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Trump und der Kampfsport:Zwischen Buh, Bäh und Beifall

Nur zwei Reihen vom Geschehen entfernt: US-Präsident Donald Trump beim Ultimate Fighting Championship im New Yorker Madison Square Garden.

(Foto: AFP)
  • Bei einem Ultimate Fighting Event im New Yorker Madison Square Garden gibt es erneut Buhrufe für den US-Präsidenten, neben etwas Beifall.
  • Trumps Söhne werfen den Medien im Anschluss Falschberichterstattung vor - sie hätten fast nur begeisterte Zuschauer gehört.
  • Es ist das zweite Mal binnen in einer Woche, dass die Zuschauer bei Trump-Besuchen von Sportveranstaltungen eine Hauptrolle spielen.

Von Max Muth

Trump und Menschenmengen - dass das ein Dauerthema sein dürfte, das wurde mit seiner Amtseinführung im Januar 2017 bereits deutlich. Damals ließ Trump über seinen Pressesprecher die nachweislich falsche Behauptung verbreiten, die Zuschauermenge sei die größte gewesen, die je einer Amtseinführung beiwohnte.

Seit ein paar Tagen hat Donald Trump wieder ein Problem mit Menschenmengen, diesmal geht es jedoch weniger um die schiere Zahl, sondern um deren Verhalten. Vergangenen Sonntag hatte Trump Spiel Nummer fünf der World Series in der US-Baseball-Liga besucht und war dort, wie später in zahllosen Videos unzweifelhaft zu hören war, eher unfreundlich empfangen worden: "Sperrt ihn ein"-Sprechchöre und laute Buhrufe schallten durch das Stadion.

Am Samstag nun hat der US-Präsident ein weiteres Sport-Event besucht - wie er dort empfangen wurde, ist nun Gegenstand aufgeregter Wortgefechte auf seiner Lieblingsplattform Twitter.

"Ich werde nie etwas Schlechtes über Trump sagen"

In einem ersten auf der Plattform geteilten Video ist ein wenig Beifall zu hören, doch auch viel Getöse, das sich als Buhrufe interpretieren ließe. Weitere Videos erhärten die Buhruf-These eher, als die begeisterte-Menge-These. Nicht sonderlich hilfreich war ein Tweet von Trumps jüngerem Sohn Eric Trump: Der schrieb, die Menge rufe "Donald Trump, Donald Trump... USA USA" - und belegte die Aussage mit einem eher wenig aussagekräftigen Foto. Bruder Donald Junior ging noch weiter. Er teilte einen Tweet der Nachrichtenseite BBC, die mehr Buhrufe als Beifall gehört haben wollte, und kommentierte diesen mit den Worten: "Fake News".

Die Reaktionen des Trump-Clans sind insofern verständlich, als dass die am Samstag besuchte Sport-Community viel eher auf Trumps Seite zu finden sein sollte, als das Publikum eines Baseball-Matches: Beim "Ultimate Fighting Championship" (UFC) prügeln zwei Kontrahenten in einem Käfig aufeinander ein - oft bis einer aufgibt. UFC-Präsident Dana White wird mit den Worten zitiert: "Ich werde nie etwas Schlechtes über Trump sagen." Der US-Präsident ist in der Community seit 2001 gut gelitten, als Trump Gastgeber eines UFC-Events in seinem Taj Mahal-Kasino in Atlantic City war.

Vor wenigen Tagen hatte Trump verkündet seinen Wohnsitz von New York nach Florida verlegen zu wollen. Als Begründung gab Trump an, politische Führer in New York hätten ihn, den lebenslangen New Yorker, "sehr schlecht behandelt". Tatsächlich laufen in New York mehrere Gerichtsverfahren gegen Trump. In Florida dürfte Trump ebenfalls von niedrigeren Steuersätzen profitieren.

© SZ.de/hgn
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