Tunesien Attentäter absolvierte Militär-Training in Dschihadisten-Camp

Zwischen den Terroranschlägen in Sousse und Bardo im März gibt es möglicherweise eine Verbindung: Dem tunesischen Innenminister zufolge waren die Attentäter zur selben Zeit in Libyen.

Zwischen den beiden Terror-Anschlägen, die Tunesien in diesem Jahr durchleben musste, könnte es eine Verbindung geben: nach Angaben des tunesischen Innenministers Rafik Chelli sollen die Attentäter eine Militärausbildung in einem Dschihadisten-Camp in Libyen absolviert haben - zur selben Zeit.

Die Terroristen (ein Porträt über den Attentäter von Sousse können Sie hier lesen) seien im westlich von Tripolis gelegenen Lager Sabratha ausgebildet worden, das von der dschihadistischen Gruppe Ansar al-Scharia betrieben werde. Chelli fügte hinzu, derzeit sei nicht klar, ob die Attentäter sich in Libyen trafen. Einen Zeitpunkt für den Aufenthalt der Attentäter in Libyen könne er nicht nennen.

Beim Anschlag vergangene Woche starben 39 Menschen

Beim Anschlag vergangene Woche schoss ein 24-jähriger Student in einer Hotelanlage um sich. Dabei starben mindestens 39 Menschen, darunter waren zwei Deutsche. Unklar ist, ob und wie viele Helfer der Attentäter hatte. Festgenommen wurden der britischen Zeitung Guardian zufolge insgesamt sieben Menschen.

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Die Touristen sind weg. Doch was wird jetzt aus denen, die in Tunesien auf sie angewiesen sind?   Von Thierry Backes, Sousse

Bereits im März hatte es einen Terroranschlag in einem Nationalmuseum gegeben, bei dem 20 Menschen getötet wurden. Zu beiden Anschlägen bekannte sich die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS).

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3000 Tunesier haben sich dem IS angeschlossen

Tunesien gilt als einziges Land, das nach den Umstürzen im arabischen Raum demokratische Strukturen entwickelt hat. Gleichzeitig schließen sich viele Tunesier den Terroristen des IS an. Nach Angaben der New Yorker Politik-Beratungsfirma Soufan Group, die wohl die seriösesten Zahlen vorlegt, sollen sich, Stand April 2014, 3000 Tunesier dem IS angeschlossen haben (hier können Sie die PDF-Datei lesen). Die Zahl dürfte mittlerweile höher liegen.

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