Ukraine:Das Grauen kommt auf Gleitflügeln

Lesezeit: 3 min

Etwa 200 Menschen sollen sich im Baumarkt aufgehalten haben, als er am Samstag getroffen wurde. (Foto: Valentyn Ogirenko/Reuters)

Russische Piloten bombardieren Charkiw und treffen dabei einen belebten Baumarkt. Sie agieren aus dem bisher sicheren heimatlichen Luftraum.

Von Florian Hassel, Belgrad

Es ist eine grausige Aufgabe für die Polizisten und Ermittler der für Kriegsverbrechen zuständigen Abteilung der Staatsanwaltschaft in Charkiw: die Spuren des russischen Bombenangriffs auf den belebten Baumarkt Epizentr zu sichern, bei dem am Samstag möglicherweise mehrere Dutzend Menschen ums Leben kamen - und verkohlte Leichen anhand von DNA-Proben von Verwandten zu identifizieren. Am Sonntag etwa nahm die Polizei dem achtjährigen Mychajlo eine DNA-Probe ab, dessen Vater im Baumarkt arbeitete und als verschwunden gilt. Bis Sonntag waren 14 Tote bestätigt, wurden 43 Menschen als verletzt geführt - und 16 als vermisst. Es war der tödlichste, aber nicht der einzige russische Angriff auf die zweitgrößte Stadt der Ukraine allein an diesem Tag: Schon in der Nacht hatten die Russen mit einem Iskander-Marschflugkörper und S-300/S-400 Raketen eine Bildungseinrichtung angegriffen.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusKrieg in der Ukraine
:Bastelstube des Todes

Der Mangel an Waffen zwingt die Ukrainer zur Improvisation. Wie eine Drohneneinheit dort auf die Not reagiert und unter Kirschbäumen aus Quadrokoptern und Sprengstoff Geschosse zusammenbaut.

Von Tomas Avenarius

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: