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Übersicht:Vereitelte Terroranschläge in Deutschland

Bereits mehrfach konnten seit dem Jahr 2000 islamistische Terroranschläge in Deutschland verhindert werden. sueddeutsche.de dokumentiert die wichtigsten Fälle.

September 2002: Die Polizei verhaftete einen 25 Jahre alten Türken und seine 23-jährige Verlobte, eine Amerikanerin türkischer Abstammung. In der Wohnung des Paars wurden mehrere Sprengsätze sichergestellt. Nach damaligen Angaben des baden-würtembergischen Innenministeriums plante das Paar vermutlich Anschläge auf US-Militäreinrichtungen und die Heidelberger Innenstadt.

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Verhinderter Terroranschlag in Deutschland

März 2003: In Berlin wurde ein Tunesier unter Terrorismusverdacht festgenommen. Die Ermittler verdächtigten den Mann, als Ausbilder in den Camps von Osama bin Laden tätig gewesen zu sein und gemeinsam mit anderen Islamisten, unter ihnen Aktivisten aus der Berliner Al-Nur-Moschee, während des Irak-Kriegs einen Anschlag in Deutschland geplant zu haben.

April 2004: Die deutschen Sicherheitsbehörden fassten nach Großrazzien mehrere mutmaßliche Mitglieder der islamistischen Organisation "Al-Tawhid". Drei Palästinenser und ein Algerier wurden im Oktober 2005 zu Haftstrafen zwischen fünf und acht Jahren verurteilt. Dem Gericht zufolge hatten die Männer im Auftrag des gesuchten Top-Terroristen Abu Mossab al-Zarqawi Anschläge auf jüdische Einrichtungen in Düsseldorf und Berlin geplant.

Dezember 2004: Ein möglicher Anschlag der islamistischen Terrorgruppe Ansar al Islam auf den irakischen Ministerpräsidenten Ijad Hashim Allawi wurde bei dessen Berlin-Besuch vereitelt. Die deutschen Sicherheitsbehörden hörten Telefongespräche ab und verhafteten drei Iraker.

Juli 2006: Anschläge auf zwei Regionalzüge in Nordrhein-Westfalen scheiterten nur wegen handwerklicher Fehler. Die Libanesen Youssef el-Hajdib und Jihad Hamad hatten am 31. Juli 2006 am Kölner Hauptbahnhof Sprengsätze in zwei Züge nach Koblenz und Hamm gelegt. Drei Wochen nach den gescheiterten Anschlägen wurde el-Hajdib in Kiel gefasst, Hamad stellte sich wenige Tage später im Libanon.

November 2006: Den deutschen Sicherheitsbehörden gelang es, einen versuchten Anschlag islamistischer Terroristen auf ein israelisches Verkehrsflugzeug zu verhindern. Ein Bombenkoffer sollte in eine in Frankfurt am Main startende Maschine der Fluggesellschaft El Al geschmuggelt werden.

September 2007: Die deutschen Behörden verhinderten durch ihr frühzeitiges Eingreifen schwere Bombenattentate auf US-Einrichtungen in der Bundesrepublik. Drei festgenommene Mitglieder einer deutschen Zelle des internationalen Terrornetzwerks Dschihad-Union hatten offenbar mehrere Anschläge in Deutschland vorbereitet. Die drei Islamisten - zwei Deutsche und ein Türke - wollten nach Angaben des Bundeskriminalamts gleichzeitig Autobomben an mehreren Orten in Deutschland zünden.