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Twitter:Toter bei Mahnwache für Breonna Taylor

Seit dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz vor gut einem Monat ist es in den USA landesweit zu Massenprotesten gegen Rassismus und Polizeigewalt gekommen. Trump präsentiert sich jedoch vor allem als ein Präsident, der Recht und Ordnung durchsetzen will. Ihm wird daher vorgeworfen, sich nicht klar gegen Rassismus zu positionieren und zu wenig Verständnis für den Zorn über anhaltende Diskriminierung und Ungerechtigkeit zu zeigen.

Bei einer Mahnwache für die von der Polizei getötete Afroamerikanerin Breonna Taylor ist im US-Staat Kentucky ein 27-jähriger Mann erschossen worden. Ein Verdächtiger sei in Gewahrsam, teilte die Polizei in Louisville am Sonntag mit. Das Motiv war zunächst unklar. Polizeichef Robert Schroeder sagte aber, der Verdächtige sei von Anfang an bei den wochenlangen Protesten im Jefferson Square Park dabei gewesen und mehrfach festgenommen worden. Andere Demonstranten hätten ihn immer wieder gebeten, ihr Protestlager zu verlassen, weil er ihrer Sache schadete.

In einem Video, das bei der Pressekonferenz gezeigt wurde, war zu sehen, wie mehrere Menschen den Verdächtigten umringten und plötzlich Schüsse fielen und alle Deckung suchten. Auch der Verdächtige sei bei dem Zwischenfall am Samstagabend verletzt worden und werde im Krankenhaus behandelt, sagte Schroeder.

Der Bürgermeister von Louisville, Greg Fischer, zeigte sich entsetzt. Er sei sehr traurig über die Gewalt und dass ein Ort des friedlichen Protests nun ein Tatort sei. Am Sonntag versammelten sich mehrere Dutzend Menschen in den Park. Die Polizei teilte mit, sie dürften den Tag über dort bleiben aber nicht in der Nacht. Im Park aufgestellte Zelte wurden entfernt.

Nach den Tötungen von Taylor und George Floyd bei Polizeieinsätzen hat sich der Park zu einem Zentrum der Demonstrationen in Louisville entwickelt. Bereits am 28. Mai waren in der Nähe des Gerichtsgebäudes schon einmal Schüsse gefallen, sieben Menschen wurden dabei verletzt. Taylors Mutter rief die Demonstranten danach auf, Gerechtigkeit zu fordern "ohne einander zu verletzen".

Die 26-jährige Schwarze wurde Mitte März von acht Kugeln in ihrer Wohnung in Louisville getroffen. Drei Beamte drangen mit einem sogenannten No-Knock-Warrant wegen eines Drogenverdachts in ihre Wohnung ein. In mehreren US-Staaten ist es Polizisten unter Umständen richterlich gestattet, in Haus oder Wohnung von Verdächtigen einzudringen, ohne vorher anzuklopfen oder zu klingeln. Sie rufen in der Regel, dass sie da sind und brechen dann sofort die Tür auf. Bei Breonna Taylor wurden keine Drogen gefunden. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Krankenschwester.

Nach dem Vorfall wurde gegen Taylors Partner Kenneth Walker zunächst der Vorwurf des versuchten Mordes erhoben, weil er einen Schuss auf einen der Polizisten abfeuerte, der in die Wohnung kam. Er habe gedacht, er verteidige sich vor einem Einbrecher, erklärte Walker danach. Der Stadtrat von Louisville hat die Anwendung des No-Knock-Warrant vor kurzem verboten.

© dpa/AP/lala

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