Verrats verurteilt

Ex-Präsidenten Janukowitsch wegen Hochverrats verurteilt

Ein ukrainisches Gericht hat den ehemaligen Staatschef Viktor Janukowitsch in Abwesenheit wegen Hochverrats zu 13 Jahren Haft verurteilt.

(Foto: dpa)
  • Ein Gericht in Kiew hat den ehemaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch des Verrats für schuldig befunden - und in Abwesenheit zu 13 Jahren Haft verurteilt.
  • Janukowitsch soll unter anderem nach seiner Absetzung die Annexion der Halbinsel Krim durch Russland begünstigt haben.
  • Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es ist das erste Verfahren gegen ein ehemaliges Staatsoberhaupt in der Ukraine.

Ein Kiewer Gericht hat den früheren ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch des Hochverrats schuldig gesprochen. Es sei erwiesen, dass er Russland Beihilfe zur Führung eines Angriffskrieges geleistet habe, urteilte der Richter am Donnerstag und verurteilte Janukowitsch zu 13 Jahren Gefängnis.

Janukowitsch soll unter anderem nach seiner Absetzung die Annexion der Halbinsel Krim durch Russland begünstigt haben.

Janukowitsch hatte im Februar 2010 die Präsidentenwahl gegen die pro-westliche Regierungschefin Julia Timoschenko gewonnen. Im Februar 2014 hatte er sich nach wochenlangen prowestlichen Protesten und gewalttätigen Auseinandersetzungen mit fast hundert Toten auf dem Kiewer Maidan-Platz nach Russland abgesetzt.

Der Prozess wurde in Abwesenheit des Angeklagten seit Mai 2017 geführt. Janukowitsch nahm per Videokonferenz aus seinem russischen Exil teil. Die Verteidigung sieht das Verfahren als politisch motiviert an.

Mehr als 50 ranghohe Zeugen, darunter der aktuelle Präsident Petro Poroschenko und der ehemalige Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk, wurden befragt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es ist das erste Verfahren gegen ein ehemaliges Staatsoberhaupt in der Ukraine.

Politik Ukraine "So werden Ermittlungen bewusst sabotiert"

Menschenrechte in der Ukraine

"So werden Ermittlungen bewusst sabotiert"

Seit den Maidan-Protesten spielen Bürgerrechtler in der Ukraine eine prominente Rolle. Doch wer sich politisch engagiert, lebt auch heute gefährlich, sagt Menschenrechtlerin Tetjana Petschontschyk.   Interview von Florian Hassel