Drüben liegt Syrien, unerreichbar. Blickt man vom türkischen Nusaybin nach Süden, sieht man, wenige Hundert Meter entfernt, die Häuser des syrischen Kamischli, man sieht die Lichter an- und ausgehen, sieht Autos fahren. Kurden leben auf beiden Seiten der Grenze, in beiden Städten, in der Türkei wie in Syrien. Sie können einander anrufen, sie hören denselben Gebetsruf der Moscheen, über die Grenze hinweg. Nur treffen können sie sich nicht, die Grenze ist geschlossen. Seit 2012.
TürkeiWie Erdoğan die Kurden in Syrien bekämpft
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Syrische Regierungstruppen drängen die kurdische SDF-Miliz immer weiter zurück – unterstützt durch den türkischen Präsidenten. Denn der möchte die Machtverhältnisse im Nachbarland endgültig neu ordnen.
Von Raphael Geiger, Istanbul
