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Nach Raketeneinschlag:Trump droht Iran mit Vernichtung

  • Der Ton zwischen den USA und Iran wird schärfer.
  • US-Präsident Trump droht Teheran mit Vernichtung: "Wenn Iran kämpfen will, dann wird das das offizielle Ende Irans sein."
  • Am Wochenende hatte der Chef der iranischen Revolutionsgarden, Salami, gesagt, der Unterschied zwischen "denen und uns ist, dass sie Angst vor einem Krieg und nicht den Willen dazu haben".

Nach dem Einschlag einer Rakete im irakischen Bagdad hat US-Präsident Donald Trump scharf vor einem Krieg gewarnt - und Iran mit seiner Zerstörung gedroht. "Wenn Iran kämpfen will, dann wird das das offizielle Ende Irans sein. Drohe nie wieder den Vereinigten Staaten", schrieb Trump auf Twitter.

Wenige Stunden vor dem Tweet war im Regierungs- und Diplomatenviertel von Bagdad eine Rakete eingeschlagen. Das US-Militär bestätigte eine Explosion nahe der amerikanischen Botschaft. Opfer gab es nicht. Trump macht augenscheinlich Teheran verantwortlich. Mitte der Woche hatte die US-Regierung den Abzug aller nicht dringend benötigten amerikanischen Beamten aus dem Irak angeordnet. Das US-Militär sieht dort US-Soldaten durch von Iran unterstützte Kräfte bedroht.

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Im Irak sind mehr als 5000 US-Soldaten sowie mächtige von Iran unterstützte Milizen, von denen einige wollen, dass die US-Truppen das Land verlassen. Das zunehmend angespannte Verhältnis zwischen den USA und Iran hatten Befürchtungen ausgelöst, es könne ein Krieg am Golf bevorstehen. Zuletzt ließ Trump US-Kriegsschiffe und Bomber in die Region verlegen. Seit dem Ausstieg aus dem Atomabkommen vergangenes Jahr hat Trump neue Sanktionen verhängt, um ein stärkeres Entgegenkommen der Islamischen Republik zu erzwingen.

Die Spannungen in der Region hatten sich durch Anschläge auf Öltanker und Ölanlagen in der Golf-Region verschärft, hinter denen Teheran oder seine Partner vermutet werden. Zwar erklärten sowohl Iran als auch das mit den USA verbündete Saudi-Arabien am Wochenende, dass sie keinen Krieg wollten. Doch gleichzeitig verschärften beide Länder ihre Rhetorik.

Saudi-Arabien spricht von "Strenge und Entschlossenheit"

Zuvor hatte sich der Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, Hossein Salami, kämpferisch gegeben. "Der Unterschied zwischen denen und uns ist, dass sie Angst vor einem Krieg und nicht den Willen dazu haben", sagte General Salami am Sonntag einer Meldung der halbamtlichen Nachrichtenagentur Fars zufolge. Zwar wollten Iran und seine Revolutionsgarden keinen Krieg, betonte Salami. Allerdings fürchteten sie sich auch nicht davor, fügte er hinzu. Der saudische Außenminister Adel al-Dschubeir erklärte, dass sein Land auch bereit sei, mit "aller Strenge und Entschlossenheit" zu reagieren.

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