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Ukraine:Bush wirbt für Nato-Beitritt Kiews

Einen Tag vor Beginn des Nato-Gipfels in Rumänien hat US-Präsident Bush sich erneut für eine engere Anbindung der Ukraine an die Nato ausgesprochen - trotz scharfer Kritik aus Moskau.

Trotz heftiger Proteste aus Russland hat US-Präsident George W. Bush in Kiew die Einbindung der Ukraine in einen Aktionsplan für den Nato-Beitritt unterstützt.

Hält an seinem Kurs fest: George W. Bush

(Foto: Foto: Reuters)

Er werde auf dem Nato-Gipfel vom 2. bis zum 4. April in Bukarest den Antrag der früheren Sowjetrepublik "voll und ganz" befürworten, sagte Bush am Dienstag in der ukrainischen Hauptstadt.

Die Ukraine sei das einzige Land, das alle Nato-Missionen - im Kosovo und in Afghanistan - unterstützt habe, ohne selbst Mitglied zu sein, begründete der US-Präsident seine Haltung. Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko betonte, ein Nato-Beitritt liege im Interesse seines Landes.

Laut Umfragen ist die Mehrheit der ukrainischen Bevölkerung gegen eine Mitgliedschaft in dem Militärbündnis. Juschtschenko äußerte die Hoffnung, dass die Bevölkerung bei einem geplanten Referendum doch für die Aufnahme in den Aktionsplan stimmen werde.

Ein Nato-Beitritt der Ukraine sowie auch der Kaukasusrepublik Georgien sei "im Interesse eines jeden Mitgliedes", sagte Bush. Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass Russland seine Blockadeversuche gegen den Beitritt der früheren Sowjetrepubliken aufgebe. "Russland hat kein Vetorecht", sagte Bush. Auch Deutschland und Frankreich sind zum jetzigen Zeitpunkt gegen die Aufnahme der Ukraine und Georgiens in einen Aktionsplan.

"Schamlos in die Nato gezerrt"

Erst am Montag hatte Russland die US-Pläne für eine engere Anbindung von Georgien und der Ukraine an das westliche Verteidigungsbündnis erneut scharf kritisiert.

Beide Länder würden "schamlos in die Nato gezerrt", sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow der Zeitung Iswestija. Die USA versuchten immer energischer, "das postsowjetische Territorium zu infiltrieren", kritisierte Lawrow.

Georgien und die Ukraine seien dafür die eindringlichsten Beispiele. Ein Beitritt der beiden Nachbarländer Russlands zur Nato werde zu einem "negativen geopolitischen Wechsel" führen, warnte Lawrow.