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Afghanistan:Trump: Verhandlungen mit Taliban "sind tot"

Trump Taliban

Trump bei einem Auftritt in North Carolina.

(Foto: AP)
  • US-Präsident Trump erklärt die Verhandlungen mit den radikalislamistischen Taliban endgültig für beendet.
  • Gleichwohl würden die Vereinigten Staaten weiterhin über einen Truppenabzug nachdenken.
  • Ein Kommandeur der US-Armee kündigt währenddessen eine neue Offensive an.

US-Präsident Donald Trump hat Bemühungen um Friedensgespräche zwischen ihm und Anführern der radikalislamischen Taliban für endgültig gescheitert erklärt. "Sie sind tot. Sie sind tot", sagte Trump am Montag vor Journalisten.

Über einen Truppenabzug werde in der Regierung auch nach wie vor nachgedacht, sagte er. "Wir würden gerne raus, aber wir gehen raus zum richtigen Zeitpunkt." Der Präsident kritisierte, die USA seien seit langer Zeit die "Polizisten" in Afghanistan. Die dortige Regierung müsse mehr Verantwortung übernehmen. Trump betonte, die Idee des geplanten Treffens sei seine gewesen. "Und es war meine Idee, es abzusagen."

Der Leiter des für den Nahen Osten zuständigen US-Zentralkommandos, General Kenneth McKenzie, sagte zugleich während eines Besuchs in Afghanistan, die USA würden am Hindukusch ihren Einsatz gegen die Taliban vermutlich verschärfen. Die Extremisten hätten während der Friedensverhandlungen "überreizt", indem sie eine Reihe schwerer Anschläge verübten. Der US-Gesandte Zalmay Khalilzad hatte fast ein Jahr lang mit dem politischen Flügel der Taliban in Doha in Katar verhandelt.

Bei einem davon war ein US-Soldat vergangene Woche getötet worden. Trump hatte daraufhin geplante geheime Friedensgespräche zwischen ihm und Taliban-Anführern in Camp David kurzfristig abgesagt. Der US-Präsident will den Einsatz in Afghanistan eigentlich beenden.

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