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Vor Besuch in Großbritannien:Trump spricht sich für Johnson als neuen Premierminister aus

Trump Johnson Großbritannien

Johnson und Trump haben sich schon einige Male getroffen. Hier auf dem Nato-Gipfel im Mai 2017.

(Foto: AP)
  • US-Präsident Trump hat sich in einem Interview für Boris Johnson als Nachfolger der zurückgetretenen Premierministerin Theresa May ausgesprochen.
  • Er kritisierte erneut den Brexit-Kurs Mays und bezeichnete Johnson als "begabten Menschen".
  • Trumps Nationaler Sicherheitsberater Bolton forderte die britische Regierung auf, den Brexit in die Tat umzusetzen, da dies im Sinne Londons und der USA gleichermaßen sei.

Kurz vor seinem Staatsbesuch in Großbritannien hat US-Präsident Donald Trump seine Sympathien für Brexit-Hardliner Boris Johnson als neuen britischen Premierminister und Nachfolger von Theresa May deutlich gemacht. "Ich kenne die verschiedenen Akteure. Aber ich denke, Boris würde einen sehr guten Job machen. Ich glaube, er würde ausgezeichnet sein", sagte Trump der britischen Boulevardzeitung Sun. Der US-Präsident wird ab Montag zu einem dreitägigen Staatsbesuch in Großbritannien erwartet.

In dem Interview fügte Trump hinzu, er möge Johnson. "Ich habe ihn immer gemocht. Ich weiß nicht, ob er gewählt werden wird, aber ich denke, er ist ein sehr guter Kerl, ein sehr begabter Mensch." Trump sagte der Zeitung, auch andere Kandidaten hätten nach seiner Unterstützung gefragt. Namen wolle er aber nicht nennen. Er könnte jedem helfen, wenn er ihn unterstütze.

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Sie werde am 7. Juni als Vorsitzende der Konservativen Partei zurücktreten. Damit sind auch ihre Tage als Premierministerin gezählt. "Es ist im besten Interesse unseres Landes", sagt May.

May hatte nach einem monatelangen Machtkampf rund um den Brexit vor einigen Tagen ihren Rücktritt angekündigt. Johnson brachte sich umgehend als möglicher Nachfolger in Stellung und drohte mit einem EU-Austritt ohne Abkommen.

Harsche Kritik an Mays Brexit-Kurs

Trump hatte der Sun bereits bei seinem letzten Besuch im vergangenen Jahr ein ähnlich kontroverses Interview gegeben, in dem er May düpierte. Darin warf er der Premierministerin vor, seine Ratschläge bezüglich des EU-Austritts ignoriert zu haben.

In dem neuen Interview kritisierte Trump wieder May: "Ich denke, dass das Vereinigte Königreich der Europäischen Union erlaubt hat, alle Karten in der Hand zu halten. Und es ist sehr schwer, gut zu spielen, wenn eine Seite alle Vorteile hat." Er habe ihr gegenüber erwähnt, "dass man sich Munition aufbauen muss". Zugleich versicherte er Großbritannien seine tiefe Zuneigung: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendein US-Präsident eurem großartigen Land näher war." Er sei in Großbritannien verliebt.

Trumps Nationaler Sicherheitsberater John Bolton sagte der Zeitung The Telegraph, der Brexit sei sowohl für London als auch für Washington von Vorteil. "Die Präferenz der USA ist, dass Großbritannien den vom Volk gewünschten Kurs folgt und die EU verlässt", sagte er. Trump wolle mit dem neuen britischen Premierminister ein Handelsabkommen abschließen, das für beide Seiten Vorteile bringe und London von den regulatorischen Einschränkungen in Beziehung zur Europäischen Union befreie.

Bolton bezeichnete das Ergebnis des Referendums von 2016 als "Triumph der Demokratie". "Und wenn die Beschäftigung mit dem Brexit endlich gelöst ist, gibt es keine Obergrenze für den Einfluss, den Großbritannien weltweit haben kann." Bolton fügte hinzu: "Ich denke, es wird uns besonders in der Nato helfen, effektiver zu sein, und das ist ein Plus." Der Brexit biete Großbritannien die Chance, ein "starkes und unabhängiges Land" zu werden. "Aus unserer Sicht besteht die Rolle Großbritanniens nicht nur darin, eine europäische Macht zu sein. Großbritannien ist eine Weltmacht." Generell sähen die Amerikaner die Beziehung zu den Briten als die wichtigste an, die sie hätten.

Geplant sind bei dem Besuch von Trump unter anderem ein Treffen mit May und die Teilnahme an einer Gedenkveranstaltung in Portsmouth zum 75. Jahrestag des D-Day - der Landung der Alliierten in der Normandie im Zweiten Weltkrieg. Trumps Besuch ist hoch umstritten, daher wird mit heftigen Protesten gerechnet.

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