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IS:Türkei inhaftiert Schwester des toten IS-Anführers al-Bagdadi

IS-Führer Al-Baghdadi

Der inzwischen getötete IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi.

(Foto: dpa)
  • Die Schwester des toten IS-Anführers al-Bagdadi ist offenbar von der Türkei verhaftet worden.
  • Sie wurde in Nordsyrien festgesetzt.
  • Die Türkei erhofft sich neue Erkenntnisse über den IS.

Die Türkei hat nach eigenen Angaben im Nordwesten Syriens die ältere Schwester des toten IS-Chefs Abu Bakr al-Bagdadi festgesetzt. Der Kommunikationsdirektor des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, Fahrettin Altun, schrieb am Dienstag auf Twitter: "Die Festnahme von al-Bagdadis Schwester ist ein weiteres Beispiel für den Erfolg unserer Terrorismusbekämpfung."

Die 65-jährige Frau sei am Montagabend nahe der Stadt Asas in der Provinz Aleppo in einem Container-Anhänger aufgegriffen worden, den sie mit ihrer Familie bewohnte, meldet die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf einen Regierungsvertreter. Sie sei bei ihrem Ehemann, ihrer Schwiegertochter und fünf Kindern gewesen. Die Erwachsenen würden verhört.

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In einer Audiobotschaft bestätigt die Terrormiliz zudem den Tod ihres früheren Anführers. Spezialkräfte des US-Militärs hatten ihn im Nordwesten Syriens aufgespürt.

Wenig ist bisher über die Schwester von Abu Bakr al-Bagdadi bekannt. Sie sei unter dem Namen Rasmija Auad (Awad) bekannt, sagte der türkische Regierungsvertreter zu AP. Sie stehe im Verdacht, Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat zu unterhalten. Details über ihre Rolle im Zusammenhang mit dem IS wurden nicht genannt.

Festnahme eine "Goldgrube"

Auads Festnahme sei aus geheimdienstlicher Sicht eine "Goldgrube", sagte die Gewährsperson weiter. Denn was sie über den IS wisse, "kann unsere Erkenntnisse über die Extremisten erheblich ausbauen und uns helfen, weitere Bösewichte zu schnappen". Gefangen genommen wurde Auad in einer Gegend, die zu einer von der Türkei verwalteten Region gehört. Im Jahr 2016 war Ankara dort einmarschiert, um IS-Kämpfer und kurdische Kräfte zu vertreiben.

Ende Oktober hatte sich al-Bagdadi nach amerikanischen Angaben bei einem US-Einsatz in der syrischen Provinz Idlib in die Luft gejagt, als ihn US-Sondereinheiten in die Enge getrieben hatten. Kürzlich benannte der IS Abu Ibrahim al-Haschimi al-Kuraschi (al-Hashimi al-Qurashi) als Nachfolger al-Bagdadis. Über al-Haschimi ist wenig bekannt.

Die IS-Miliz hat bereits durch eine Serie von militärischen Niederlagen gegen die US-geführte Militärkoalition sowie syrische und irakische Kräfte riesige Gebiete in Syrien und Irak verloren, die sie einst hielt. Viele IS-Mitglieder sind während der letzten Kämpfe über Schmugglerrouten in den Nordwesten Syriens geflohen, andere sind in Wüstengebieten in Syrien oder im Irak untergetaucht.

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