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TV-Debatte der Republikaner:Zurück in die Vergangenheit

Fox News Channel debate moderators Wallace, Kelly and Baier start the first official Republican presidential candidates debate of the 2016 U.S. presidential campaign in Cleveland

Sie waren souverän und fragten ziemlich kritisch nach: Die Fox-News-Moderatoren Chris Wallace, Megyn Kelly und Bret Baier.

(Foto: REUTERS)

Die Kandidaten auf der Bühne sind sich in vielen Punkten einig, die Europa und das progressive Amerika vor Grusel erschaudern lassen. Niedrige Steuern und einen schlanken Staat propagieren sie, wollen dafür aber wieder militärische Stärke zeigen, gegen Iran, Russland und wer sich sonst noch in den Weg stellt.

Eine Mauer an der Grenze zu Mexiko unterstützen gleich mehrere Kandidaten, die Ablehnung von Abtreibungen unterscheidet sich wie immer nur in Nuancen, und die Rücknahme der Obama-Gesundheitsreform ist sowieso in allen Wahlprogrammen. Die Konservativen weisen Amerika den Weg zurück - zurück zu alter Stärke, wie sie argumentieren.

Und natürlich sind auch die Feindbilder klar besetzt: US-Präsident Obama und noch stärker Hillary Clinton werden zum Punching- und Pointen-Ball.

Am Ende betonen die Kandidaten noch einmal, wie bodenständig und gottesgläubig sie sind. Außer Donald Trump, der seine bekannten Phrasen wiederholt.

"Ich bin ein Typ mit einer Frau, zwei Kindern und einer Harley", sagt Scott Walker, der Gouverneur von Wisconsin in seinem Abschluss-Plädoyer. "Ich bin der Einzige hier, der siamesische Zwillinge getrennt hat", sagt der Neurochirurg Ben Carson mit feiner Ironie.

Das sagt so wenig über die Eignung zum Präsidenten aus wie diese Debatte, die eher ein Vorstellungsgespräch mit Zirkusclown ist.

Amerika hat noch 15 Monate Zeit, sich zu entscheiden und die Kandidaten genauer unter die Lupe zu nehmen. Gut so.

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© Süddeutsche.de/fued/mati

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