bedeckt München 15°

Truppenabzug beendet:Letzte US-Kampftruppen haben Irak verlassen

Mehr als achteinhalb Jahre nach Beginn des Irakkriegs haben alle US-Kampftruppen das Land verlassen. Der letzte Konvoi überquerte am Sonntagmorgen die Grenze zum Nachbarland Kuwait. Lediglich ein kleines Kontingent an Wachpersonal und vermutlich einige Elitesoldaten sollen nun noch bleiben.

Schwere gepanzerte Fahrzeuge und Tieflader mit Panzern passierten die Grenzstation in der Wüste, anschließend wurde das Grenztor geschlossen. Damit haben die letzten US-Kampftruppen das Land verlassen, dem US-Präsident George W. Bush vor fast neun Jahren den Krieg erklärt hatte. Auf Live-Bildern des US-Senders CNN war zu sehen, wie der letzte Truppenkonvoi am Sonntagmorgen die Grenze zum Nachbarland Kuwait überquerte.

Laut CNN verließen mit dem letzten Konvoi aus 110 Fahrzeugen 500 Soldaten aus Ford Hood in Texas den Irak. Sie seien in der Nähe von Nassirija rund 300 Kilometer südlich von Bagdad stationiert gewesen.

Ein Armeesprecher bestätigte dem Sender, dass damit der Abzug der US-Truppen abgeschlossen sei. Lediglich ein kleines Kontingent an Wachpersonal und vermutlich einige Elitesoldaten sollen noch bleiben. Die US-Regierung wollte ursprünglich mehrere Tausend Soldaten als Ausbilder im Land lassen. Die irakische Regierung war jedoch nicht bereit, den Truppen die geforderte Immunität vor Strafverfolgung zu gewähren.

Zunächst würden die Soldaten im US-Feldlager Virginia in Kuwait untergebracht, bevor es mit dem Flugzeug in die Heimat gehe, hieß es. Der Irakkrieg hatte im März 2003 mit Luftschlägen auf Bagdad und andere Ziele begonnen. Später marschierten Truppen einer internationalen Koalition unter US-Führung in das Land ein und stürzten den irakischen Diktator Saddam Hussein.

Nach Angaben der US-Regierung waren mehr als 1,5 Millionen US-Soldaten im Irak im Einsatz. Etwa 4500 wurden getötet, mehr als 30.000 verletzt. US-Präsident Barack Obama hatte am vergangenen Mittwoch bereits einen symbolischen Schlussstrich unter den Irakkrieg gezogen und den Truppen für ihren Einsatz gedankt. In seiner Rede vor hunderten Soldaten auf dem Heeresstützpunkt Fort Bragg im Bundesstaat North Carolina bezeichnete er das Kriegsende als "historischen Augenblick für unser Land und unser Militär".

Zwei Tage zuvor hatte er mit dem irakischen Regierungschef Nuri al-Maliki in Washington über das neue Verhältnis beider Länder nach Ende des Militäreinsatzes gesprochen. Dabei hatten beide den Beginn einer neuen Ära der Partnerschaft und Zusammenarbeit beschworen. Al-Maliki wertete den Abzug der US-Truppen als Zeichen des Erfolges - im Gegensatz zu dem, was manche andere sagten. Die gesteckten Ziele seien erreicht, ein "demokratischer Prozess" etabliert worden.

© dpa/dapd/Reuters/wolf

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite