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Krieg in Syrien:Trump warnt vor Angriff auf Idlib

US-Präsident Donald Trump 2018 in Charlotte

US-Präsident Donald Trump schreibt auf Twitter: "Hunderttausende Menschen könnten getötet werden. Lasst das nicht zu!"

(Foto: AP)
  • US-Präsident Trump hat die Regierung in Damaskus sowie ihre Verbündeten Russland und Iran vor einem "rücksichtslosen Angriff" auf Idlib gewarnt.
  • Idlib ist nach sieben Jahren Bürgerkrieg die einzige Region in Syrien, die noch teilweise unter Kontrolle von Aufständischen ist.
  • In Flugblättern ruft Machthaber Assad die Bewohner zur Flucht auf.

US-Präsident Donald Trump hat Russland und Iran gewarnt, im Falle einer Schlacht um die syrische Rebellenhochburg Idlib in die Kämpfe einzugreifen. "Die Russen und Iraner würden einen schwerwiegenden humanitären Fehler begehen, wenn sie bei dieser möglichen menschlichen Tragödie mitmachen", twitterte Trump. "Hunderttausende Menschen könnten getötet werden. Lasst das nicht zu!"

Hilfsorganisationen warnen vor einer humanitären Katastrophe. In dem Gebiet halten sich fast drei Millionen Zivilisten auf. In Idlib dominiert militärisch die Dschihadisten-Miliz Hayat Tahrir al-Sham, eine Nachfolge-Organisation der Al-Nusra-Front. Sie hat sich offiziell losgesagt vom Terror-Netzwerk al-Qaida, Geheimdienste halten das allerdings für wenig glaubhaft.

Syriens Regierung hat in der Region Truppen zusammengezogen und droht mit einem Angriff. Präsident Baschar al-Assad hat Flugblätter abwerfen lassen, in denen die Regierung die Bewohner zur Flucht aufruft.

Iran hatte bereits angekündigt, die syrische Führung bei ihrem erwarteten Großangriff auf die Rebellenhochburg zu unterstützen. Am Freitag wollen Russland und Iran als Unterstützer der Regierung und die Türkei als Schutzmacht der Opposition über die Krise in Syrien beraten. Beobachter rechnen damit, dass sich dann das Schicksal Idlibs entscheiden könnte.

Auch Bundesaußenminister Heiko Maas hat vor einer Katastrophe gewarnt, wenn es zu einer Schlacht um Idlib komme. Er kündigte an, das Thema bei seinem Antrittsbesuch in der Türkei am Mittwoch und Donnerstag ansprechen zu wollen. "Wir werden alles dafür tun, um eine humanitäre Katastrophe in Idlib zu verhindern", sagte er.

© SZ.de/dpa/dit/jsa/fued
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