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TV-Debatte der Demokraten:Clinton will härteren Kurs gegen Putin

  • In der ersten TV-Debatte der möglichen demokratischen Präsidentschaftsbewerber ging es unter anderem um Syrien, die US-Wirtschaft und Waffenkriminalität.
  • Favoritin Hillary Clinton sprach sich in der Syrienfrage für einen härteren Kurs gegenüber Russlands Präsident Putin aus.
  • Ihr größter Konkurrent Bernie Sanders prangerte die Einkommensverteilung innerhalb der USA und die Arbeitslosigkeit unter schwarzen Jugendlichen an.

Clinton will Putin härter gegenübertreten

Hillary Clinton würde sich als nächste Präsidentin der USA laut eigenen Angaben in der Syrien-Frage gegen Kremlchef Wladimir Putin behaupten und mehr Führungsstärke zeigen. Clinton sagte während der ersten Fernsehdebatte der demokratischen Präsidentschaftsbewerber am Dienstag in Las Vegas, als amerikanische Staatschefin würde sie angesichts der stärkeren Beteiligung Russlands im syrischen Bürgerkrieg eine härtere Linie gegen Putin einnehmen.

"Wir müssen uns gegen seine Schikane behaupten", sagte die demokratische Topfavoritin auf die Nachfolge von US-Präsident Barack Obama. Man müsse Russland klarmachen, dass es Teil der Lösung der Syrien-Krise sein müsse. Unter ihr als Präsidentin würden "Sicherheitszonen" für Flüchtlinge eingerichtet werden, um eine weitere Destabilisierung der Region zu verhindern.

Streitpunkt Waffenkriminalität

Zu Beginn der TV-Debatte entspann sich ein Schlagabtausch zwischen Clinton und ihrem schärfsten Rivalen Bernie Sanders über Waffenkriminalität in den USA. Der Senator von Vermont sei während seiner Zeit im US-Senat nicht gegen Waffengewalt vorgegangen, kritisierte Clinton. Er habe vielmehr 2005 für eine Maßnahme gestimmt, die Waffenherstellern Immunität vor Klagen gegeben habe. Sanders erwiderte, der Immunitätsfall sei eine komplizierte Angelegenheit gewesen. Clinton sagte, sie sei zu dieser Zeit ebenfalls Senatorin gewesen. Für sie sei das Thema keineswegs kompliziert gewesen.

Attacken links der Mitte

Clinton geht innerhalb der Demokraten als große Favoritin ins Rennen. Sanders ist ihr größter innerparteilicher Konkurrent und versucht Clinton seit geraumer Zeit mit Positionen links der Mitte zu attackieren. So argumentierte er in der TV-Debatte, die Einkommensverteilung innerhalb der USA müsse gerechter werden. 51 Prozent der schwarzen Jugendlichen seien arbeitlos. "Unser Finanzsystem ist korrupt und undemokratisch", sagte der 74-Jährige.

"Der Kongress kontrolliert nicht mehr die Wall Street, die Wall Street kontrolliert den Kongress", sagte Bernie Sanders

In der ersten TV-Debatte der Demokraten standen sich am Dienstagabend neben Clinton und Sanders der frühere Gouverneur von Rhode Island, Lincoln Chafee, sowie der frühere Gouverneur von Maryland, Martin O'Malley, und der Ex-Senator von Virginia, Jim Webb, gegenüber.

© SZ.de/AP/dayk/pamu

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