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TV-Spot:Wilders provoziert mit Mohammed-Karikaturen

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Geert Wilders bringt einmal mehr Muslime gegen sich auf.

(Foto: AFP)
  • Eklat im Fernsehen: In den Niederlanden ist ein Clip mit dem Rechtspopulisten Geert Wilders und mehreren Mohammed-Karikaturen zu sehen.
  • Er wolle "Meinungsfreiheit gegen Gewalt" verteidigen, sagt Wilders.
  • Niederländischen Botschaften wird geraten, sich auf gewaltsame Proteste vorzubereiten.

"Meinungsfreiheit gegen Gewalt"

In den Niederlanden ist ein Fernsehspot des Rechtspopulisten Geert Wilders mit mehreren Mohammed-Karikaturen ausgestrahlt worden. Wilders nutzte für den knapp drei Minuten langen Beitrag einen Sendeplatz kurz vor den Nachrichten, der den Parteien im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zusteht.

Zur Ausstrahlung des Clips seiner Freiheitspartei (PVV) im Sender NOS sagte der Abgeordnete, es gehe ihm darum, die "Meinungsfreiheit gegen Gewalt" zu verteidigen. Dabei bezog er sich auf einen Angriff gegen einen Wettbewerb mit Mohammed-Karikaturen, der Anfang Mai im US-Bundesstaat Texas stattfand und zu dem sich die Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) bekannt hatte.

"Die einzige Möglichkeit, Terroristen zu zeigen, dass sie nicht gewinnen werden, ist, genau das zu tun, was sie uns verbieten wollen", sagte Wilders in dem Spot. Ursprünglich hätte er bereits am vergangenen Samstag auf dem Sender NPO 2 ausgestrahlt werden sollen, doch aufgrund eines Fehlers war das noch nicht möglich. Wilders stellte den Film daraufhin ins Netz - mehr als 113 000 Menschen haben ihn bereits angesehen.

Die niederländische Tageszeitung De Telegraaf schreibt, dass am Mittwoch sehr viele Zuschauer den PVV-Spot verfolgten. 253 000 Menschen hatten das Programm eingeschaltet - für die Sendezeit der politischen Parteien ist das überdurchschnittlich.

Muslime sehen Karikaturen teils als Gotteslästerung

Viele Muslime sehen Mohammed-Karikaturen als Gotteslästerung an und fühlen sich dadurch provoziert.

Die niederländische Generalstaatsanwaltschaft stellte sich wegen des Spots auf Beschwerden ein und sprach von einem "sehr komplizierten" juristischen Sachverhalt. Niederländischen Medienberichten zufolge wurden die Botschaften des Landes im Ausland aufgefordert, Vorsichtsmaßnahmen für den Fall gewaltsamer Protestaktionen zu ergreifen.

Wilders und seine Partij voor de Vrijheid haben mit islamfeindlichen Aktionen bereits wiederholt Proteste von Muslimen heraufbeschworen. Im Parlament (Zweite Kammer) verfügt die PVV über zwölf von 150 Abgeordneten.

© Süddeutsche.de/AFP/ckoo/mane

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