Tunesien Verhandlungen über Übergangsregierung ausgesetzt

In Tunesien sind Gespräche zwischen Regierung und Opposition geplatzt. Grund dafür ist ein Streit über den potenziellen neuen Regierungschef.

Die Gespräche über die Bildung einer neuen Übergangsregierung in Tunesien sind vorerst gescheitert. Wie die vermittelnde Gewerkschaft UGTT in der Nacht mitteilte, konnten sich die Parteien im Rahmen des Nationalen Dialogs nicht auf einen neuen Ministerpräsidenten einigen. Es werde nun erst einmal weitere Sondierungsrunden geben.

Auslöser der jüngsten politischen Krise in Tunesien war der Mord an dem Oppositionspolitiker Mohamed Brahmi Ende Juli. Der moderat islamistischen Regierungspartei Ennahda wird von ihren Gegnern eine politische Mitverantwortung an dem von Extremisten verübten Attentat vorgeworfen.

Die Ennahda hatte eingewilligt, die Regierungsverantwortung im Rahmen des Nationalen Dialogs abzugeben, um die politische Krise zu beenden. Die Umsetzung der Pläne lässt aber auf sich warten. Überschattet werden die seit Wochen andauernden Verhandlungen immer wieder von Gewalt.