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TV-Debatte:Die Republikaner können auch vernünftig

US-Wahl Rand Paul vergleicht Donald Trump mit Schuljungen Video
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TV-Debatte der Republikaner

Rand Paul vergleicht Donald Trump mit Schuljungen

Drei Stunden haben die Präsidentschaftsbewerber diskutiert. Für Trump gab es Kritik von allen Seiten.

In der zweiten TV-Diskussion übt Donald Trump die Rolle des Staatsmannes - und die moderaten Republikaner begehren auf. Die Konservativen geben sich optimistischer und hoffnungsfroher.

In manchen Augenblicken musste man prüfen, ob man nicht aus Versehen die TV-Debatte der Demokraten eingeschaltet hatte. Jeb Bush erzählte, er habe vor 40 Jahren gekifft. John Kasich sagte, Mutter Theresa solle den Zehn-Dollar-Schein zieren. Ben Carson sagte, man solle hin und wieder lieber seine Intelligenz benutzen anstatt militärische Macht. Donald Trump verlangte höhere Steuern für Hedge-Fonds-Manager. Und es stand sogar eine Frau auf der Bühne, Carly Fiorina.

Aber nein, dies waren tatsächlich die Republikaner, deren Partei zuletzt vor allem bekannt war für die Negativität und den Alarmismus alter weißer Männer und für die Pöbeleien von Donald Trump. Vielleicht lag es an der Sonne Kaliforniens oder am Flugzeug des alten Optimisten und Ex-Präsidenten Ronald Reagan, das im Hintergrund glänzte: Die Republikaner wirkten insgesamt differenzierter, konstruktiver, hoffnungsfroher als sonst.

Es war ein leiser Aufstand der Moderaten gegen die Radikalen. Donald Trump gab sich für seine Verhältnisse geradezu zahm. Vielleicht deswegen, weil er so oft angegriffen wurde, vielleicht auch deshalb, weil er schon jetzt lieber den angehenden Staatsmann spielt.

Gegenwind für die Extremisten der Partei

Vor allem aber konnten sich die gemäßigten, leiseren Kandidaten wie Bush und Ohios Gouverneur Kasich überzeugend darstellen: Sie plädierten dafür, ein Herz für Einwanderer zu zeigen, mit Ländern wie Iran und China im Gespräch zu bleiben und nicht wegen jedem Budgetstreit die Regierung stillzulegen - und widersprachen damit sehr selbstbewusst dem Partei-Extremisten Ted Cruz.

Natürlich fielen an diesem Abend auch wieder die üblichen Hardliner-Sprüche über illegale Einwanderung, nicht näher definierte "militärische Stärke" oder über den Klimaschutz, der bloß Arbeitsplätze vernichte. Das gehört bei den Republikanern zum konservativen Repertoire, das sich nie ändert.

Aber diese zweite TV-Debatte hat bewiesen, dass manche in der Partei glaubwürdig für Empathie mit den Schwächsten eintreten können und für Mäßigung im Umgang mit dem Rest der Welt. Es tut dem Erscheinungsbild der Partei sehr gut, dass die Vernünftigen aufbegehren. Trump wird leiser, Bush präsentiert sich mit deutlich mehr Energie und Engagement. Dieser Wettbewerb ist noch lange nicht gelaufen.