TV-Debatte der US-Republikaner Romney unterläuft kein Patzer

Auch später, als es um Außenpolitik geht, punktet Gingrich: Es sei richtig gewesen, Osama bin Laden zu töten und er sei auch bereit, als Präsident eine entsprechende Order zu geben, Taliban-Führer Mullah Omar in Pakistan töten zu lassen, wenn entsprechende Geheimdienst-Informationen vorliegen sollten. Gingrich erinnerte an den früheren Präsidenten Andrew Jackson, der im 19. Jahrhundert gegen die Briten kämpfte: "Er hatte eine ziemlich gute Idee, was mit den Feinden Amerikas geschehen solle: Sie müssen getötet werden." Ähnlich äußert sich Romney: "Wir werden dorthin gehen, wo sie sich aufhalten und sie töten." Der 64-Jährige kündigt an, sich dafür einsetzen zu wollen, dass die USA weiterhin die stärkste Militärmacht der Welt blieben.

Patzer der Republikaner

"Ann fährt ein paar Cadillacs"

Romney unterläuft kein Patzer, er zeigt sich als lächelnder Staatsmann. Trotzdem gelingt es ihm nicht, so leidenschaftlich und überzeugend aufzutreten wie Gingrich oder Ron Paul. Der 76-Jährige Paul wurde zwar für seine außenpolitischen Ansichten - er möchte alle US-Soldaten aus dem Ausland abziehen und warnt vor einem Krieg gegen Iran - von der Mehrheit ausgebuht, doch von seinen Anhängern wird er für diese Worte gefeiert. Schlagfertig ist der Gynäkologe auch. Er habe nur ein Problem mit den Filmen über die Kursänderungen der Gegner, frotzelt Paul: "Eine Minute reicht nicht aus, um alle Fehler aufzuzählen."

Immer wieder tauchen in der zweistündigen Debatte die Super-Pacs auf, jene offiziell unabhängigen Wahlvereine, die Werbespots für ihre Kandidaten finanzieren und kaum Rechenschaft über ihre Finanzen ablegen müssen. Und auch in dieser Frage kann Gingrich kurz vor Schluss Romney noch einmal in Bedrängnis bringen. Wortreich kritisiert Romney, dass die Kandidaten laut Gesetz keinen Einfluss auf die Super-Pacs nehmen dürften und so irreführende oder verletzende Wahlwerbung nicht unterbinden könnten. Es wäre besser, so Romney, wenn die Bürger direkt an die Kandidaten spenden könnten. Gingrich kontert trocken: "Wenn Mitt Romney seinen Wahlverein "Restore our Future" nicht kontrollieren kann, dann frage ich mich, welchen Einfluss er als Präsident haben wird."

Bevor die Vorwahl in South Carolina abgehalten wird, treffen sich die fünf verbliebenen Kandidaten der Republikaner an diesem Donnerstag erneut in einem TV-Studio. Es wird weiter mit harten Bandagen gekämpft werden - vor allem gegen Mitt Romney.