Verhaftet in der Türkei„Ein grotesker Albtraum“

Lesezeit: 5 Min.

Der Gefängniskomplex Silivri in der Nähe von Istanbul. In manchen Zellen sind 30 Leute zusammengepfercht, berichtet Medin.
Der Gefängniskomplex Silivri in der Nähe von Istanbul. In manchen Zellen sind 30 Leute zusammengepfercht, berichtet Medin. Lefteris Pitarakis/AP/dpa

Der schwedische Journalist Joakim Medin saß im türkischen Gefängnis Silivri – wegen angeblicher Mitgliedschaft in einer Terrororganisation. Ein Gespräch über den Preis, den Schweden für seine Nato-Mitgliedschaft zahlt.

Interview: Alex Rühle, Stockholm

Als der schwedische Journalist Joakim Medin am 27. März in die Türkei einreisen will, wird er am Flughafen von Istanbul festgenommen. Dem Auslandsreporter der Zeitung Dagens ETC wird „Beleidigung des Präsidenten“ und „Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung“ vorgeworfen, er wird in das Hochsicherheitsgefängnis in Silivri gebracht, in dem auch der deutsche Journalist Deniz Yücel 2017 bis 2018 fast ein Jahr lang inhaftiert war. Medin drohen bis zu zwölf Jahre Haft. Am 16. Mai wurde der 40-Jährige überraschend freigelassen. Während des Interviews in einem Café auf Södermalm, Stockholm, liegt das Handy neben ihm: Seine Frau erwartet ihr erstes gemeinsames Kind.

Zur SZ-Startseite

Türkei
:Ein weiteres Urteil gegen Erdoğans Herausforderer

Ein türkisches Gericht verurteilt den abgesetzten Istanbuler Oberbürgermeister Ekrem İmamoğlu zu 20 Monaten Haft. Es ist nicht die erste und wohl auch nicht die letzte Strafe für einen Mann, den der Präsident unbedingt bremsen will.

SZ PlusVon Raphael Geiger

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: