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Trump im US-Haushaltsstreit:Trump gehen Unterstützer verloren

Trump geriet darüber so in Rage, dass er im Affekt alle Verantwortung für einen Shutdown auf sich lud. Ein klassisches Eigentor. Die Demokraten konnten das schmunzelnd hinnehmen.

Die Menschen in den USA haben Trump beim Wort genommen. Und geben völlig zu recht mehrheitlich ihm die Schuld am Shutdown. Seine Zustimmungswerte sind gerade wieder auf einem rekordverdächtigen Tiefflug. Seine Regierung scheint zudem jeden Kontakt zu den Menschen verloren zu haben, die unter dem Shutdown leiden. US-Wirtschaftsminister Wilbur Ross sagte dem Sender CNBC am Donnerstag, dass er "wirklich nicht verstehe", warum unbezahlte Regierungsmitarbeiter in Suppenküchen anstünden. Wie soll er auch. Ross ist Milliardär.

Nicht mal in den eigenen Reihen hat Trump noch genug Unterstützer für seinen Mauer-Fetisch. Im Senat sind am Donnerstag zwei Vorlagen zur Abstimmung gekommen. Eine der Demokraten, die ein Budget ohne Geld für die Mauer vorlegten. Und ein Vorschlag der Republikaner mit Geld für die Mauer. Beide Vorschläge haben nicht die nötige 60-Prozent-Mehrheit in der Kammer bekommen. Aber für den Vorschlag der Demokraten haben auch sechs Republikaner gestimmt.

Was für ein miserabler Verhandler Trump ist, hatte sich auch in der possierlichen Auseinandersetzung um seine Rede zur Lage der Nation vor dem Kongress gezeigt. Die hatte er kommenden Dienstag halten wollen. Wieder war es Pelosi, die Trump in die Schranken wies. Zunächst schlug sie ihm in einem Brief vor, mit der Rede zu warten, bis der Shutdown vorüber ist. Statt den Vorschlag wohlwollend anzunehmen, hat Trump sich auf einen für ihn aussichtslosen Infight mit Pelosi eingelassen. Er schwieg einen Tag, dann strich er der Demokratin kurzerhand eine Auslandsreise in den Irak und nach Afghanistan. Und bluffte dann, er gedenke, kommenden Dienstag seine "State of the Union" wie geplant vor dem Kongress zu halten.

Pelosi setzte zum ultimativen Gegenschlag an: Sie gedenke nicht, ihn dazu einzuladen, schrieb sie ihm. Ohne Einladung der Parlamentspräsidentin aber hat Trump kein Recht, hinter das Rednerpult im Repräsentantenhaus zu treten. Trump blies danach die Rede ab. Ziemlich kleinlaut wirkte das alles.

Das vorläufige Ende des Shutdowns ohne Geld für die Mauer. Und eine Rede, die nicht wie geplant stattfinden wird. Selten ist Trumps Unvermögen, politische Probleme zu lösen, so offensichtlich geworden.

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