Vor der Küste der Südwesttürkei ist ein Schlauchboot mit Geflüchteten an Bord gesunken. Mindestens 19 Menschen seien nahe dem Touristenort Bodrum ums Leben gekommen, teilte die türkische Küstenwache mit. 21 Menschen konnten demnach gerettet werden – eine Person starb wenig später im Krankenhaus. Die Suche nach mindestens einer vermissten Person dauerte an. Es handelt sich um die jüngste Tragödie auf einer berüchtigten Migrationsroute nach Europa.
Die Rettungsaktion in der türkischen Ägäis war am Morgen den Angaben zufolge nach einem Hinweis auf eine Gruppe von Geflüchteten auf See eingeleitet worden. Das Schlauchboot sank, nachdem es zunächst versucht hatte, einem Küstenwachschiff zu entgehen, das die Gruppe aufgefordert hatte anzuhalten, wie die Küstenwache auf ihrer Webseite schrieb. Das Boot kenterte demnach während der Verfolgungsjagd, weil aufgrund von „starkem Wind und Seegang“ Wasser hineingeraten war. Wie viele Menschen sich genau auf dem Boot befunden haben, sei unklar.
Alle Insassen haben afghanische Staatsangehörigkeit
Der Gouverneur von Muğla sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, alle Insassen des Bootes hätten die afghanische Staatsangehörigkeit gehabt.
Die türkische Ägäisküste ist nach wie vor ein wichtiger Ausgangspunkt für Geflüchtete, die versuchen, auf irregulärem Wege über das Meer die nahegelegenen griechischen Inseln und oft auch das EU-Festland zu erreichen. Die Route wird häufig von Schleusernetzwerken genutzt. Sie setzen Geflüchtete dabei für gewöhnlich in überfüllte Schlauchboote – Bedingungen, die wiederholt zu tödlichen Unfällen geführt haben.

