Türkei Türkische Regierung entzieht Gülen-nahen Sendern die Lizenz

24 Fernseh- und Radiosender dürfen auf Anweisung des obersten türkischen Rundfunkrates nicht mehr senden. Akademikern sind Reisen ins Ausland bis auf Weiteres untersagt.

Wegen angeblicher Verbindungen zur Gülen-Bewegung hat die oberste türkische Rundfunkbehörde RTÜK insgesamt 24 Radio- und Fernsehstationen in der Türkei die Sendelizenz entzogen. Eine entsprechende Mitteilung wurde auf der Internetseite von RTÜK veröffentlicht. Präsident Recep Tayyip Erdoğan macht den im amerikanischen Exil lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen für den Umsturzversuch von Teilen des Militärs am vergangenen Freitag verantwortlich. Gülen weist das zurück.

RTÜK, die staatliche Regulierungsbehörde für den privaten Rundfunk in der Türkei, greift auf Geheiß der Regierung regelmäßig in die Berichterstattung der türkischen Medien ein. Bei Terroranschlägen etwa wird Sendern und Zeitungen meist sofort ein Berichtsverbot erteilt.

Zudem sind viele Zeitungen und Fernsehsender ohnehin schon seit Monaten unter Zwangsverwaltung, wie etwa die Gülen-Zeitung Zaman.

Akademiker dürfen nicht mehr ins Ausland reisen

Die türkische Hochschulverwaltung hat einem Medienbericht zufolge allen Akademikern bis auf Weiteres die Ausreise verboten. Der amtliche Sender TRT gab am Mittwoch keine Einzelheiten zu der Anordnung bekannt. Am Dienstag hatte die Verwaltung die Demission von 1577 Dekanen an allen Universitäten des Landes angeordnet.

Seit dem Putschversuch am Freitag hat die Regierung etwa 50 000 Soldaten, Polizisten, Richter und Lehrer festgenommen oder suspendiert.

Am Mittwoch berät Erdoğan das weitere Vorgehen mit dem nationalen Sicherheitsrat. Dabei würden wichtige Entscheidungen getroffen, hat er angekündigt.