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Twitter:Grenzen des Hasses

Twitter löscht mehr als 7000 Konten der rechtsradikalen QAnon-Bewegung - endlich. So wird verhindert, dass sich gefährliche Verschwörungserzählungen weiter in die Gesellschaft hineinfressen. Facebook sollte sich ein Beispiel nehmen.

Von Simon Hurtz

Wenn Chrissy Teigen Twitter öffnet, wird ihr künftig etwas weniger Hass entgegenschlagen. "Ihr habt kein Recht, Todesdrohungen auszusprechen", schreibt das US-Model auf ihrem Account. Wie viele andere Prominente ist sie ins Visier der rechtsradikalen "QAnon"-Bewegung geraten. Gegen diese geht Twitter nun vor. Mehr als 7000 Konten hat die Plattform gelöscht, die Reichweite der Verschwörungsmythen soll eingeschränkt werden - endlich. Denn die QAnon-Bewegung ist gefährlich, ihre Lügen haben reale Konsequenzen.

QAnon-Anhänger glauben, Demokraten bereiteten einen Staatsstreich gegen Donald Trump vor, ihr Weltbild ist geprägt von Rassismus und Antisemitismus. Mehrfach wurden bewaffnete Unterstützer festgenommen, teils schossen sie auf andere Menschen. Immer wieder teilen Trump und andere Republikaner ihre Botschaften. Auch in Deutschland vermischen sich Corona-Leugner und QAnon-Gläubige, manche rufen online zum bewaffneten Widerstand auf.

Wer den Unsinn von seiner Plattform verbannt, verbannt den Unsinn nicht aus den Köpfen. Aber er verhindert, dass sich Verschwörungserzählungen weiter in die Gesellschaft hineinfressen. Das hat Twitter erkannt, Facebook will angeblich nachziehen. Plattformen wie Youtube sollten sich ein Beispiel nehmen.

© SZ vom 23.07.2020

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