In Uganda hat die Wahlkommission Amtsinhaber Yoweri Museveni zum Sieger der Präsidentschaftswahl vom 15. Januar erklärt. Der 81-Jährige erhielt den Angaben zufolge knapp 72 Prozent der Stimmen. Er regiert das Land bereits seit 1986. Knapp jede vierte Stimme fiel auf Robert Kyagulanyi Ssentamu, 44, der besser unter seinem Künstlernamen Bobi Wine bekannt ist. Er gab bekannt, das Wahlergebnis nicht anzuerkennen, und rief zu friedlichen Protesten auf.
Zuvor hatte er der Museveni-Regierung schwerwiegende Vorwürfe gemacht. Eigenen Angaben zufolge ist Wine nach der Wahl einem Entführungsversuch staatlicher Sicherheitskräfte entkommen. „Ich möchte bestätigen, dass ich ihnen entkommen konnte“, erklärte Wine, ein ehemaliger Musiker, der mit bürgerlichem Namen Robert Kyagulanyi heißt, auf der Plattform X. Wenige Stunden zuvor hatte Wines Oppositionspartei National Unity Platform (NUP) gemeldet, Wine sei nachts von einem Armeehelikopter gewaltsam verschleppt worden.
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Der 44-jährige Wine bestätigte, Militär und Polizei hätten seine Residenz überfallen, wo er bereits seit Donnerstag unter Hausarrest stand. Die Eindringlinge hätten demnach die Stromversorgung unterbrochen und Überwachungskameras abgeschaltet. Ein Hubschrauber habe über seinem Haus gekreist. Wine halte sich nun nach eigenen Angaben versteckt, während seine Frau und andere Familienmitglieder weiter unter Hausarrest stünden.

Uganda:Die Hoffnung aus dem Ghetto
Der Popstar Bobi Wine tritt zum zweiten Mal an, um den Langzeitherrscher Yoweri Museveni abzulösen. Doch dessen Herrschaftsapparat geht immer brutaler gegen die Opposition vor.
Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden. In dem ostafrikanischen Land mit rund 50 Millionen Einwohnern verbot die Regierung Journalisten, über eventuelle Proteste und Unruhen zu berichten. Aktivisten hatten im Wahlkampf Repressionen gegen Oppositionskandidaten und deren Anhänger kritisiert. Das UN-Menschenrechtskommissariat äußerte Besorgnis über „unzulässige Einschränkungen“ der Opposition durch staatliche Sicherheitskräfte.
Am Donnerstag waren mehr als 21 Millionen Menschen zu Präsidenten- und Parlamentswahlen aufgerufen. Der 81 Jahre alte Amtsinhaber Yoweri Museveni, der seit 40 Jahren in Uganda regiert, strebt eine siebte Amtszeit als Präsident an. Sein schärfster Rivale ist der 44-jährige Wine, der besonders bei jungen Leuten beliebt ist, die demografisch die Mehrheit der Bevölkerung stellen.

