USA:Trump bedauert seine Tweets - manche zumindest

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Donald Trump

US-Präsident Donald Trump (hier ausnahmsweise mal nicht beim Twittern)

(Foto: AP)

"Zu oft" wache er auf und wünsche sich, etwas nicht auf Twitter gepostet zu haben, sagt der US-Präsident in einem Interview und denkt fast ein bisschen wehmütig an die Zeit des Briefeschreibens zurück.

US-Präsident Donald Trump bedauert nach seinen Worten manche seiner kontroversen Tweets und Retweets. Trump sagte dem Gründer der Webseite Barstool Sports, Dave Portnoy, in einem Interview, es geschehe "zu oft", dass er aufwache und denke, er hätte etwas lieber nicht auf Twitter verbreiten sollen.

"Früher schrieb man einen Brief und sagte: 'Dieser Brief ist wirklich schlecht.' Und man legte ihn auf den Schreibtisch, ging am nächsten Tag zurück und sagte: 'Oh, ich bin froh, dass ich das nicht abgeschickt habe.'"

Trump sagte weiter: "Aber das machen wir bei Twitter nicht." Stattdessen veröffentliche man Dinge dort sofort. Dann fühle man sich großartig, bis die Anrufe mit der Frage kämen, ob man das wirklich gesagt habe. "Ich sage: "Was ist daran falsch?", und man findet viele Dinge." Trump fügte hinzu: "Es sind nicht die Tweets, es sind die Retweets, die einen in Schwierigkeiten bringen." Auf die Frage, ob er Twitter liebe, sagte der Präsident: "Es gibt Zeiten, da liebe ich es. Manchmal zu sehr."

Trump folgen auf Twitter 84 Millionen Nutzer. Er steht immer wieder für seinen teils beleidigenden und diskriminierenden Tonfall dort in der Kritik. Zudem wird ihm vorgeworfen, auf der Plattformen Falschmeldungen zu verbreiten. Twitter hat deswegen begonnen, faktisch falsche Tweets des Präsidenten mit Warnhinweisen zu versehen.

In den vergangenen Tagen hatten zwei Video-Interviews des US-Präsidenten für großes Interesse und Spott gesorgt - für Trump ist das unter anderem problematisch, weil er im Wahlkampf für die Präsidentschaftswahl im November steckt und in Umfragen hinter seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden zurückfällt. In einem Interview mit Fox-News-Reporter Chris Wallace wies dieser mehrfach auf Falschaussagen des US-Präsidenten hin. In einem weiteren Interview mit einem Vertreter des Senders, dem Mediziner Marc Siegel, sprach der US-Präsident über den von ihm absolvierten Test seiner kognitiven Kapazität, den er als schwierig darzustellen versuchte. Portnoy, dem der US-Präsident nun überraschend ein Interview gegeben hat, ist ebenfalls immer wieder bei Fox News zu Gast. Er stand zuletzt wegen rassistischer Aussagen in der Kritik. Portnoy hatte 2016 öffentlich erklärt, Trump gewählt zu haben.

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